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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1905, 
Über Höhenprobleme. 
Von Navigations-Oberlehrer Preuß in Elsfleth. 
Die Methode von Marcgq St. Hilaire, aus der Vergleichung von berechneten 
und beobachteten Höhen die Position des Schiffes zu finden, hat in den 
Jetzten Jahren an. Ausdehnung unter den Nautikern außerordentlich zu- 
genommen, Und dies mit gutem Grunde, da sie bei richtiger Anwendung 
niemals versagt, was man von der Längenmethode, Breitenmethode, Pagelschen 
Berichtigung usw. nicht behaupten kann. Es handelt sich, meines Erachtens, 
aber noch um eine bequeme Weise, die Schlußrechnung auszuführen, nament- 
lich um eine solche, welche auch auf drei und mehr Höhen anwendbar ist, 
damit dem praktischen Nautiker über die Bestimmung seines Schiffsortes nicht 
allzuviel Zeit verloren geht. 
Die einfachste Weise zur Bestimmung des Schiffsortes bietet das Zwei- 
höhenproblem, da die Auflösung desselben die gesuchte Position als Durch- 
schnittspunkt zweier Standlinien gibt. Das Zweihöhenproblem ist zugleich 
die Grundlage des Mehrhöhenproblems, da letzteres nur eine mehrfache Wieder- 
holung des ersteren ist, 
Um die Lösung des Zweihöhenproblems auf den einfachsten Ausdruck 
zu bringen, glaube ich, genügt folgende Überlegung, deren Anwendung auf 
kompliziertere Probleme verhältnismäßig leicht ist, was in unten folgenden 
Beispielen erläutert werden soll, 
Man bezeichne, wie üblich, den gegißten Schiffsort mit G und den ver- 
besserten mit S, den Unterschied zwischen der beobachteten und der berech- 
neten Höhe ho, — h, mit u bezw. U, wobei u < U angenommen werden soll; 
ferner den Winkel zwischen der Richtung von u und GS mit co, den Winkel 
zwischen GS und U mit f, so daß « + ß gleich dem Azimutalunterschied zwischen 
u und U ist, so wird man haben 
da ee GR = useeca= Usec ß 
oder, hieraus folgend 
u COS & ) 
Tt  cosß’ 
Addiert und subtrahiert man diese Gleichung auf beiden Seiten zu 
bezw. von 1 und dividiert das letztere Resultat durch das erstere, so kommt 
= = tang 4 (@« + f) + tang 4 (@ — 
woraus man zieht 
2. . . . tang}(« — 8) = nr ‚ cot 4 (« + 8). 
Aus dieser Gleichung in Verbindung mit der Bedingung, daß « + ß 
gleich dem Azimutalunterschied zwischen u und U ist, gelangt man zu der 
Kenntnis von @ und ß und hat dann nicht allein die Richtung, sondern auch 
nach Gleichung 1. die Größe der Strecke GS. Der Winkel « liegt stets an 
dem kleineren Höhenunterschied u und zwar im Drehungssinne nach U hin, 
während 8 an U liegt, aber nicht immer im Drehungssinne nach u hin, da $ 
einem Zeichenwechsel unterliegt. In bezug auf die Größe der Strecke GS 
ist dieser Wechsel natürlich ohne Bedeutung, Ein paar Beispiele werden 
dies erläutern, 
Es sei gefunden u = 5’ in S58°0 und U = 8’ in S40°W; so hat man 
folgende Rechnung: 
u — 5 858°0 
8 8400W) # + 8 = 98° 
.—u= 3 log = 0.477 
U+u= 13 col — 8.886 
3 (« + 9) = 49° log cot = 9.939 
4 (@« — 0) == 11.3° log tang = 9.302 
N a — 60.3° A == 37.79 
1) Diese Rechnungsart vermeidet die Ermittlung eines Hilfswinkels g. Vgl. »Ann. d. 
Hydr. ete.« 1904, 8. 170.
	        
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