Lauffer, F.: ‘Die Deviation und deren Kompensation etc.
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man die vielen Vorteile der zeichnerischen Darstellung in der praktischen
Anwendung wiedererkannt und wendet sie überall dort an, wo an die
Genauigkeit des Resultates keine allzu hohen Anforderungen gestellt werden.
Der Vorteil der gräphischen Methoden liegt in der Übersichtlichkeit und
Schnelligkeit der Konstruktion, welche Fehler insbesondere dann ausschließt,
wenn zahlreiche Phasen einer Folge von zusammengehörigen Erscheinungen
vorliegen und eine Analyse derselben auszuführen ist. In der Deviationslehre
treffen : alle notwendigen Voraussetzungen zu; die graphische Untersuchung
bringt also bestimmt große Vorteile, ;
Die Lehre vom Magnetismus basierte einst nur auf dem Begriffe der
Magnetpole, welche im grundlegenden Unterrichte auch heute noch Anwendung
finden. Die Wissenschaft hat für viele Zwecke die Pole unbequem befunden
und stellt die Wirkung magnetischer Kräfte graphisch durch Kraftlinien dar.
Die Deviationslehre bedarf einer übersichtlichen. Darstellung magnetischer
Kräfte; dies ist mit Hilfe von Kraftlinien. recht gut möglich, (Die Elektro-
technik ersetzt bereits die Kraftlinien durch Kraftröhren, den Kraftfluß, doch
kann deren Einführung der Deviationslehre kaum von wesentlichem Nutzen sein.)
Theorie und Praxis der Deviation und ihrer Kompensation zeigen auch
einen allmählichen Übergang von den grundlegenden, vorwiegend mathe-
matischen Untersuchungen Poissons zu graphischen Methoden, wobei jedoch
letztere noch nicht vollständig durchdringen konnten, da scheinbar ein un-
günstiger Weg ‚eingeschlagen worden war, indem die neun positiven und
neun negativen Typen weicher Eisenmassen nach Poisson beibehalten blieben;
18 geometrische Konstruktionen sind ebensowenig zu übersehen wie die
ursprüngliche mathematische Formel, ;
_ Die Analyse auf Grund der ’graphischen Darstellung einer Teilerscheinung
findet sich in der einschlägigen Literatur mehrfach vor, eine einheitliche
graphische Lösung der Deviationsprobleme auf elementarem Wege scheint
jedoch noch nicht versucht worden zu sein,
Über die geometrische Darstellung obiger Probleme veröffentlichte der
Verfasser dieses eine Abhandlung in den »Mitteilungen aus dem Gebiete des
Seewesens — Pola«, deren wesentlicher Inhalt in teilweise geänderter Form
unter Weglassung der mathematischen Beweise im folgenden wiedergegeben wird.
II. Allgemeines.
Jeder Magnet übt auf Eisenmassen Kräfte aus, deren Bereich das Feld
des Magnets genannt wird. Ideale gewichtslose und frei bewegliche Partikel
von Nordmagnetismus beschreiben in diesem Felde geschlossene Bahnen,
Kraftlinien, deren Richtung die jeweilige Lage der wirksamen magnetischen
Kraft angibt, Feldrichtung. Zahlreiche Kraftlinien geben ein anschauliches
Bild des Verlaufes sämtlicher vorhandenen Kräfte und sind daher zur graphischen
Darstellung der Feldrichtung besonders geeignet.
Die Anzahl der Kraftlinien wird derart gewählt, daß auf die Flächen-
einheit eines auf die Linien senkrechten Querschnittes ebenso viele entfallen,
als die Maßzahl der jeweiligen Kraft im gewählten Einheitensysteme ausmacht.
(Einer Felddichte der Erde von z. B. 0,5 absoluten Einheiten gleich 5 Gauss-
Einheiten entspricht eine halbe Kraftlinie pro cm®, auf die magnetische
Einheit wird eine Kraft von 0,5 dyn = 0,5 mg ausgeübt.) Die Zahl der
Kraftlinien ist daher das jeweilige Maß der Feldstärke und ebenso wie die
Feldrichtung Veränderungen unterworfen,
In einiger Entfernung vom hervorrufenden Magnete werden Feldrichtung
und Stärke innerhalb relativ beschränkter Räume unveränderlich, die Kraft-
linien verlaufen in gleichen Abständen voneinander geradlinig und parallel,
das Feld ist homogen. Diese Annahme kann bezüglich des Erdfeldes auf
den Raum ausgedehnt werden, welchen das größte Schiff einnimmt; gut
zusammengestellte Kompaßrosen sind derart aufgebaut, daß das Schiffsfeld im
Bereiche der Rosenmagnete gleichfalls als homogen angesehen werden kann.
Die einfachste Form eines magnetischen Feldes ergibt sich für einen
Stahlstab von kleinem Querschnitte, welcher genau in seiner Längsrichtung