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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

54 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1905. 
nannten Geodäten Jewreinow und Luschin, die in 1722 die erste Karte der 
Kurilen herstellten, wurden in 1745 die Geodäten Jurlow und Uschakow mit 
der Vermessung der Westküste von Kamtschatka beauftragt. In 1859 folgte 
Kapitän Jelez mit der Vermessung der Küste von der Wladimir-Bucht bis 
zur Plastun-Bucht. In 1866 und 1867 vermaß Hauptmann Bjelkin die West- 
küste von Sachalin von Dui bis zum Kap Krilon und weiter bis nach Korsa- 
kowsk. Endlich in 1875 erfolgte unter Leitung des Oberst Bolschew die 
topographische Aufnahme der Küste von der Plastun-Bucht bis zur De 
Castries-Bucht. 
Die nach den letzteren Vermessungen hergestellten Karten waren jedoch 
wegen Mangels einer genügenden Anzahl trigonometrischer Punkte ungenau, 
so daß sie nachträglich von der Ende 1897 ausgerüsteten hydrographischen 
Expedition berichtigt werden mußten, 
Mit der Verlegung des Kriegshafens von Nikolajewsk nach Wladiwostok 
in 1872 und der darauf in der Bucht Peters des Großen schnell zunehmenden 
Schiffahrt machte sich bald ein Mangel an genauen Karten dieser Gegend 
sowie überhaupt an der ganzen russischen Küste bis zum Bering-Meer fühlbar. 
In 1880 wurde daher von der hydrographischen Abteilung des russischen Marine- 
ministeriums eine genaue Vermessung der Küsten des russischen Stillen Ozean- 
Gebiets unter Leitung des Kapt. Stenin eingeleitet, der seine Arbeit mit der 
Vermessung der Bucht Peters des Großen begann. Erst im Jahre 1897 konnte 
die Karte dieser Bucht herausgegeben werden. Um die Vermessung der übrigen 
Gegenden zu beschleunigen, die in der bisherigen Weise mit vorhergehender 
genauer Triangulation noch Jahrzehnte gedauert hätte, wurde in 1897 die 
Vermessungstätigkeit anders organisiert. Von der genauen Triangulation im 
Anfange der Vermessungsarbeiten sollte in Zukunft abgesehen werden. Man 
wollte sich mit den zur Herstellung genauer Karten notwendigen astronomisch 
bestimmten trigonometrischen Punkten begnügen. Topographische Aufnahmen 
und Seevermessungen mit Booten sollten auf Ankerplätze, Buchten, Küstenriffe 
und wichtige Landspitzen beschränkt werden, ; 
Ende 1897 wurde eine besondere Expedition unter Leitung des Oberst 
Dschanko zur Vermessung des russischen Gebietes im Stillen Ozean gebildet. 
Zunächst war als Aufgabe der Expedition nur die Beschaffung der nötigen 
Grundlagen zur Herausgabe neuer Karten für den Teil des Japanischen Meeres 
von der Bucht Peters des Großen bis zum Ausgang in das Ochotskische Meer 
vorgesehen, Mit der Besitzergreifung der Kwantung-Halbinsel jedoch und der 
nahe gelegenen Inseln am 15. März 1898 erweiterte sich das Arbeitsfeld der 
Expedition beträchtlich, da der Ersatz der vorhandenen ungenauen Karten 
dieses Gebietes durch neue eine Neuvermessung desselben erforderlich machte. 
Im Jahre 1898 arbeitete die Expedition ausschließlich im Amur Liman zur 
Herstellung einer genauen Karte des Sachalin-Fahrwassers. In 1899 wurden 
die Ostküste der Kwantung-Halbinsel und die Inseln in der Nähe nach Osten 
bis zur Jalu-Mündung vermessen. Im folgenden Jahre wurden die Arbeiten 
im Gelben Meere fortgesetzt und außerdem im Tataren-Sund an der Küste 
von der Plastun-Bucht bis zur De Castries-Bucht trigonometrische Punkte 
bestimmt, um die ungenaue Karte dieser Gegend zu berichtigen. In den 
folgenden Jahren bis 1904 wurde nur in den Gewässern der Halbinsel Kwantung 
gearbeitet, sowohl an der Ostseite als auch an der Westseite dieser Halbinsel. 
Während der ganzen Dauer der Expedition von 1898 bis 1904 wurden Strom- 
und Pegelbeobachtungen ausgeführt, Küstenansichten gezeichnet und photo- 
graphisch aufgenommen, magnetische, meteorologische und hydrologische 
Beobachtungen angestellt, Außerdem wurden noch Segelanweisungen für das 
Sachalin-Fahrwasser und für die Jalu-Mündung aufgestellt und nach Möglichkeit 
Versuche mit dem Sterneckschen Pendel gemacht. 
Die Ergebnisse der astronomischen und magnetischen Beobachtungen 
der, Expedition sind im Novemberheft des »Morskoi Sbornik« (1904) ver- 
öffentlicht. Von den letzteren sind nachstehend eine Anzahl für die wichtigsten 
Punkte gegeben,
	        
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