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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1905. 
Niedrigwasser nur 2,7 m Wasser, und der Tidenhub beträgt dort 0,3 bis 0,9 m, 
so daß Seedampfer außerhalb der Mündung ankern und dort das Holz laden 
müssen, das in. Leichtern oder Flößen flußabwärts gebracht wird. Dazu 
kommt noch die gefährliche 40 Sm lange Fahrt durch den seichten Petschora 
Liman, die bei dem vielfach unsichtigen Wetter nur unter kundiger und ent- 
schlossener Führung ausgeführt werden kann, trotzdem die Vermessungs- 
arbeiten im Jahre 1902 schon die größten Schwierigkeiten des Fahrwassers 
beseitigt haben. Das Haupthindernis für die Fahrt im Petschora Liman 
bildet jedoch das Eis, das die Schiffahrtszeit sehr verkürzt. Der Indiga-Fluß 
dagegen wird wegen seiner südlicheren und westlicheren Lage früher eisfrei, 
die breite Mündungsbucht bietet für die Einsteuerung keine Schwierigkeit, 
und die Schiffe können auf den Ankerplätzen innerhalb der Barre geschützt 
laden. Es besteht auch der Plan, durch eine Eisenbahn den schiffbaren Teil 
des Indiga-Flusses mit dem Dorfe Oksina an der Petschora zu verbinden und 
so seine Bedeutung noch zu heben, 
Bezeichnung der Plosskija Koschki. Auf der Fahrt von der Indiga- 
Mündung, die am 28. Juli verlassen wurde, nach der Karischen Straße wurde 
eine Bake auf dem Ostende der Plosskija Koschki (Sandbänke vor der Süd- 
küste der Insel Kolgujew) errichtet. Diese Bake ist sehr nützlich, da man 
vom Osten kommend die schmale Bank wegen der ungleichmäßigen Tiefen 
von 27 bis 36 m auf einer Strecke von 20 Sm östlich davon nicht anloten 
kann. Von Kolgujew lief der Dampfer »Pachtussow« nach der Petschora- 
Bucht, wo die Vermessung der Guljajew-Bänke ergänzt und die 9 m-Linie an 
der Seeseite der östlichen dieser Bänke bestimmt wurde, 
Vermessung der Küste beim Kap Medinsky Saworot. Da die Karische 
Straße durch dichtes Eis gesperrt war, lief der Expeditionsdampfer längs der 
Westgrenze des Packeises an der Westküste von Nowaja Semlja nach Norden, 
um in die Straße Matotschkin Scharr einzudringen, Diese war jedoch durch 
Eis ebenfalls unzugänglich, und man konnte sich ihr nur auf 25 Sm Ent- 
fernung nähern. Auf dem Rückwege nach Süden wurden Lotungen und hydro- 
logische Beobachtungen!) ausgeführt. Da der Zugang zur Karischen Straße 
noch immer gesperrt war, wurde eine Strandaufnahme der Küstenstrecke 
zwischen der Insel Pesjakow und dem Kap Medinsky Saworot vorgenommen, 
Lotungen längs dieser Küstenstrecke ergaben in 11/, bis 3 Sm Entfernung 
i1 bis 13 m. Die Wassertiefe in 11/, Sm Abstand vom Kap wurde zu 9 m 
gefunden, Der Ankerplatz im Schutze des Kaps und einiger trockenfallender 
Sandbänke ist bei Niedrigwasser für Schiffe bis 4 m Tiefgang zugänglich. 
Gleichzeitig wurde ein neuer Zugang nach der Jugor-Straße zwischen dem 
Kap und der Insel Maly Selenets aufgefunden, der besonders dann von 
Nutzen ist, wenn der Weg nördlich von der Insel Matwejew durch Eis 
gesperrt ist. 
Vermessung des Ankerplatzes in der Ljamtschina-Bucht. Nachdem am 26, 
August die Vermessung der Dyrowata-Bucht an der Westküste der Insel Wai- 
vatsch ergänzt worden war, wurde mit der Vermessung des nördlichen Teiles 
der Ljamtschina-Bucht (Südwestküste von Waigatsch) begonnen, wo guter 
Ankerplatz auf 7,9 m nahe bei einer kleinen Insel gefunden wurde. Die Bucht 
ist nur gegen Südostwinde ungeschützt und bildet einen guten Zufluchtsort 
mit gleichmäßiger Tiefe von 9 bis 11m, Nur auf der Breite der nördlichen 
Einfahrtshuk nahe an der Ostküste der Bucht liegen zwei blinde Klippen 
mit 0,6 m Wasser, die bei Seegang branden, Einlaufend muß man sich näher 
an der Westseite halten. Am 6. September wurde die Rückreise nach Ar- 
changel angetreten. 
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