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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Herrmann, J.: Die russischen hydrogr. Forschungen im Nördlichen Eismeere im Jahre 1903. 59 
Die russischen hydrographischen Forschungen im Nördlichen Eis- 
meere im Jahre 1903. 
Nach dem Bericht des Oberst F. Drishenko. 1) 
Die Aufgaben der russischen hydrographischen Expedition nach dem 
nördlichen Eismeere?) bestanden für das Jahr 1903 in der teilweisen Neu- 
vermessung des Fahrwassers der Dwina-Mündung, Fortsetzung der Vermessung 
der Orlowschen Bänke im Weißen Meere, Vermessung der Indiga-Bucht und 
des Indiga-Flusses, Untersuchung der Zufahrten zum Kap Medinsky Saworot, 
sowie Vermessung der Karischen Straße, der Ostküste der Halbinsel Jalmal 
und der Weißen Insel. Falls jedoch die Karische Straße durch Eis geschlossen 
sein sollte, war die weitere Vermessung der Straße Matotschkin Scharr (No- 
waja Semlja) und des Fahrwassers nördlich von den Guljajew-Bänken (Pet- 
schora-Mündung) in Aussicht genommen, Die Vermessung der Karischen 
Straße, der Ostküste von Jalmal, der Weißen Insel und der Straße Matotsch- 
kin Scharr konnte jedoch wegen Eises nicht ausgeführt werden. Leiter der 
Expedition war Oberst F. Drishenko, Führer des Expeditionsdampfers »Pach- 
tussow« der Kapitän II. Ranges Studnitzky. ; 
Vermessungsarbeiten in der Dwina. Der Frühling setzte im Jahre 1908 
früher als gewöhnlich ein, so daß das Eis in der Dwina schon am 11, April 
aufging. Die, Vermessungsarbeiten in der Dwina, die das Fahrwasser vom 
Südende der Insel Brewennik .bis zum Nordende der Insel Tschajatschy und 
die Strecke von der Südgrenze des städtischen Fahrwassers bis zur Bahn- 
station umfaßten, konnten daher schon am 5. Mai begonnen werden und 
wurden am 31. Mai beendet. Pegelbeobachtungen wurden bei der Insel Bre- 
wennik ausgeführt. Die Vermessung der Orlowschen Bänke, zu der der 
Dampfer »Leutnant Owtsyn« zugezogen wurde, konnte auch in diesem Jahre 
wegen ungünstigen Wetters und Maschinenschadens des Dampfers »Leutnant 
Owtsyn« nicht vollendet werden. Beide Schiffe liefen am 17. Juni wieder 
in Archangel ein, 
Vermessung der Indiga-Bucht und des Indiga-Flusses wurde vom Dampfer 
»Pachtussow« am 28, Juni begonnen und am 23, Juli beendet. Die Indiga- 
Bucht ist nur gegen Winde von WSW über W bis N nicht geschützt. Die 
Tiefe beträgt auf der Verbindungslinie der beiden Einfahrtshuken, der Kaps 
Barmin und Swjatoi Noss, 141/„, bis 161/, m und nimmt nach dem Innern der 
Bucht allmählich ab. Die Insel Timonets, die 10 Sm südsüdwestlich vom Kap 
Swjatoi Noss liegt und eine natürliche 10 Sm weit sichtbare Landmarke 
bildet, hat nur an der Nordseite in weniger als 3 Kblg Entfernung Riffe. 
Die Wassertiefe auf der Barre, die sich in der Südostecke der Indiga-Bucht 
befindet, beträgt ungefähr bei Hochwasser 4 m, während das Fahrwasser über 
die Barre in den Indiga-Fluß 4m bei Niedrigwasser hat. Im Flusse selbst 
innerhalb der Barre befinden sich vor allen Winden gut geschützte Anker- 
plätze mit 51/, bis 9 m Wasser, Grund Schlick. Weiter flußaufwärts beträgt 
die Wassertiefe nur noch 3 m. Der Fluß wurde bis 40 Werst oberhalb der 
Barre untersucht. Da der Tidenhub in der Indiga-Mündung 1,5 bis 2,7 m 
beträgt, können bei Hochwasser Dampfer bis 5,5 m Tiefgang in den Fluß 
einlaufen, sobald das Fahrwasser betonnt oder durch Leitmarken kenntlich 
gemacht ist, Die Erschließung des Indiga-Flusses für die Schiffahrt ist be- 
sonders für die Holzverschiffung von Wichtigkeit, die bisher auf der Petschora 
mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte. Die Petschora-Barre hat bei 
1) Tmxporpadingeckia paGotH BB Chsepuomp ‚TexosmtoM® Oxeauß 85 1903 roxy. Morskoi 
Sbornik 1904, Heft 8. 
%3 Vgl. »Ann., d. Hydr. ete.« 1903, S. 492,
	        
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