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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1905. 
ab. Etwa eine bis zwei Minuten nach dem Verschwinden des Oberrandes 
der Sonne, der übrigens sehr oft, aber nicht immer, im letzten Moment den 
viel erwähnten grünen Strahl zeigte, lag auf dem Horizont ein heller Streif, 
der sich rings um den Himmel herumzog, im Westen leuchtend gelbrot und 
im Norden und Süden mattgrau oder leicht gelblich war und im Osten in 
einen etwa 2° breiten purpurnen Streifen überging. Dieser Purpurstreif im 
Osten war durch eine ungefähr 1*/,” breite blaugrüne Zone vom Horizont 
geschieden. Uber diesem rings um den Horizont herumlaufenden, im Westen 
am hellsten leuchtenden Streifen erhob sich dort, wo die Sonne untergegangen 
war, ein goldiger Glanz, der allmählich in einen sehr hellen, weißblauen, bis 
zur Höhe von etwa 20° aufragenden Kreis überging. An diesen Kreis 
schlossen sich nach beiden Seiten hin gelbgrüne, lange, sehr spitzwinklige 
Dreiecke an, die mit der Spitze und einer der Langseiten auf dem Horizont 
ruhten. Aus untenstehender Skizze ist die Lage dieser Dreiecke gegen den 
hellen, weißblauen, runden Fleck und die Kimm ersichtlich, Nach einigen 
Minuten erschien die erste Andeutung einer zwischen ungefähr 10° und 40° 
Höhe liegenden Purpurkuppel im Westen, die von der jetzt mehr ins Gelb- 
braune spielenden Farbe des Horizontes durch eine blasse, blaugrüne Farbe 
getrennt war, während sich auf beiden Seiten der Kuppel ein helles, himmel- 
blaues Feld bis ungefähr zum Nord- und Südpunkte des Horizontes ausdehnte, 
Der Purpur im Osten war inzwischen matter geworden und höher gestiegen, 
und der Himmel unter ihm hatte eine stumpfe, blaugraue Farbe angenommen, 
die etwas heller war, als die ebenfalls stumpfe, dunkelblaue, fast blauschwarze 
des übriyen Himmels, Während nun die Tiefe der Sonne unter dem Horizont 
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von 3-7 bis 5° anwuchs, verschwand der Purpur im Osten und machte einer 
matten, bis etwa 22° Höhe aufragenden Gegendämmerung Platz, die als 
schmaler Streif den ganzen Horizont entlanglief, Gleichzeitig wurden die 
Purpurkuppel im Westen, deren intensiverer Kern von etwa 15° Breite sich 
leuchtend aus der im Maximum etwa 70° breiten matteren Purpurfarbe 
heraushob, und die blaugrünen Töne zwischen Purpurkuppel und Horizont 
und im Norden und Süden leuchtender und frischer, Je tiefer sich nun die 
Purpurkuppel zum Horizont hinabsenkte, um so flacher wurde ihre Wölbung, 
bis sie nur noch wie eine plankonvexe Linse auf dem Horizont ruhte, und 
um so leuchtender wurde das fahle Gelbbraun des Westhorizontes, während 
im Osten unter einem helleren Graublau graue Töne mit einem Stich ins 
Braune auftraten, Als der erste Purpurschein völlig verschwand, lag an seiner 
Stelle ein blaßblaues, nach rechts und links hin in himmelblaue Töne über- 
gehendes Feld und darunter ein gelbrotes, etwa 4° bis 5° hohes Segment über 
dem westlichen Horizont. Die Sonne stand dann im Mittel 6'/,” unter dem 
Horizont, — Ein zweites Purpurlicht, das nicht so hell war wie das erste, 
erschien meist bei einer Tiefe der Sonne von 7° bis 8° unter dem Horizont, 
Zwischen ihm und den gelbroten Horizontfarben zeigten sich blasse, matt- 
blaue Farben. Ein himmelblaues Feld, das sich fast immer seitwärts an die 
Purpurkuppel und die darunter liegenden blaßblauen Farben anschloß, war 
merkwürdigerweise immer nur nach einer Seite hin ausgedehnt, während sich 
nach der andern Seite hin eine bräunliche Trübung erstreckte. Leider habe 
ich nur drei schriftliche Aufzeichnungen über die Lage dieser bräunlichen 
Trübung gemacht. Sie lag zwischen dem West- und Südpunkte des Horizontes 
am 25, Juli auf 42° N-Br., zwischen dem West- und Nordpunkte am 8, März
	        
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