van Bebber, W. J.: Bemerkenswerte Stürme.
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höher gelegenen Stadtteilen, In Scarborough sind von der 1000 Fuß langen schönen Mole mit
ihrem breiten Promenadenwege und Pavillon, die einen der Hauptanziehungspunkte dieses beliebten
Seebadeortes bildete, nur etwa 100 Fuß stehen geblieben. Trotz der starken Eisenkonstruktion wurde
der ganze Rest niedergerissen und liegt jetzt auf dem Meeresgrunde begraben. In einem anderen
beliebten Badeort, Lowestoft, herrschte gleichfalls eine große Überschwemmung. In Broadstairs, dem
Lieblingsaufenthalt von Charles Dickens, schlug die Flut über die 60 Fuß hohen Klippen und riß
einen Teil derselben mit der dort nach Westgate führenden Straße fort. In Walton on the Naze,
wo die See schon ein großes Stück Landes mit der Kirche und dem Kirchhof und einigen Farmen
weggespült hat, ist auch bei dem Anstürmen der Flut ein weiterer Teil der Klippen eingestürzt.
Überall wurden auch kleinere Schiffe und Bademaschinen sowie Kiosks, Sitzbänke, und was sich
sonst auf dem Strande befand, fortgerissen. Erfreulicherweise sind bei diesem furchtbaren und un-
erwarteten Sturm und der eindringenden Flut kaum irgendwelche Menschenleben verloren gegangen,
dies gilt auch, soweit bisher festgestellt werden kann, von den Fischerflotten, .
Brüssel, 7. Januar. Seit gestern abend wütet wieder ein heftiger Sturm. Im Armelkanal
herrscht hoher. Seegang. Neue Unfälle werden befürchtet.
Helgolund, 7. Januar. Seit der letzten Nacht wütete hier ein orkanartiger Nordweststurm
mit Hochflut. Die Landungsbrücke ist größtenteils weggeschlagen, auch die Düne hat sehr gelitten.
Der Postdampfer »Silvana« blieb des Sturmes halber hier, Ein schwer havarierter Dampfer passierte
eben Helgoland mit Kurs nach der Elbe,
Beobachtungen von Dämmerungserscheinungen, angestellt auf See.
Von Dr. Johannes Möller, Oberlehrer in Elsfleth.
Die schönen Dämmerungserscheinungen, die sich in den letzten Jahren
wieder gezeigt haben, wenn auch nicht in so glänzender Weise wie nach dem
Ausbruch des Krakatoa, veranlaßten mich, während einer fast einjährigen
Seereise an Bord des Schulschiffes »Herzogin Sophie Charlotte« einige Beob-
achtungen über ihren Zusammenhang mit.der Tiefe der Sonne unter der Kimm
anzustellen, da sich hieraus Schlüsse auf die Höhe der Luftschichten ziehen
lassen, in denen die Ursache dieser eigentümlichen Lichterscheinungen zu
suchen ist. Im Anschluß hieran machte ich einige Beobachtungen über die
sogenannte bürgerliche und astronomische Dämmerung, hauptsächlich um fest-
zustellen, ob ein Zusammenhang mit der geographischen Breite bemerkbar
wäre. Sehr bedauere ich, daß ich nicht im Besitze der wichtigsten meteoro-
logischen Instrumente war, die bei den Beobachtungen von Dämmerungs-
phänomenen immer mitbenutzt werden sollten, z. B. eines Feuchtigkeitsmessers,
eines Spektroskops zur Beobachtung der Regenbänder im Spektrum u, a. m.
Leider wurde der größte Teil meiner Zeit durch meine Berufspflichten und
durch andere Beobachtungen, über die ich an dieser Stelle und in den
»Astronomischen Nachrichten« noch berichten werde oder schon berichtet
habe, so in Anspruch genommen, daß das über die Dämmerungserscheinungen
gesammelte Material nur sehr gering ist. Ich veröffentliche es aber trotzdem,
nicht nur, da es als Ergänzung zu anderen Beobachtungen benutzt werden
könnte, sondern hauptsächlich, um Seeleute zu ähnlichen Beobachtungen, die
so leicht anzustellen sind, anzuregen. Wertvoll können Beobachtungen aus
allen Breiten sein, besonders aber solche aus den Tropen, in denen die meteoro-
logischen Institute dünner gesät sind als bei uns.
Meine Aufmerksamkeit wandte sich besonders dem Purpurlichte zu, das
sich in den letzten Jahren während der Dämmerung wieder besonders stark
gezeigt hat. Ich behalte die Bezeichnung »Purpurlicht« bei, die sich in der
meteorologischen Literatur festgesetzt hat, mache aber solche Beobachter, die
sich bisher wenig mit den Dämmerungsfarben befaßt haben, darauf aufmerksam,
daß unter der Bezeichnung des Purpurlichtes nicht jenes brennende Rot zu
verstehen ist, das sich sehr bald nach Sonnenuntergang im Westen zeigt,
sondern ein zartes Rosa von größerer Ausdehnung, das zunächst in der Höhe
zwischen ungefähr 10° und 40° über dem Horizont auftritt und etwa eine
Viertelstunde nach Sonnenuntergang am auffallendsten ist.
Während der ganzen Dauer. meiner Reise, vom Sommer 1903 bis zum
Frühjahr 1904, spielte sich die Erscheinung immer in. der gleichen Weise