Teil IV. Die Stürme,
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Windstärke 11 ist also nur im westlichen Teile beobachtet worden, und
zwar 6 Mal. Windstärke 10 und mehr kommt in den Agyptischen Gewässern
nur 2 Mal, in dem Tyrrhenischen Meere nur 3. Mal, dagegen im Ionischen
Meere 12 Mal und im westlichen Teile 39 Mal vor. Das Zurücktreten der
Ägyptischen Gewässer und des Tyrrhenischen Meeres zeigt sich also auch,
wenn man die schweren Stürme allein für sich betrachtet. Man erkennt auch
hieraus wieder die Sonderstellung, die das Tyrrhenische Meer in vielen Be-
ziehungen und besonders gegenüber dem westlich von Sardinien und Korsika
gelegenen Mittelmeerteil einnimmt; auch in den Richtungen der nicht stür-
mischen Winde des Tyrrhenischen Meeres waren ja erhebliche und wesentliche
Ahweichungen von den Windrichtungen sowohl des westlichen Mittelmeeres
als auch des Ionischen Meeres zu verzeichnen,
Die jahreszeitliche Verteilung der Sturmrichtungen. Daß im
ganzen Mittelmeer die Richtungen im Winter und im Frühling denen des
ganzen Jahres ziemlich entsprechen, ist eine Folge davon, daß 6/„ aller Beob-
achtungen auf diese beiden Jahreszeiten fallen. Bemerkenswert ist es, daß im
Herbst die Stürme aus dem NO-Quadranten, also nicht die des NW-Quadranten,
an erster Stelle stehen, und daß der SW-Quadrant dann überhaupt fehlt.
Ferner fällt es im Frühling auf, daß die SO-Richtungen viermal häufiger auf-
treten als die SW-Richtungen, während beide im Winter gleich oft vorkommen,
Im westlichen Teil des Mittelmeeres ist bemerkenswert, daß im Herbst auf
10 Stürme aus nördlichen Richtungen nur einer aus Süden, aus dem SO-
Quadranten: kommt, Im Tyrrhenischen Meere überwiegen SO-Stürme über
NW-Stürme im Winter, der einzigen Jahreszeit, die eine nennenswerte Anzahl
Stürme hier aufweist. — Im Ionischen Meer, das im Winter die allgemeine
Winterfolge: der Häufigkeit zeigt, nämlich NW, NO, SO, SW, ist im Frühling
diese Reihenfolge gerade umgekehrt, nämlich SO, NO, NW, und zwar ist der
Prozentsatz der SO-Stürme so groß wie der der NW-Stürme im ganzen Mittel-
meer und im Jahre nahezu !/,. SO-Stürme im Frühjahr scheinen also für
das Ionische Meer charakteristisch zu sein. — Im Agyptischen Meere kommt
eigentlich nur der Winter mit 7 Fällen in Betracht; hier erreichen die SW-
Stürme einen so hohen Prozentsatz, wie sonst in keinem Teile des Mittelmeeres
und in keiner anderen Jahreszeit,
Die Winddrehung in den Stürmen. Die Winddrehung während
eines Sturmes ergibt sich aus dem Vergleich der Richtung zu Anfang und zu
Ende des Sturmes; sie hängt ab von der Verlagerung der Isobaren und der Orts-
veränderung des Schiffes, Hat man eine große Menge Beobachtungen für dieselbe
Dampferstrecke auf der Aus- und Heimreise, so darf man annehmen, daß der
Einfluß der Eigenbewegung des Schiffes ausgeschaltet worden ist, Die Zahl
der‘ Beobachtungen hier genügt nur für vorläufige Ergebnisse, Hiernach be-
trägt im westlichen Teil des Mittelmeeres bei Stürmen aus dem östlichen Halb-
kreis die Drehung im Mittel 1.8 Strich nach links, bei solchen aus dem westlichen
1.2 Strich nach rechts (N—0—S-—W gilt als Drehung nach rechts, mit dem Uhr-
zeiger). Im Tyrrhenischen Meer geht die Drehung in allen Quadranten durch-
schnittlich nach rechts und zwar um etwa 1.4 Strich, — Im Ionischen Meer
beträgt die Drehung im SW-, NW- und NO-Quadranten nur 0.4 Strich nach
rechts, im SO-Quadranten geht sie nach links und beträgt 1.6 Strich. — In
den Ägyptischen Gewässern beträgt die durchschnittliche Drehung bei Stürmen
aus dem westlichen Halbkreis 2,3 Strich nach rechts, bei Stürmen aus dem
NO-Quadranten 4.0 Strich nach links. ,
Dies alles sind Mittelwerte, während die folgende Übersicht die
Einzelwerte der Winddrehung in den Stürmen des Mittelmeeres erkennen 1äßt.
m
Quadrant
NO
so ’ SW
NW
Sinn der Drehung . . . . .. N keine 7\ I | keine | /\ | ZN ‚keine 7x 7 keine | 7x
Gesamtbetrag in Strichen . . , 61 0 17151 01221 3 0 | 27 | 35 0 | 112
Anzahl der Fälle . .. .. 13| 22 8111 10| 7] 2 7 7114| 35 | 33
Mittlere Drehung in Strichen . | 4,7 ‚2.1|46 3.1] 1.5 3,9 | 2.5 3.4
Bei Winden aus den zwei östlichen Quadranten geht also die Wind-
Aarehung häufiger und mehr nach links herum, gegen die Bewegung des Uhr-