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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Februar 1905, 
Mansardenzimmer erfroren aufgefunden, Infolge des kolossalen Eisganges sind im Elektrizitätswerk 
die Leitungen unterbrochen. Die ganze Gegend ist ohne Kraft und Licht. 
Rom, 3. Januar, Seit heute früh schneit es in Neapel. Der Trambahnverkehr erlitt große 
Störungen. Seit 1890 hat Neapel keinen Schnee gehabt, 
Am 1. Januar sank die Temperatur zu Rom auf — 3°, zu Neapel auf 
— 314°, zu Caggiano auf — 10°, zu Potenza auf — 8°, zu Sassarı auf — 31/,°, 
IV. Sturm vom 6. auf den 7. Januar 1905. 
Kaum war die erste Woche des neuen Jahres vergangen, als wieder ein 
neuer orkanartiger Sturm über die Unterelbe dahinbrauste, jedoch war seine 
Dauer verhältnismäßig nur kurz, indem sich diese nur auf die Nacht vom 
6. bis 7. Januar beschränkte. Am Abend des 6. hatte das Wetter wenig den 
Anschein, einen schweren Sturm im Gefolge zu haben. Aber kurz vor Mitter- 
nacht setzte eine heftige Regen- und Schneeböe ein, in der plötzlich der frische 
Südwestwind nach Nordwest umsprang und nun mit orkanartiger Gewalt 
dahinraste. Rasch folgten die schweren Sturmböen aufeinander bis zur frühen 
Morgenstunde; erst nach Sonnenaufgang wurden sie selten und weniger heftig. 
Gewaltige Wassermassen wurden unseren Küsten zugetrieben, so daß wieder 
allenthalben Sturmfluten eintraten. 
Ein Minimum, welches am Vortage nördlich von Schottland erschienen 
war, hatte eine südöstliche Bahn eingeschlagen und passierte in der Nacht 
vom 6. auf den 7. Dänemark, Die Wetterlage wird durch die nebenstehende 
Wetterkarte vom 6. Januar 8 Uhr morgens und abends veranschaulicht. 
-- 
7 Kr 
S.Jan.1905 
8b Morgens 
Einige wenige Zeitungsnotizen mögen hier eine Stelle finden, 
London, 9. Januar, Erst jetzt lassen sich die Verwüstungen übersehen, welche die Flutwelle 
in der Nacht vom Freitag auf Sonnabend längs der Nordseeküste Englands angerichtet hat. Die 
Zerstörungen an. Molen, Kais und Gebäuden werden auf wenigstens sechs Millionen Mark beziffert. 
Dazu gesellte sich noch, daß durch die stauende Flut alle in die Nordsee mündenden Flüsse in 
ihrem unteren Laufe über die Ufer traten und arge Überschwemmungen anrichteten. In den niedrig 
gelegenen Teilen der heimgesuchten Städte waren überall die Erdgeschosse der Häuser und die 
Keller unter Wasser gesetzt; der dadurch angerichtete Schaden ist bei der oben genannten Summe 
nicht in Rechnung gezogen. Man fürchtet auch, daß durch diese Überschwemmungen die gesundheit- 
lichen Verhältnisse in den betreffenden Städten eine arge Verschlimmerung erfahren und Krankheiten 
verursachen werden. Am schwersten heimgesucht wurden wohl Yarmouth und Scarborough. In der 
ersteren Stadt wurde die ganze prachtvolle Marinepromenade zerstört. Die Wellen spielten, wie ein 
dortiger Bericht sagt, mit den großen Quartersteinen und tonnenschweren Blöcken von Mauerwerk 
»Fußball«. Das Meereswasser staute zugleich den Fluß Yarcso arg_an, daß ein großer Teil der 
Stadt bis zum ersten Stockwerk hinauf unter Wasser gesetzt war, Überall sah man Möbel, Wagen, 
Fässer und alle Arten von Hausgeräten in dem Wasser treiben, und die von Furcht erfüllten Ein- 
wohner des unter Wasser gesetzten Stadtteiles flüchteten durch die Fenster auf Boote nach den
	        
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