16 Wind, Strom, Luft- u. Wassertemperatur auf den wichtigsten Dampferwegen des Mittelmeeres.
Ägyptische Gewässer.
N —Quadranten
aa 3
Felder >
NO SO | SW | NW | Stillen
0/ !
Me
Of
Candia, SW,.... 29 13 / 8 40 3
Candia, SO ..... 29 9 9 47 6
Nildelta, N. ..., 37 7 6 44 6
NW-Winde sind auch im Herbst hier noch sehr häufig, obschon sie im
Vergleich zum Sommer um etwa 20°, abgenommen haben. Auch die NO-
Winde sind im Herbst stark vertreten, stärker sogar als im Sommer, so daß
*/, aller Beobachtungen auf nördliche Winde kommen. Die Stillen sind doppelt
so häufig als im Sommer. — Im ganzen betrachtet, zeigt der Herbst folgende
charakteristische Züge der Windverteilung: im Osten und Norden des Mittel-
meeres überwiegen NW-Winde, im westlichen Teile des Mittelmeeres und im
Tyrrhenischen Meer ist die Verteilung nach Quadranten häufig gleichmäßig,
nur treten die auflandigen Winde vielfach zurück.
u
Teil II. Die Luftdruck verhältnisse.,
Die in dem vorigen Abschnitte auf Grund der Schiffsbeobachtungen ge-
schilderten Windverhältnisse in den einzelnen Teilen des Mittelmeeres und in den
verschiedenen Monaten und Jahreszeiten stehen naturgemäß im engsten ursäch-
lichen Zusammenhang mit der Luftdruckverteilung. Von einer Berechnung der
an Bord abgelesenen Barometerstände behufs Zeichnung mittlerer Monatsisobaren
konnte abgesehen werden. Der neue Rungsche Atlas!) gibt eine vorzügliche
Darstellung der in Betracht kommenden Verhältnisse im Mittelmeer, und zwar
unter besonderer Benutzung der »täglichen synoptischen Wetterkarten vom
Nordatlantischen Ozean« der Jahre 1881 bis 1895, in welchem ja auch die
wichtigsten deutschen Schiffsbeobachtungen im Mittelmeer s, Zt. Verwendung
gefunden haben; allerdings dürften gerade in dem Mittelmeergebiet die lang-
jährigen Beobachtungen der Landstationen für den Verlauf der Isobaren im
einzelnen meist ausschlaggebender gewesen sein als die immerhin vereinzelten
Schiffsbeobachtungen.
Es empfiehlt sich, an der Hand der Rungschen Karten, von denen
vier Ausschnitte für das behandelte Gebiet wiedergegeben werden —
s. Tafel 13 —, kurz die wichtigsten Charakterzüge des Verlaufes der Isobaren
zu schildern, um ein tieferes Verständnis der Luftströmungen zu gewinnen.
Die folgenden Zeilen dieses einen Abschnittes beruhen also, als einzige der
ganzen Arbeit, nur sehr teilweise und nur indirekt auf dem Orivginalmaterial
der Deutschen Seewarte,
Dezember. Der westliche Teil des Mittelmeeres und das Tyrrhenische
Meer werden von einem Tiefdruckgebiet eingenommen, dessen Kern etwas
westlich von Korsika mit 761 mm legt. Von hier steigt der Druck schnell
nach Süden, nach Westen und am schnellsten nach Norden hin an. Das
Jonische Meer und die Agyptischen Gewässer haben anscheinend einen sehr
gleichmäßigen, ebenfalls niedrigen Luftdruck, gewissermaßen die flackere Fort-
setzung des Tiefdruckgebietes im westlichen Becken; doch läßt die sehr geringe
Zahl der benutzbaren Landstationen einen ganz sicheren Schluß auf die wirk-
lichen Druckverhältnisse über dem südöstlichen Mittelmeer nicht zu, Auch
hier steigt der Luftdruck nach dem umgebenden Lande hin etwas an, schneller
im Ionischen Meere, langsamer in den Ägyptischen Gewässern, in beiden viel
langsamer als im westlichen Teile,
Januar (s. Tafel 13). Die Verhältnisse haben sich im westlichen Teile
und im Tyrrhenischen Meere noch etwas verschärft; der Kern des Tiefdruck-
gebiets liegt mit 760 mm eben westlich vor der Straße von Bonifacio. Im
Ionischen Meere und in den ÄAgyptischen Gewässern sind Veränderungen kaum
merklich,
4 Vol. Revartition de In pression atmosphcrique sur 1’Enrove. Copenhague 19041