iQ Wind, Strom, Luft- u. Wassertemperatur auf den wichtigsten Dampferwegen des Mittelmeeres.
Syrakus 18°% aus. — Ägyptische Gewässer, Hier ist der NW wenig zu-
rückgegangen; nördlichere Richtungen und eine Zunahme der Stillen machen
sich bemerkbar. Monsunartig beständig sind eigentlich nur noch die NW-
Winde in den Ägyptischen Gewässern; der Höhepunkt dieser auffälligen und
oharakteristischen Winde ist jedenfalls mit September schon überschritten.
Oktober (Tafel 11).
Westlicher Teil. Westliche Winde sind überall stärker zum Durch-
bruch gekommen, je nach der Lage mehr SW oder mehr NW. Die Winde
sind auch frischer, wenn auch Windstärke 7 nicht vorkommt. Die Zahl der
Stillen ist geringer; sie machen vor Toulon 13°/, aus. — Tyrrhenisches
Meer. Die Winde sind ziemlich gleichmäßig über alle Quadranten verteilt,
nur bei Stromboli herrschen östliche Winde vor; die Stillen erreichen im süd-
lichen Tyrrhenischen Meer noch immer */, aller Beobachtungen, — Ionisches
Meer. Südlich und östlich von Sizilien ist die Verteilung der Windrichtungen
ziemlich gleichmäßig. Auch südöstlich von Sizilien sind alle Winde gut ver-
treten, jedoch mit einem kleinen Übergewicht an SO-Winden, und westlich von
Candia mit einem Übergewicht an NW-Winden. — Agyptische Gewässer.
Nördliche Winde haben ein entschiedenes Übergewicht, nur südwestlich von
Candia machen sich auch SO-Winde einigermaßen bemerkbar. Windstärke 7
und mehr tritt nach den hier vorliegenden Beobachtungen im Oktober noch
nirgends im Mittelmeer auf,
November (Tafel 12).
Das Auffallendste ist das Auftreten von Windstärke 7 und mehr in allen
Teilen des Mittelmeeres, die im Oktober noch ganz fehlte; damit wird der
Übergang zum Winter deutlich markiert. — Westlicher Teil. Seewärts von
Malaga sind zwar östliche Winde nahezu ebenso häufig wie westliche, aber
vor Algier und Tunis behaupten westliche Winde ihr Übergewicht, wenn auch
andere Richtungen besonders seewärts von Cagliari gut vertreten sind. West-
lich und nördlich von den Balcaren sind die Winde aus dem nordwestlichen
Halbkreis die häufigsten und stärksten, vor Toulon die vom nördlichen Halb-
kreis. Die Drehung SW, NW, N, von den Balearen bis vor Toulon ist gut
bemerkbar. Vor Toulon machen die Stillen noch !/, aller Beobachtungen aus, —-
Tyrrhenisches Meer. Ilier setzt sich die Drehung weiter fort, vor Livorno
Ost, seewärts von Neapel mehr SO, bei Stromboli meist südliche Richtungen,
Nordwestlich von Sizilien treten Nordwinde am meisten zurück, Die Stillen
haben sehr abgenommen und betragen im Süden !/, aller Beobachtungen, —-
[onisches Meer, Südlich von Sizilien treten die NO-Winde am meisten
zurück, südöstlich davon alle Winde aus dem östlichen Halbkreis, östlich von
Sizilien die NW-Winde. Westlich von Candia ist die Verteilung um ‚den
Kompaß gleichmäßig. — In den ägyptischen Gewässern üben nach wie
vor Nordwest- und Nordwinde eine entschiedene Herrschaft aus; Winde aus
südlichen Richtungen sind selten und meist schwach. Die große Zahl Stillen
südwestlich von Candia, 17°, ist wenig verläßlich, da die Zahl der Beob-
achtungen hier 100 nicht erreicht. Der Durchschnitt aus den Monaten De-
zember und Oktober, 6°/., dürfte der Wirklichkeit hier mehr entsprechen,
Teil IX, Die Winde nach Jahreszeiten.
Um ein Bild zu gewinnen, das von den mannigfachen Zufälligkeiten
der Beobachtungen in den einzelnen Monaten und von den örtlichen Verhält-
nissen mancher Gegenden möglichst frei ist, empfiehlt es sich nunmehr, die
Winde auch nach Jahreszeiten zusammengefaßt und im Überblick über das
yanze Mittelmeer, soweit es hier in Betracht kommt, kurz zu behandeln. Wir
fassen dabei zugleich die 16-Strichrose in eine 4-Strichrose zusammen, indem
wir für alle Windrichtungen von Nord bis ONO die Richtung NO setzen, von
Ost bis SSO die Richtung SO usw. Es ergeben sich dann folgende Tabellen,