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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Teil I. Die Winde nach Monaten. 
Mittelmeeres, wo wir ja auch östlich von Gibraltar meistens Winde entweder 
aus Westen oder aus Osten beobachten (s. S. 5. Februar). Die NO-Winde treten 
südlich von Sizilien jedenfalls ganz zurück. Östlich von Sizilien überwiegen 
bei weitem die Winde aus dem westlichen Halbkreise; ganz zurück treten die 
vcein östlichen Winde. Westlich von Candia sind die Änderungen gegen den 
Februar gering; die meisten Winde gruppieren sich um die Richtungen NW 
und SO; die rein östlichen Winde treten am meisten zurück, Die Zunahme 
der Stillen östlich von Sizilien ist erheblich, es sind jetzt 9°, gegen 39% im 
Februar. — Ägyptische Gewässer. Die häufigste Windrichtung ist auch 
im März NW, die Hauptänderung im Vergleich zum Februar liegt in der Ab- 
nahme südlicher Richtungen. Diese Abnahme kommt südwestlich von Candia 
meist den nordwestlichen Richtungen zugute, vor dem Nildelta besonders 
nordöstlichen, In dem Meeresteil zwischen Candia und Barka, also südlich 
von Candia, ist das Vorherrschen einmal von WNW- und dann von OSO-Win- 
den auffällig. Wir haben also im März an drei Stellen deutliche Beispiele 
für die Abhängigkeit der vorherrschenden Windrichtungen von der Richtung, 
in welcher mehr oder weniger breite Meeresarme sich erstrecken; das erste 
Beispiel war die Meeresgegend östlich von Gibraltar, das zweite diejenige 
zwischen Sizilien und Tunis, und zum dritten Male wiederholt sich die Er- 
scheinung in diesem Monate südlich von Candia, Windstärke 7 B und darüber 
kommt im März noch überall vor. 
April (Tafel 5). 
Westlicher Teil. Westliche Winde überwiegen wieder über östliche 
seewärts von Kap de Gata, während sich vor Algier beide Richtungen mehr 
die Wage halten. Seewärts von Philippeville und Biserte fällt die Abnahme 
südlicher Winde im Vergleich zum März besonders auf. Die häufigsten Winde 
sind hier Ost und NW. Westlich von den Balearen treten besonders westliche 
und nordöstliche Winde am häufigsten auf, während nördlich von den Inseln 
die stärksten Winde immer noch von NW wehen, wenn auch andere Winde mit 
Ausnahme der SO-Winde nicht selten sind. Vor Toulon ist die Verteilung 
noch gleichmäßiger, aber auch hier sind die NW-Winde noch etwas häufiger 
und stärker als die anderen. — Die Windstillen erreichen seewärts von 
Toulon 15%. Windstärke 7 B kommt ‘noch in jedem Windstern vor. — In 
dem Tyrrhenischen Meer ist die auffallendste Erscheinung die Abnahme der 
Windstärken. Während im März Windstärke 7B und darüber in jedem Wind- 
stern und bei vielen Richtungen auftritt, ist sie im April überhaupt nicht vor- 
handen. Auch die Stillen erreichen mit 16 °%% nordwestlich von Palermo den 
höchsten Wert im Mittelmeer. Vor Livorno überwiegen die Richtungen aus Ost 
und Süd, seewärts von Neapel die NW- und SO-Richtungen. Bei Stromboli fällt 
weitaus die größte Menge der Beobachtungen auf die Richtungen NW über 
SW bis SO, während nordwestlich von Sizilien die Verteilung über die Wind- 
rose ziemlich gleichmäßig ist mit Ausnahme der SW-Richtung, die ganz zurück- 
tritt. — Ionisches Meer. Südlich von Sizilien gruppieren sich die meisten 
Winde um die Richtungen NW und OSO; Winde aus südwestlicher Richtung 
sind am seltensten, Auffallend ist hier der große ‚Prozentsatz stürmischer 
Ostwinde. Südöstlich von Malta und Sizilien ist die Verteilung ganz ähnlich, 
nur ist die Stärke sehr viel geringef.. Östlich von Sizilien ist die Verteilung 
der Winde auf alle Richtungen sehr gleichmäßig, während sie sich westlich 
von Candia wieder mehr um die Striche WNW und O0SO gruppieren. Im 
ganzen Ionischen Meere sind die SW-Winde am schwächsten vertreten. — 
Ägyptische Gewässer, Südwestlich von Candia gruppieren sich die Winde 
in hohem Maße um die Richtungen NW und OSO, ähnlich wie meist im 
Ionischen Meere; weiter fehlen auch hier wie dort SW-Winde. Die östlichen 
Winde treten hier manchmal stürmisch auf. Südöstlich von Candia überwiegen 
die NW-Winde stark, vor dem Nildelta, die auflandigen nördlichen Winde, 
während ablandige fast fehlen; es ist dies ein sehr charakteristischer Umstand 
für dieses Gebiet, der sich in den folgenden Monaten noch weiter verstärkt. 
Die Stillen nehmen auch hier zu: sie machen südöstlich von Candia 10%, aus.
	        
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