Wind, Strom, Luft- u. Wassertemperatur auf den wichtigsten Dampferwegen des Mittelmeeres.
beobachtungen (man vergleiche z, B. die Tafeln 6 bis 9) sind höchst inter-
essant, — Um die Besprechung der Einzelheiten übersichtlich zu gestalten,
wurde das ganze Gebiet in vier große Abschnitte zerlegt:
|, den westlichen Teil, bis zum Meridian von Korsika und Sardinien,
genauer bis 10° O-Leg;
2. das Tyrrhenische Meer, zwischen Italien, Sizilien, Sardinien und
Korsika, genauer nördlich von 38° N-Br., östlich von 10° O-Lg.;
3. das Ionische Meer, zwischen 34- und 38° N-Br. 10° und 25°’ O-Lg.,
also von Tunis oder Kap Bon über Malta bis Candia und von Messina bis
Candia;
4, die Ägyptischen Gewässer, von Barka oder Candia bis Port Said,
genauer südlich von 34° N-Br, bis 327” O-Lg.
Teil I. Die Winde nach Monaten.
Dezember (Tafel 1).
Westlicher Teil. Von Gibraltar bis Tunis und Sardinien überwiegen
Westwinde, und zwar gehen die Richtungen von West umsomehr nach Nord-
west, je weiter Östlich man kommt. Mit der östlicheren Stellung nehmen auch
gleichzeitig die seewärts von Malaga noch ziemlich häufigen Ostwinde ab,
sowohl an Häufigkeit wie an Stärke, Daß die Ostwinde ihre größte Häufigkeit
und Stärke auf der ersten Strecke von Gibraltar aus entfalten, hängt zum Teil
wohl mit der Erstreckung des Landes in der Östwestrichtung und der Nähe
des offenen Ozeans zusammen. Aus dem Überwiegen der stärkeren nördlichen
Winde hier, seewärts von Malaga, gegenüber den seltenen und viel schwächeren
südlichen Richtungen ersieht man, wie aus den eingezeichneten Wegen, daß
die Beobachtungen meist nördlich von der Mittellinie dieses Meeresteiles liegen,
da im Winter allgemein Luft vom kälteren Lande auf die wärmere See abfließt.
Südlich von der Mittellinie, näher nach der afrikanischen Küste hin, dürfte
ein abgeschwächtes Spiegelbild — Nord und Süd vertauscht — annähernd
den tatsächlichen Verhältnissen entsprechen,
Auf der Strecke von den Balearen bis Genua überwiegen nordwestliche
und nördliche bis nordöstliche Winde, während die südlichen zurücktreten,
Der Einfluß des nächsten Landes macht sich mit Bezug auf die Richtungen
besonders bei dem Windstern seewärts von Barcelona geltend, nördlich von
den Balearen. An der nördlichen Seite des Windsternes liegen fast alle häufig
auftretenden Windrichtungen. Bei dem nächsten Windstern, seewärts von
Toulon, ist das Übergewicht der Winde vom Lande her auch noch vorhanden,
aber nicht mehr in demselben Maße wie vorher. Für den westlichen Teil des
Mittelmeeres gilt allgemein folgendes: Westnordwestwinde sind vorherrschend,
aber auf dem Wege nach Genua geht diese Richtung mit wachsender Breite
mehr über in NW und Nord, indem der winterliche Abfluß der Luft von Land
nach See hier die vorherrschende Richtung in dem genannten Sinne beein-
flußt und ändert. Windstärken von B7 und mehr sind häufig; vor Toulon
machen die Stillen 11%, aus. — Tyrrhenisches Meer. Der Weg Genua—
Neapel— Messina führt dicht unter Land hin. Die im vorhin beschriebenen
westlichen Teil des Mittelmeeres auf dem Wege von den Balearen nach Genua
bemerkte Winddrehung im Sinne des Uhrzeigers setzt sich bis Messina weiter
fort; vor Livorno ist die Hauptrichtung etwa Ost, seewärts von Neapel O0SO
und in der Umgebung von Stromboli SO, Bei den beiden nördlichen Wind-
sternen macht sich die allgemeine Westrichtung wenigstens noch in den
Stärken bemerkbar, aber bei Stromboli fällt auch diese letzte Erinnerung an
die Westwinde weg, da hier die SO-Richtungen auch höhere Stärken auf-
weisen, Der Windstern nordwestlich von Palermo zeigt keine besondere
Charakteristik, nur scheint die NNO-Richtung etwas über die SSW-Richtung
zu überwiegen; das Zurücktreten der Westwinde ist hier das Auffallendste.
Die meisten Windstillen, 12%, wurden nördlich von der Straße von Messina
beobachtet. Dies ist auch der höchste Wert, der im ganzen Mittelmeer in
diesem Monat vorkommt. —- Ionisches Meer. Die beiden Windsterne süd-