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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste, 
AL 
110. Cranz, 
Zu 1. Die Küstenbevölkerung ist von dem Sturmwarnungswesen sehr befriedigt. 
Zu 2. Die Sturmwarnung wird von allen Klassen der Bevölkerung beachtet, hauptsächlich von den 
Fischern. Sobald ein Telegramm der Seewarte erscheint bei Winter- und Herbstzeiten, wird 
nicht ausgefahren. So würde der Verlust von Fischereigeräten und oftmals von Menschenleben 
zu beklagen sein, wenn die Sturmwarnungsstelle nicht wäre. . . 
Zu 3. Die Sturmwarnungen werden so schnell wie möglich unter die Bevölkerung der Fischer 
verbreitet, 
Zu 5. Um 10, 11 bis 12 Uhr und noch später abends. 
Zu 6. Es sind nach meinem Ermessen durch die Sturmwarnungen mehrere Schäden verhütet worden, 
so insbesondere im Jahre 1892. 
Zu %. Das Sturmwarnungswesen für unsere Gegend könnte durch eine weiter sichtbare Laterne 
verbessert werden. Unser Ort zählt 60 bis 70 Fischer, die auch bei Nacht fischen, 
gez. 6. Suppliett, Signalist, 
111. Heidekrug, 
Zar 1. Daß es eine dankbare Einrichtung ist, indem verschiedene Fischer durch die ergangene 
Sturmwarnung vor dem Verlust ihrer Netze behütet wurden, 
Zu 3. Ja, die Fischer verhalten sich zunächst abwartend und gehen event. ihrem Berufe nicht 
nach. Geladene Fahrzeuge verankern sich vor der Mündung des Rußstromes. 
Zu 3. Sofort nach Eingang des Telegramms wird das betreffende Signal aufgezogen, die Depesche 
in dem Sturmwarnungskasten zur Kenntnisnahme für die Bevölkerung ausgehängt. 
Zu 4. Nein. 
Zu 5. Am nächstfolgenden Morgen. 
Zu 6. Nichts zur Kenntnis gelangt. 
Zu 7%. Indem die Bevölkerung noch mit den etwa zu erwartenden Windstärken bekannt gemacht 
werden könnte. 
112. Sarkaun., 
Zu 1. Daß die Sturmwarnungen im allgemeinen für die Fischerbevölkerung von Nutzen sind, 
Zu 2. Die Fischer holen bei angemeldetem Sturm ihre Netze aus der See und legen keine 
neuen ein. 
Zu 8. Durch Aushang werden sie zu jedermanns Kenntnis gebracht. 
Zu 4. Nein. 
Zu 5. Am nächsten Tag morgens 8 Uhr. 
Zu 6. Wie unter 2. 
Zu 7. Vorschläge sind diesseits nicht zu machen. 
gez. Kichr, Signalist. 
113. Rossitten. 
Zu 1. Die Küstenbevölkerung hierselbst ist mit dem Sturmwarnungswesen, abgesehen. von Wünschen 
um kleine Abänderungen, zufriedengestellt. 
Zu 3. Die Sturmwarnungen werden genau beachtet. Sobald ein Signal gehißt wird, bleiben die 
* Fahrzeuge im Hafen, oder die fahrenden Fahrzeuge suchen, sobald sie das Signal sehen, Schutz. 
Zu 3. Sobald das Sturmwarnungstelegramm ankommt, wird das angeordnete Signal gehißt, eine 
Abschrift von dem betreffenden "Telegramm im Dorfe in einem Glaskasten ausgehängt, die 
Sturmwarnung wird den Fischern bekannt gemacht und dabei auf die Gefahr hingewiesen. 
Zu 4. Abschriften an Personen sind nicht erforderlich, denn sobald ein Signal gehißt ist, wird 
dasselbe von den Fischern bemerkt und die Sturmwarnung gelesen. 
Zu 5. Die Sturmwarnungen, die um 81, Uhr abends von der Deutschen Seewarte ausgegeben 
werden, treffen am folgenden Morgen 8 Uhr auf der Sturmwarnungsstelle ein. 
Zu 6. Wenn ein Sturmwarnungstelegramm vor Eintritt des Sturmes bekannt gemacht werden 
kann, wird viel Schaden und Unglück verhütet. 
7. Das Sturmwarnungswesen könnte nach Angaben der Fischer dadurch verbessert werden, 
daß an Stelle der jetzigen kleinen roten Signallaterne eine größere weiter sichtbare Laterne ge- 
hißt würde. da die kleine Laterne in dunklen Nächten nicht weit auf dem Haff zu sehen ist, 
gez. Petereit. Leuchtfeuerwärter. 
Zur 
Zu 
114. Nidden, 
1. Die hiesigen Fischer achten auf die Sturmwarnung sehr wenig, weil sie ihrem Gewerbe im 
Haffe gerade bei starkem Winde nachgehen. 
2. Die Sturmwarnung wird hier sehr wenig beachtet, denn, trifft eine Sturmwarnung ein und 
der Sturm ist noch nicht eingetroffen oder nicht stark, so Jaufen die Fischer ruhig zum Fischen 
aus. Sind sie auf dem Haffe und es wird Sturmsignal gezogen, so bleiben sie so Tange draußen, 
bis der Sturm zu stark wird, erst dann laufen sie entweder an eine geschützte Stelle auf der 
Nehrungs- ’oder auf der litauischen Seite und bleiben da liegen, bis der Sturm nachläßt. Die 
Fahrzeuge ‚sind ‚so gebaut, daß sie starken Sturm vertragen können. In See wird nur bei 
ruhigem Wetter, im Sommer mit Strandgarn und Heisnetz auf Flunder, nicht weit vom Lande 
gefischt. Küstenfahrer in See sind hier nie zu bemerken.
	        
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