Die. Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste.
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102. Pillau.
Zu 1. Im allgemeinen werden die Sturmwarnungen als eine für die beteiligten Kreise nützliche
Einrichtung betrachtet.
Zu 2, Die Fischer. richten sich im allgemeinen nur insofern nach den Sturmwarnungen, als sie
das: Auslaufen in See zum Legen der Netze aufgeben, wenn schon auch: andere Anzeichen für
stürmisches Wetter vorhanden sind, oder der Wind schon aufgefrischt‘ hat.
Kleinere nicht sehr seetüchtige Küstendampfer achten auf die Sturmwarnungen; die größeren
Seedampfer in der Regel nicht.
Zu 3. Die Verbreitung der Sturmwarnungen erfolgt durch die Signale an den Signalmasten und
werden jene auf diese Weise schnell bekannt. Der Aushang erfolgt auf dem Lande an den
den Fischern leicht zugänglichen dafür bestimmten Stellen. — Häufig indes trifft die Sturm-
warnung seitens der Seewarte erst ein, wenn der Sturm schon den Höhepunkt erreicht hat.
Zu 4. In einzelnen geeigneten Fällen.
Zu 5. Zwischen 11 und 12 Uhr abends,
Zu 6. Ist nicht nachzuweisen. Für die Fischer sind sicher, wenn sie die Warnungen beachtet
haben, häufiger Schäden verhütet worden.
Zu ZZ. Zeitigeres Eintreffen der Sturmwarnungen.
Wasserbauinspektion.
103. Pillau.
Zu 1, Die Einrichtung wird allgemein als gut anerkannt.
Zu 2. Fischer und Küstenfahrer beachten die Sturmwarnungen, und es ist bemerkt worden, daß Schiffe,
wenn schon Segel gesetzt und sie im Begriff nach See zu gehen waren, beim Setzen des Signals
am Signalmast wieder zu Anker gegangen sind.
Die Dampfer beachten weniger die Warnungen, wenn der Sturm nicht bereits eingesetzt hat
und grobe. See herrscht.
Zu 3. Am Tage wie auch in der Nacht wird etwa 5 bis 10 Minuten nach Eingang des Telegramms
das Signal gesetzt.
Zu 4. In geeigneten Fällen an die Bauwarte, Schiffsführer, Baggermeister usw. .
Zu d. Zwischen 11 und 12 Uhr abends.
Zu 6. Siehe bei 2. Auch ist durch die zu 4 angeführte Benachrichtigung öfter durch Bergen von am
Wasser lagernden Booten, Hölzern usw. Schaden verhütet. - .
Zu 7%. Indem die signalisierten Stürme präziser durch die Körper bezeichnet würden und nicht
nur durch den Ball.
Die Mannschaft eines zu Anker liegenden Schiffes ist nicht immer in der Lage, an Land
zu kommen, um die Sturmwarnungsdepesche zu lesen. Sie würde hierdurch aber leichter über
die Richtung des zu erwartenden Sturmes orientiert werden.
104. Pillau.
Zu 1. Die Küstenbevölkerung, besonders die Fischer und kleinen -Segelschiffe, legen viel Wert auf
das Sturmwarnungswesen,
Zu 3, Die Sturmwarnungen werden von den Fischern, besonders aber von Segelschiffen und
kleineren Dampfern, immer beachtet, und es verlassen diese Schiffe den Hafen nicht, wenn das
Sturmwarnungssignal aufgezogen ist.
Größere Dampfschiffe nehmen von den Sturmwarnungssignalen wenig Notiz.
Zu 3. Die Sturmwarnungssignale werden, sobald hier die Sturmwarnungen telegraphisch eintreffen,
sofort an dem dazu bestimmten Signalmast aufgezogen; die Sturmwarnung‘ (das Telegramm)
selbst: wird in dem vor dem Königlichen Lotsenkommandanturgebäude befindlichen dazu be-
stimmten Sturmwarnungskasten zur Öffentlichen Kenntnis ausgehängt und, wie die Wahr-
nehmungen ergeben, sehr viel von dem Schiffahrt treibenden Publikum gelesen.
4. Abschriften von den Sturmwarnungen werden hier nicht erteilt, es ist auch bis jetzt ein der-
artiges Ersuchen nicht vorgekommen.
Zu 5. Die im Winter nach 8! Uhr abends von der Deutschen Seewarte ausgegebenen Sturm-
warnungstelegramme werden hier nachts von dem Telegraphenamt in der Lotsenwachtstube
niedergelegt, und werden die Sturmwarnungssignale dann sofort am nächsten Morgen, sobald
der Lotsendienst beginnt, d. i. mit Tagesanbruch, gehißt. :
Zu 6. Daß Schäden durch die Sturmwarnungen direkt verhütet wurden, kann hier nicht nach-
gewiesen werden und ist wohl auch schwer zu konstatieren.
Zu 7%. Meines Erachtens genügt das Sturmwarnungswesen für die hiesige Gegend vorläufig.
Telephonverbindung, die das Lotsenamt in Pillau leider nicht hat, obgleich hierorts Telephon,
würde auf viele Anfragen schnellere Auskunft geben.
105. Palmnicken.
Zu 1. Es ist ein gutes Werk, das Signalwesen, und die Fischer können sich in vielen Fällen genau
nach den Signalen richten.
Zu 3. Wenn nicht irgend Not ist und es noch angeht, in See zu gehen, .um die Netze, welche die
Fischer ausgesetzt haben, noch einzuholen. ; i
Zu 3. Durch Aushang in dem Sturmwarnungskasten,
Zu 4. Die Fischer haben Karten mit. den Abbildungen‘ der Signale und können sich. hiernach
genau orjentieren.