Die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste,
Se
93. Neufahrwasser.
Zu 1. Es wird im allgemeinen für praktisch und gut gehalten.
Zu 2. Ja, sie werden beachtet besonders von auslaufenden Schiffen. Kleinere Schiffe sind öfter
der Sturmwarnung halber nicht ausgelaufen. Größere Schiffe schieben das Auslaufen einer
Sturmwarnung wegen nicht auf. .
3. Die Sturmwarnungen werden in dem ‚dazu bestimmten Kasten an der Eingangstür des
Lotsenhauses sofort nach ihrem Eintreffen. ausgehängt. Alle auslaufenden Schiffe müssen das
Sturmwarnungssignal auf eine Entfernung von etwa 50 m passieren.
Zu 4. Nein.
Zu 5. Zwischen 10 und 12 Uhr abends.
Zu 6. Ja, es ist anzunehmen.
Zu 7%. Indem die Sturmwarnungen, die nach 8'/, Uhr ‚abends von der Deutschen Seewarte aus-
gegeben werden, auch den übrigen Sturmwarnungsstellen dieses Bezirks noch "an demselben
Abend zugehen und nicht wie bisher erst am. nächsten Morgen,
gez, Ewert, I V. des Sigenalisten.
94. Neufähr bei Groß-Plekendorf. ;
Zu 1. Wird mit einigen Ausnahmen von den Fischern als zweckmäßig erachtet,
Zu 2. Es ist wiederholt beobachtet worden, daß Fischer, welche mit ihren Booten in See gehen
wollten, durch das Signal der Sturmwarnungsstelle sich von dem Ausgange abhalten ließen.
Zu 3. Durch Aushang des Original-Telegramms sofort nach Ankunft desselben in dem Kasten für
Sturmwarnungstelegramme an belebter Straße.
Zu 4. Nein.
Zu 5. Gegen 10 Uhr abends bezw. am anderen Tage morgens 8 Uhr.
Zu 6. Wie zu 2. Kinzelfälle, daß Fischer trotz des Sturmwarnungssignals in See gingen, später
vom Sturm überrascht wurden und hierbei ihren Untergang fanden bezw. den Verlust ihrer
Boote zu erleiden hatten, sind in den Jahren 1896, 1898 und 1902 vorgekömmen.
7. Daß in der Nähe des Kastens, welcher für den Aushang der Telegramme bestimmt ist, eine
Laterne angebracht wird, damit die Interessenten in der Lage sind, den Wortlaut der Depesche
auch abends ablesen zu können.
gez. Jaruschewski, Sienalist.
95. Hela.
Zu 1. Kin jeder ist mit dem Sturmwarnungswesen vertraut und lobt dessen Einrichtung. _
Zu 2. Die Sturmwarnungen werden von den Fischern und Küstenfahrern sehr beachtet, indem sie
den Hafen nicht verlassen.
Zu 3. Die Sturmwarnungen kommen hier per Telephon an und werden sofort ausgehängt,
Zu 4. Abschriften von Sturmwarnungen hat noch keiner verlangt. .
Zu 5, . Die nach 8'/, Uhr abends ausgegebenen Sturmwarnungen kommen den anderen Tag 8 Uhr
morgens an.
Zu 6. Schäden werden durch die Sturmwarnung bei den Fischern viel verhütet, weil sie ihre Netze
bei Zeiten bergen können.
Zu 7. Für diese Gegend ist das Sturmwarnungswesen vollständie befriedigend.
96. Schiewenhorst.
Zu 1. Das Urteil in meiner Gegend bezüglich des Sturmwarnungswesens bei der Küstenbevölkerung
hat sich sehr günstig herausgebildet.
Zu 2, Die Sturmwarnungen der Seewarte werden von den verschiedenen Klassen der Bevölkerung
als Fischer, Küstenfahrer, passierenden und zum Auslaufen bereiten Schiffen und Fahrzeugen
sowie von Baggern in und vor der Mündung beachtet und auch befolgt.
3. Die Sturmwarnungen werden sofort nach Ankunft auf der Telegraphenstelle möglichst rasch
und schnell durch Hissen des betreffenden Signals am Signalmast und durch Aushängen der
Telegramme in dem dazu bestimmten Kasten verbreitet.
4. Abschriften von den Sturmwarnungen werden nicht gegeben, da die Sturmwarnungen auf
drei Stellen aushängen.
5. Die Sturmwarnungen, die im Winter nach 8!/, Uhr, abends von der Deutschen Seewarte
ausgegeben werden, kommen am nächsten Morgen nach Öffnung der betreffenden Telegraphen-
station hier an.
Zu 6. Durch die Sturmwarnungen wurde verhütet, daß Küstenfischer ihre Sachen in See brachten
und dadurch vor Schaden verschont wurden, was in den Monaten Januar und Februar ver-
schiedene Mal vorkam.
7% Das Sturmwarnungswesen in hiesiger Gegend könnte dadurch verbessert werden, daß die
Sturmwarnungen, die im Winter nach Sin Uhr abends von der Deutschen Seewarte ausgegeben
werden, auch hier noch am selben Abend gezeigt werden und so den Fischern noch vor Aus-
laufen am frühen Morgen bekannt wären.