Die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste.
-
Abschriften werden nicht gegeben,
Die Sturmwarnungen vom Abend erhalte ich den anderen Morgen um 7 Uhr.
Es ist nicht nachzuweisen, daß durch die Sturmwarnung Schäden verhütet worden sind.
Ich kann keinen Vorschlag zur Verbesserung angeben.
gez. Brandt, Signalisf.
71. Greifswalder Oie,
Zu 1. Die Fischer, die hier verkehren, sind der Meinung, daß das Sturmwarnungswesen eine gute
und praktische Einrichtung ist.
Zu 2. Ich habe oft beobachtet, daß, sobald Sturm signalisiert ist, die Fischer ihre Netze nicht
einsetzen, oder die stehenden Netze sofort einholen.
Zu 3. Ich teile den Fischern das Sturmtelegramm mündlich mit, ebenso den Stand des Barometers.
Der Sturmwarnungskasten hängt anı Leuchtturm etwa 1,5 kın vom Seemannsheim.
Zu 4. Nein.’
Zu 5. Morgens zwischen 8 und 9 Uhr.
Zu 7. Daß an Stelle der jetzigen roten Petroleumlaterne, die des Nachts inımer ausgeht, eine
elektrische Laterne eingestellt würde.
gez. Rothbart, Leuchtfeueroberwärter.
72. Ahlbeck.
Zu 1. Die Fischer am hiesigen Ort haben größeres Vertrauen gegen früher zu der Sturmwarnung
eäußert.
Zu 5 Bei stark fallendem Barometer und rechtsdrehenden Winden aus westlicher Richtung kommen
die Fischer nach der Signalstation, ob auch Sturm telegraphiert ist. .
Zu 3. Sobald die Sturmwarnung bei mir ankommt, wird das betreffende Signal sofort am Signal-
mast aufgezogen und die Depesche im Kasten ausgehängt.
Zu 4. Abschriften von den Depeschen werden nicht gemacht, weil die Fischer, bevor dieselben zum
Fischfang ausfahren, erst zum Sturmmast gehen,
5 Die nach S!/, Uhr in Hamburg aufgegebenen Sturmwarnungsdepeschen kommen in der
Regel gegen 10 auch 10!/, Uhr abends an, das Signal wird bei nicht zu chınklem Wetter bald
nach der Ankunft aufgezogen, sonst am nächsten Morgen bei Tagwerden.
6. Direkt ist es nicht nachweisen, daß Unglücksfälle verhütet sind, jedoch gehen die Fischer
nicht so Jleichtsinnig in See, wenn das Sturmsignal gehißt ist.
7. Eine Verbesserung wäre nur soweit erwünscht, daß am Sturmsignalmast das Sturmsignal
etwas höher gehißt werden könnte, da die Fischer, welche östlich von demselben wohnen, das
Sturmsienal schlecht sehen können.
73. Swinemünde.
Zu 1. Im allgemeinen hat die Küstenbevölkerung gegen früher noch größeres Vertrauen zum
Sturmwarnungswesen gefaßt,
Zu % In der Regel werden die Sturmwarnungen beachtet. Bei angezeigten Nordstürmen, den für
unsere Küste gefährlichsten, lassen sich viele Schiffer abhalten in See zu xehen. Namentlich
bleiben Segelschiffe im Hafen.
3. Sobald die Sturmwarnungsdepesche angekommen ist, wird das angegebene Signal am Mast
gehißt, welches innerhalb 30 Minuten geschicht, und die Originaldepesche selbst im Flur des
ST hE Ta es ausgehängt, wo, wie. bekannt, dieselbe auch von ausländischen Schiffern viel
velesen wird.
£. Bis jetzt sind nur Abschriften von den Sturmwarnungsdepeschen gemacht von den Offizieren
der hier liegenden Kriegsschiffe, sonst keine. Die täglichen Wetterberichte und vorkommende
Sturmwarnungen werden von der Redaktion der Swinemünder Zeitung an demselben Tage noch
in ihrem Blatte gedruckt ausgegeben.
5. Diese Depeschen kommen 30 bis 45 Minuten nach Aufgabe hier an und werden dann die
betr. Signale mit Sonnenaufgang den nächsten Morgen gehißt.
Zu 6. Annehmen läßt sich, daß durch die Beachtung der Sturmwarnungssignale Schäden verhütet
worden sind. Schiffe, die kurz vor Hissen der Signale ausgingen, kehrten mit zerrissenen Segeln
und Schitfsrumpfbeschädigungen nach hier schnell zurück.
7. So wie die Sache jetzt gehandhabt wird, läßt sich eine Verbesserung wohl nicht anbringen.
Bei heranziehenden Nord- und Nordweststürmen könnten die Sturmwarnungen öfter schon cher
hier gemeldet sein. da es hier schon manchmal stark geweht hat. ehe die Depesche hier war.
7
74. Swinemünde.
Zu 1. Das Sturmwarnungswesen wird sowohl von Fischern wie von den vorbeitahrenden Schiffen
beachtet, so daß beide Teile gewarnt werden und ihre Vorsichtsmaßregeln treffen können,
Zu 2, Die Fischer bleiben beim Sichten der Sturmsignale entweder im Hafen zurück, oder halten
sich in der Nähe desselben auf. Die vorüberfahrenden Schiffe treffen ihre Vorrichtungen. nach
der Windrichtung, woher der Sturm zu erwarten ist.
3. Nachdem die Sturmwarnungstelegramme eingegangen sind, werden die Signale sofort auf-
gezogen, die Telegramme ausgehänet und auch mündlich die Fischer gewarnt,