Die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste. 21
Zu 3. Die Sturmwarnungen werden, soviel wie ich beobachtet habe, sofort durch Hissen der betreffenden
Signale bekannt gegeben, auch werden die Sturmwarnungstelegramme in einem hierzu vor-
handenen Kasten schriftlich zum Aushang gebracht, oder auch, wo dieser nicht ‚vorhanden,
öffentlich im Lokal des betreffenden Wärters zur Einsicht ausgelegt. ;
Zu 4. Es ist mir nicht bekannt geworden, daß einzelne Abschriften von den Sturmwarnungen
weder verlangt noch abgegeben sind. ;
Zu 5. Nach angestellten Ermittelungen kommen die‘ nach 81/,- Uhr“ abends von der Deutschen
Seewarte ausgegebenen Sturmwarnungen zwischen 10 und 11 Uhr nachts auf hiesigen Stationen an.
Zu 6. Es ist wohl anzunehmen, daß viele Unglücksfälle und Schäden durch die Sturmwarnung
verhütet werden, jedoch. sind mir Einzelfälle dieser Art nicht bekannt geworden,
%. Da in der Ostsee bei Hiddensoe nahe der Küste viele Fischer die Heringsnetz- und Flunder-
fischerei in der Nacht betreiben, so wäre vielleicht zu empfehlen, auf Barhöft das Sturm-
warnungswesen. auch durch Nachtsignale zu verbessern.
gez. Sengbusch, Oberfischmeister.,
63. Stralsund. .
Zu 1. Die Küstenbevölkerung erkennt an, daß die Einrichtungen des Sturmwarnungswesen für sie
von Nutzen sind.
Zu 2. Die Warnungen werden beachtet. Schiffe und Fischerboote, welche zum Ausfahren bereit
liegen, lassen sich durch das Aufhissen der Sturmsignale vom Auslaufen zurückhalten. In See
befindliche Fischerboote kehren, sobald das Signal gehißt ist, in den Hafen zurück oder gehen,
wenn es’ nicht mehr möglich ist, unter Schutz.
Die vor Anker liegenden Fahrzeuge treffen Vorkehrungen, um sich vor Schaden zu behüten,
Zu 3. Sobald ein Telegramm eingeht, wird das bestimmte Signal gehißt in Barhöft und in Kloster,
Zu 4. Nein. ;
Zu d. In Barhöft zwischen 10 und 11 Uhr abends, In Kloster meistens erst am nächsten Morgen
um 8 Uhr. .
Zu 6. Ja. Es unterliegt keinem Zweifel, daß durch die zu Md. Nr. 2 genannten Vorkehrungen
zahlreichen Beschädigungen und Unglücksfällen vorgebeugt wird.
Zu %. Durch Nachtsignale.
(Wasserbaninspektion.)
64. Wittower Posthaus.
Zu 1. Soviel mir bekannt, hält man das Sturmwarnungswesen für sehr zweckmäßig.
Zu 2, Die Sturmwarnungen werden jetzt sehr beachtet und wird mit dem Ausgehen in See hierauf
Rücksicht genommen.
Zu 3. Weiterverbreitet werden sie hier nicht, da hierzu keine Gelegenheit ist,
Zu 4. Die Abschriften werden in dem dazu bestimmten Kasten ausgehängt,
Zu 5. Manchmal abends gegen 10 Uhr, sonst am nächsten Morgen gegen 8 Uhr. .
Zu 6. Spezielle Fälle sind mir nicht bekannt.
Zu Z. Das hiesige Sturmwarnungssignalsystem genügt für die hiesigen Verhältnisse.
gez. Deter, Signalist,
65. Arkona.,
Zu 1. Die Sturmwarnungen treffen im allgemeinen zu spät ein, als daß die am Orte in Betracht
kommende Bevölkerung einen Nutzen daraus ziehen könnte. Der Wind hat fast stets bereits
einen starken Charakter angenommen, wenn das Sturmwarnungstelegramm hier einläuft.
2. Bei den im Herbst stattfindenden großen Heringsfischzügen an hiesiger Küste richten sich
die Fischer nach etwaigen Sturmwarnungen: bei solchen stehen sie von der Ausfahrt zum
Fange ab. .
3. Der Wortlaut des betreffenden Telegramms wird nur durch Aushang am Kasten am alten
Leuchtturm bekannt gegeben.
Zu 4. Abschriften der Sturmwarnungstelegramme werden nicht gegeben.
Zu 5. Nach etwa 2 Stunden nach Aufgabe, 5 .
Zu 7. Dadurch, daß in dem Fischerdorfe Vitte bei Arkona ein Duplikat der Sturmwarnung aus-
gehängt und auch des Nachts durch Hissen einer roten Laterne die Sturmwarnmung gekenn-
zeichnet würde.
vez, Knaak, Signalist.
66. Vierow.
Das Sturmwarnungswesen wird allseitig als sehr nützlich anerkannt.
Häufig bleiben Fischer vom Auslaufen wegen Sturmwarnungen zurück.
Ja; durch Anschlag und Auslegen im Gastlokal des Sigmalisten.
Nein.
[n einzelnen Fällen abends, in den meisten Fällen am nächsten Morgen.
Anzunehmen wohl, aber nicht nachzuweisen.
Durch Anbringung eines Sturmwarnungskastens. © .
gez. Meinshausen, Signalist.
Zu 1,
Zu 3.
Zu 3.
Zu 4,
Zu 5
Zu 6.
VAL