20 die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste
Zu 5 Durchschnittlich gegen 11 Uhr abends,
Zu 6. Die hier und zu Gjedser einst verkehrenden Postdampfer, welche jetzt durch Dampifähren
ersetzt sind, haben vereinzelt im Winter bei Sturm und hoher See und nach Eintreffen von
Sturmwarnungen ihre Überfahrt verschoben. Ob Schäden dadurch verhindert wurden, ist nicht
festzustellen. +
4. Da im Winter selten Schiffe auf der Recde liegen, genügen meiner Ansicht nach, wie bisher
die Tagessignale.
gez. Borg wardt, Signalist.
59. Rostock.
Zu 41. Je bestimmter die Meldung, destomehr wird sie beachtet. Die (früheren) Meldungen
„atmosphärische Störung« wurde wenig beachtet.
Zu 2, Küstenfahrer und Fischer richten sich mit Auslaufen und Betrieb meines Wissens danach.
Für passierende Schiffe haben Warnemünder Signale, glaube ich, keine Bedeutung.
Zu 3. Durch Druck und Aushang.
Zu 4. Abschrift bekommt die Hafenbaudirektion,
Die Nachrichten sind für die Bauausführungen sehr wertvoll und werden hier durch andere
Anzeichen z. B. Stromaus- und Einlauf noch ergänzt. Nachrichten über östliche Stürme
kommen hier zu spät an.
Zu % Ich erhalte sie erst frühestens nach zwölf Stunden,
Zu 6. Bei den Seebauten sicher, z. B. 25. November 1890 Verhinderung des Durchbruchs der
Düne durch rechtzeitige Maßnahmen; 19. April 1903: Rechtzeitige Bergung der Schiffe und
Bagger.
%. Durch Meldung der Nebenstationen aneinander während des Sturmes über Richtung umd
Stärke des Sturmes bei jenen Stationen.
60. Darsserort.
Zu 1. Für die Küstenbevölkerung ist die Sturmwarnungsstelle von schr großem Nutzen.
Zu 3, Die Sturmwarnungen werden insofern beachtet, daß auf hoher Sece fischende Boote und
passierende Schiffe, sobald hier ein Sturmwarnungssignal gegeben wird, in der Prerower Bucht
bei Westwind und bei Ostwind an der Westseite der Halbinsel Schutz suchen,
Zu 3. Von hier aus weiter verbreitet werden die Sturmwarnungen nicht. Es wird aber den
Fischern oder Schiffen auf Verlangen Auskunft gegeben,
Zu 4, Abschriften werden nicht gegeben.
Zu d%. Am nächsten "Tage gleich nach 8 Uhr morgens.
Zu 6. Es ist mir nicht bekannt, daß Schäden durch die Sturmwarnungen verhütet wurden.
Zu 7% Verbesserungen sind meines Erachtens nicht nötig.
gez. Niemann, Leuchtfeuerwärter,
61. Stralsund.
Zu 1. Alle fühlen den Segen der Einrichtung, äußern sich jedoch nur selten darüber.
Zu 2%, Seit Einrichtung der äußeren Stationen Barhöft, Posthaus Thießow und Ruden hat die
hiesige Binnenstation von ihrer ausschlaggebenden Wichtigkeit sehr verloren, Man kann ja an
den Ausläufen des Revieres, wenn Unheil drohen sollte, immer noch im Schutze ankern.
Zu 3. Sofort durch Aushang und in den drei hiesigen Zeitungen, die abends über ganz Vor-
pommern und Rügen verteilt werden, (Früher auch nach Greifswald.)
5 Gewöhnlich nach 91, Uhr abends, oft auch später, Da nun im hiesigen Revier in der
Dunkelheit nicht gesegelt werden kann, so werden diese nach 10 Uhr abends eintreffenden Tele-
gramme des Morgens früh weit vor Tagesanbruch gezeigt. Bei »nördlichen« Sturmwarnungen
alarmiere ich jedoch sofort alles, was im Hafen ist, da das Wecken der Schiffsbesatzungen durch
den entstehenden Seegang zu spät kommen würde, Bei solchen Stürmen kommt der große
Nutzen der Einrichtung zutage, denn viele Fahrzeuge und Boote werden vor Beschädigungen
— man kann nicht sagen total vor Verlusten, denn es ist hier ja immer Binnenwasser —
bewahrt.
7. Da wir hier durch die schr dankbar in allen Kreisen der Schiffer, Fischer und der übrigen
Bevölkerung anerkannte Fürsorge der Kaiserlichen Seewarte die täglichen Wettertelegramme von
‚Arkona erhalten, so ist die hiesige Station auf voller Höhe, Die Morgen- und Mittagtelegramme
ab Arkona gehen in die drei hiesigen Zeitungen und sogar Geschäfts- und Vergnügungsreisende
halten oft Ausschan., was Arkona „sagt-
gez. Krause, Signalist.
62. Stralsund.
Zu 1. Die Fischerei und Schiffahrt treibende Bevölkerung hiesiger Gegend ist mit dem Sturm-
warnungswesen sehr zufrieden und betrachtet die Einrichtungen als praktisch und lobenswert.
Zu 2, Die Sturmwarnungen werden hauptsächlich von Fischern, die ihr Gewerbe in der Ostsce
betreiben, viel und oft beachtet, auch die Küstenschiffer achten sehr darauf, indem sie oft nicht
in See auslaufen, wenn ein Sturmsignal gehißt ist und ruhig solange warten, bis das Signal
abgenommen ist.