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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste. 
Zu 2, Ja. Bei verdächtiger Witterung wurde häufig Erkundigung eingezogen, ob schon Sturm 
signalisiert sei. Auch blieben Schiffe der Warnung wegen im Hafen, Eben ausgelaufene 
Fischerkutter kehrten zurück oder blieben in der Bucht bei Sichtung des Signals. Jedoch fand 
auch das Gegenteil statt. 
Zu 3. Ja, durch Aushang der Warnung und Hissen des Signals sofort nach Eintreffen der Warnung. 
Zu 4. Nein, 
Zu 5. Zwischen 10 und 101% Uhr abends. 
Zu 6. Ja. Einzelfall: Als bei der Sturmwarnung am 6. April 1904 das Tages-Signal trotz mäßiger 
Winde gesetzt wurde, blieb ein großer Teil der Fischerflotte im Hafen, die ausgelaufenen kehrten 
mit Havarien zurück. Zwei Schiffe konnten den Hafen nicht erreichen und gelangten mit Mühe 
and Not nach Meldorf und Warwerort. Ein allgemeines Auslaufen der Fischer (hier liegen 
etwa 50 Krabbenfischer) hätte bei dem heftigen Sturm unbedingt Unglück gehabt. 
Zu 7%. Nach Stand der Wissenschaft und Technik dürfte kaum eine Verbesserung möglich sein. 
vez. Börer 
35. Tönning. 
Zu 1. Daß es eine notwendige Einrichtung ist. 
Zu 3. Ja; denn bei aufgehißten Signalen bleiben die Schiffe auf der Recde und die Porenjollen 
im Hafen liegen, 
Zu 3. Ja, durch Aushängen des Telegramms und durch Bekanntmachung in den Hafenwirtschaften. 
Zu 4. Wenn gerade Zeitungstag ist, werden die Sturmwarnungen manchmal darin abgedruckt. 
Zu % Abends 11 Uhr, event. morgens 6 Chr, 
Zu 6. Gewiß ist das anzunehmen, da ja die Porenjollen im Hafen liegen bleiben, oder auch, sobald 
das Signal gehißt, sie sogleich umkehren und den schützenden Hafen suchen. 
Zu %. Vielleicht dadurch, daß den Porenfischern in Olversum telephonisch der Wortlaut des 
Sturmwarnungsteleeramms mitgeteilt würde. 
vez, J. Jensen. 
36. Tönning. 
Zu 1. Allgemein ein günstiges. 
Zu 2. Das Sturmwarnungssignal wird hier nach Ankunft sofort beachtet, Die auf der Eider ver- 
kehrenden Schiffe suchen in der Regel dann die nächste sichere Ankerstelle auf, wo sie die 
Nacht verbleiben und das Weitere abwarten. 
Zu 3. Die Sturmwarnungen werden am Hafen öffentlich angeschlagen und zwar an einer Stelle, 
wo jeder Schiffer, welcher in Tönning verkehrt, passieren muß, 
Zu 4, Abschriften sind hier nicht nötig. 
Zu 5. Daß hier durch die Sturmwarnung manches Unglück verhütet worden ist, kann als sicher 
angenommen werden. Einen besonderen Fall vermag ich jedoch nicht anzugeben. 
Zu 7. Die jetzige Einrichtung halte ich für die hiesigen Verhältnisse für vollständig genügend, 
gez. T. Petersen, Öberlotse, 
37. Neuhaus a. dd. Oste. 
Zu 1. Der Wert des Sturmwarnungswesens wird allseitig als vorzüglich anerkannt. 
Zu 3, Die Sturmwarnungen werden beachtet und danach die Verhaltungsmaßregeln von der Be- 
völkerung getroffen. So suchen die passierenden Schiffe den Schutzhafen auf, die zum Aus- 
laufen fertigen Schiffe warten den Sturm ab. 
Zu 3. Die Sturmwarnungen werden von der Neuhäuser Sturmwarnungsstelle weiter gegeben, so z. B. 
nach Belum an einzelne größere Landwirte, damit diese wegen der Hochwassergefahr in der 
Lage sind, ihr auf den Außendeichsländereien befindliches Vieh in Sicherheit zu bringen. 
Zu 4. Früher, als noch keine Telephonverbindung bestand, wurden Abschriften der Sturm- 
warnungen an einzelne größere Hofbesitzer in Belum erteilt. Jetzt geschieht es telephonisch. 
Zu 5. Die hiesige Sturmwarnungsstelle erhält auch nach Schluß des Postdienstes (8 Uhr) die 
Sturmwarnungstelegramme ohne Verzug zugestellt. 
Zu 6. Obgleich Einzelfälle nicht angegeben werden können, so ist doch allgemein bekannt, daß 
durch die rechtzeitigen Sturmwarnungen große Schäden verhütet werden, Nie Oste- und Elb- 
schiffer suchen bei Sturmwarnung den nächsten Schutzhafen auf; die Viechbesitzer holen ihr 
Weidevieh, besonders die Schafe, von den Außendeichsländereien, und zur Zeit der Heuernte 
sucht man den Grasschnitt in Sicherheit zu bringen. 
Zu %. Durch Vermehrung der Sturmsignale auf dem Ostedeich. 
gez. Heidlun, Landrat. 
38. Husum. 
Zu 1. Bei der Küstenbevölkerung wird das Sturmwarnungswesen insofern anerkannt, daß dieselbe 
ihr Vich, welches außerhalb des Deiches auf dem Vorlande geht, rechtzeitig in Schutz bringt. 
Zu 2, Leider finden die Sturmwarnungen nicht immer die Beachtung, wie sie wohl verdienen. 
Hier sind viele Beobachtungen gemacht, daß Schiffe, trotzdem das Warnungszeichen gegeben 
war, den Hafen noch verlassen haben, obgleich das Wetter schon einen stürmischen Charakter 
angenommen hatte.
	        
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