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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen. Küste. 
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31. Cuxhaven. 
Zu 1. Bei der Küstenbevölkerung hiesiger Gegend hat sich das Sturmwarnungswesen als ein wohl 
zu beachtendes Hilfsmittel für seewärts gehende Fahrzeuge erwiesen. 
Zu 2. Die Sturmwarnungen der Seewarte werden hauptsächlich von Fischern und Küstenfahrern, 
welche elbabwärts wollen, beachtet und zwar wird, wenn bei Cuxhaven günstiger Wind ist, bei 
Helgoland und Borkum aber konträrer Wind oder stürmische Witterung gemeldet wird, die 
Reise in den meisten Fällen unterlassen. . 
3. Die Sturmwarnungen werden, sowie dieselben telegraphisch hier gemeldet sind, an einem 
auf dem Lotsenwachthause befindlichen Gestänge, bei Tage mittels Ballons, bei Nacht mittels 
farbiger Laternen gegeben. : 
Zu 4. Öb Abschriften von den Sturmwarnungen gegeben und wie diese verwertet werden, ist mir 
unbekannt. 
Zu 5. Unbekannt. 
Zu 6. Ob durch Sturmwarnungen irgendwelche Schäden verhütet wurden, ist mit Sicherheit an- 
zunehmen. Einzelfälle sind hier zwar nicht bekannt, jedoch ist wohl ein großer Teil derjenigen 
Fahrzeuge, welche infolge der Sturm- und Semaphorsignale in den hiesigen Hafen schutzsuchend 
eingelaufen sind, bei dem wirklich nachfolgenden Sturme vor Schaden bewahrt worden. 
Zu % Unbekannt. . 
gez. H. Rose, Hafenmeister, 
32. Cuxhaven. 
Zu 1. Die schiffahrttreibende Bevölkerung kennt die Signale und beachtet dieselben. Die getroffenen 
Einrichtungen genügen den Anforderungen vollständig. 
Zu 2. Nachdem die Sturmsignale gesetzt sind, ist fast jedesmal festzustellen, daß eine größere 
Anzahl kleiner Fahrzeuge entweder auf der Reede zu Anker geht, oder in den Hafen flüchtet. 
Kleinere Fahrzeuge nach See laufen nicht mehr aus. 
Zu 38. Sofort nach Ankunft der Telegramme wird das entsprechende Signal oder die Laterne gesetzt 
und das Telegramm am Lotsenwachthause ausgehängt, beide hiesige Zeitungen bringen den Text 
der Telegramme, Eine Abschrift nimmt die Marine-Signalstation, um event. Anfragen beantworten 
zu können. 
4. Wenn erwünscht, werden Abschriften der Sturmwarnungen abgegeben, dieser Fall ist aber 
in den 9 Jahren, seit ich die Station bediene, nur vereinzelt vorgekommen, und dann nur nach 
entstandenem Schaden von seiten der Wasserbau-Inspektion. 
5. Cuxhaven hat in dem bei der Alten-Liebe befindlichen Telegraphenamte Nachtdienst, Die 
Sturmwarnungstelegramme, welche abends gegen 10 Uhr hier eintreffen, werden sofort aus- 
gehändigt und dann nach Frage 3 verfahren. 
6. Es ist sehr schwer nachzuweisen, welche Schäden verhütet worden sind, indem rechtzeitig 
die Sturmwarnungen ergehen und gezeigt werden, nicht nur kleinere Fahrzeuge und Schleppzüge 
unter Land oder in den Hafen flüchten, sondern auch größere Dampfer in Ballast oder mit 
schwacher Maschine ankern, bei längerer Sturmdauer bis zu 30 bis 40 Dampfer. Einkommende 
havarierte Schiffe haben wohl in der Regel vor Abfahrt keine Warnung mehr erhalten. Da Cuxhaven 
sine Semaphorstation hat, läßt sich der besondere Einfluß der Sturmsignale schwer von diesem 
absondern, da der Schiffahrt dreimal täglich von Helgoland und Borkum Windrichtung und 
Stärke gezeigt wird. 
7. Nach Fertigstellung des neuen Semaphors, in Verbindung mit den Sturmsignalen, ist an- 
zunehmen, daß die schiffahrttreibende Bevölkerung genügend Gelegenheit hat, sich über die 
Witterungsverhältnisse zu unterrichten. 
gez. R. Wille, Signalist. 
33. Pellworm. 
Zu 1. Soviel mir bekannt, Gutes; ich bin aber erst seit dem 1. März 1904 hier Signalist. 
Zu 3. Sie werden beachtet mehr von den fremden, als von den hier beheimateten Schiffern. 
Zu 3. Durch Aushängen des Telegramms und Hissen des Signals. 
Zu 4. Nein. | 
Zu 5. Am nächsten Vormittag 8 Uhr. 
Zu %. In der Weise, daß mir die Telegramme sofort, auch- außerhalb der Postdienstzeit zu- 
gestellt würden. 
Von 8 bis 11 und nachmittags 3 bis 6 Uhr. Was also nach 11 Uhr vormittags eingeht, 
oleibt bis 3 Uhr nachmittags liegen und was nach 6 Uhr abends eingeht, liegt bis zum anderen 
Morgen. 
gez. Edlefsen, Signalist. 
34. Büsum. 
Zu 
1. Als im Jahre 1899 die hiesige Sturmwarnungsstelle errichtet wurde, brachte man dem 
Sturmwarnungswesen Mißtrauen entgegen. Spöttische Bemerkungen blieben nicht aus, Mit der 
Zeit ist man aber dahin gekommen, die Sache ernst zu nehmen. Allgemein hofft man, daß 
die Sturmwarnungen sich zu sicheren, rechtzeitigen Voraussagungen entwickeln werden. Der 
Signalist wird diesen Winter an Volksunterhaltungsabenden. versuchen, durch bezüglichen Vortrag 
alle Kreise für die Sache zu interessieren.
	        
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