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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 14 (1886)

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Die Staubfälle im Passatgebiet des Nordatlantischen Oceans. 
1884 Tanar 22 in 194° N-Br und 271° W-Lg: Wind E7, böig; Himmel 
bewölkt. 
Januar 23 in 14,9° N-Br und 26,8° W-Lg: Wind ENE bis E 7-5; trübe 
Jiesige Luft; alles stehende Gut war voll von rothem Staube, 
Ar 24 in 11,8° N-Br und 26.5° W-Lg: Wind ENE 6; Lanudvögel beim 
Schiffe. — 
Journal 2144. „Nubia“, Kapt. E. Thamen. 
1884 Mai 1 in 12,1° N-Br und 20,4° W-Lg: Das Tauwerk war des Morgens 
mit röthlichem Staub bedeckt. Wind Tags vorher EzN bis NE 6—8. 
Von 24° N-Br an diesige Kimm. In der Nacht vor dem Staubfall starker 
Thau. — 
Journal D. 442. Dampfer „Uruguay“, Kapt. Saiuberlich. 
1884 Mai 1 um 4" p.m. in 11,8° N-Br und 26,7° W-Lg: Sehr dicke, diesige 
Luft; rother Flugsand; im Takelwerk war Alles mit Staub bedeckt. — 
‚Journal 2069, „Urania“, Kapt. J. Früchtenicht. 
1884 Mai 30 in 4,8° N-Br und 252° W-Lg: In den Aeqnuatormallungen. In 
den Windstillen, welche auf die Böen aus NNE bis NE folgen, so zu 
zagen im Kielwasser derselben, sieht man Fliegen und Schmetterlinge sich 
3ummeln, 
Juni 5 in 10,9° N-Br und 31,6° W-Lg: Wind ENE4. Stark bedeckte, 
raue, feuchte Luft, Man könnte es fast Nebel nennen. 
Juni 9 um 8& p.m. in 18° N-Br und 35° W-Lg verschwand aller Dunst, 
Nachtrag. Eine Mittheilung über Staubfall, die wir ihrer Merkwürdig- 
keit wegen nicht unterlassen wollen hier aufzuführen, findet sich im Journal 
des Dampfers „Holsatia“, Kapt. Bornmüller. Es heifst daselbst: 
„1883 Februar 24 um 8" a. m. in 46° 8‘ N-Br und 20° 48‘ W-Lg. Flaue 
Briese aus SE (3); viel Staub flog in der Luft umher, die weilse Farbe an Bord 
war roth überlaufen.“ 
Die angegebene Position liegt reichlich 500 Sm WNW von Kap Finisterre, 
also weit auflserhalb der äufsersten Grenzen des Gebietes, über welches allen 
aingegangenen Berichten zufolge der eigentliche Passatstaub sich verbreitet, 
Ein gröfseres Interesse gewinnt der Fall aber noch dadurcb, dafs er der Zeit 
nach mit einem anderen, ebenfalls ungewöhnlichen Staubfall zusammentrifft, der 
auf den Canarischen Inseln stattfand, Ueber letzteren ist eine Beschreibung 
von Herrn Teisserenc de Bort im „Annuaire de la Societe Metcorologique 
de France“, 1884, S. 251, gegeben, dem wir Folgendes entnehmen. 
„Während der Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1883 ist auf den 
Canarischen Inseln ein mit röthlichem Sandstaub vermischter Regen gefallen, 
Es ist nicht daran zu zweifeln, dafs der Staubstrom (courant de matieres), wenr 
man sich so ausdrücken darf, von der Küste von Afrika, in der Nähe vor 
Agulah, ausgegangen ist. Der Strich des Niederschlags war der Breite vach 
scharf begrenzt. Auf dem südlichen Theile von Teneriffa fand man recht in 
der Richtung, die der Staubstrom verfolgt hatte, die Erde vollständig von der 
röthlichen Masse bedeckt, während nur wenige Meter abseits kaum noch einige 
Spuren davon zu entdecken waren. Der Wärter des Semaphors auf der SO- 
Spitze der Insel Ferro erklärte, dafs in der Richtung nach dem Meere hin der 
Regen, so weit man sehen konnte, dick und roth wie Blut war. 
Der Staubfall ohne Regen hat sich noch ziemlich weit über die durch 
die Beobachtungen auf den Canarien bezeichnete Schlammregenzone hinaus 
erstreckt, So berichtet der Kommandant Lecacheur vom Dampfer „Ville de 
Buenos Ayres“, der sich am 23. Februar in 34,3° N-Br und 168° W-Lg (etwa 
100 Sm nördlich von Madeira) befand, an diesem Tage in seinem meteoro- 
logischen Journale: „Himmel grau und vollständig bedeckt; auf der Reling und 
allen hervorragenden Schiffstheilen zeigte sich eine Art rothen Sandstaubes, 
welcher aus den Wüsten Afrikas gekommen sein wird“. 
Als meteorologische Ursachen der Erscheinung führt Herr Teisserene 
de Bort an, dafs vom 21. zum 22. Februar eine barometrische Depression, die 
von Afrika gekommen war, in westlicher Richtung über die Canarischen Inseln
	        
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