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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste. 
19. Amrum. 
Zu 1. Daß in den beteiligten Kreisen der Küstenbevölkerung das Sturmwarnungswesen anerkannt wird. 
Zu 2, Nach meiner Überzeugung ja! 
Zu 3. Bei Ankunft der Sturmdepeschen bei der Postagentur Nehel werden dieselben sofort durch 
den Fernsprecher zum Leuchtturm weiter gegeben, worauf das Signal gehißt wird. Die Depeschen 
in Steenodde werden von Nehel aus durch Boten befördert. 
Zu 4. Eine Abschrift der Sturmwarnungen wird monatlich dem Küstenbezirksamt IV eingereicht. 
Zu 5. Die Sturmdepeschen, die 8!/„ Uhr abends von der Seewarte aufgegeben werden, kommen 
am folgenden Morgen zwischen 9 und 10 Uhr hier an. 
Zu 6. Es ist anzunehmen, daß durch die gegebenen Sturmwarnungen Schäden verhütet sein dürften. 
Zu 7%. Bezüglich des Aushangs der Sturmdepeschen in Steenodde würde es zweckmäßiger sein, die 
Depeschen in Wittdün zum Aushang zu bringen, da doch der größere Teil des Schiffsverkehrs 
sich dort befindet. 
gez. Wietzke, Oberwärter, 
20. Munkımarsch. 
Zu 1. Die Sturmwarnungen sind hier in Munkmarsch insbesondere nur dienlich für die Schiffahrt. 
Zu 3. Die Sturmwarnungen werden von sämtlichen hier in Munkmarsch verkehrenden Schiffen 
beachtet, dabei wird in erster Linie das Sturmwarnungssignal beachtet, dann das Barometer; 
auch werden von vielen Schiffern die Wetterberichte in Augenschein genommen. 
Zu 3. Fünf Minuten nach Eingang der Depesche ist das Sturmsignal am Signalmast hochgezogen, 
welches von jedem Schiffer gesehen wird. 
Zu 5. Durchschnittlich 15 Minuten nach Aufgabe der Depeschen von Hamburg treffen die Warnungen 
hier ein, 
Zu 6. Anzunehmen ist, daß Schäden durch die Sturmwarnungen verhütet werden, nachweis- 
lich nicht. 
Zu %. Verbesserungen sind für die Sturmwarnungsstelle in Munkmarsch nicht zu treffen. 
vez. P. L. Nann, Signalist, 
21. Keitum. 
Zu 1. Daß selbiges sehr nutzbringend ist. 
Zu 3. Sofort nach Eintreffen der Sturmwarnung wird der Signalball gehißt. 
Zu 4. Nein. 
Zu d. Gewöhnlich erst am nächsten Morgen früh. 
Zu 6. Direkt nicht, doch ist anzunehmen, daß viel Vieh zur Zeit von den Wiesenländern hat ge- 
rettet werden können, wenn diese unter Wasser laufen. 
Zu %. Daß der Signalmast mehrere Meter höher gemacht würde, damit die umliegenden Vörfer 
das Signal viel besser sehen könnten. 
22, Ellenbogen. . 
Zu 1. Daß das Sturmwarnungswesen sehr zweckmäßig ist. 
Zu 2, Die Sturmwarnungen werden von Fischern, Küstenfahrern, passierenden und zum Auslaufen 
bereiten Schiffen beachtet und zwar suchen passierende Schiffe so schnell wie möglich die 
Listerreede zu gewinnen, die zum Auslaufen bereiten Schiffe gehen wieder vor Anker, wie ich 
oft beobachtet habe. 
Zu 3. Ja, durch Aushang. 
Zu 4. Nein. 
Zu 5. Die im Winter nach 8!/, Uhr abends aufgegebenen Sturmwarnungen kommen erst spät am 
anderen Vormittag hier an. 
Zu 6. Ja; für das Dorf List Nein. 
Zu %. Genügt, wie es augenblicklich ist, vollkommen, da alle Schiffe, welche auf der Listerreede 
liegen oder in Fahrt in der Listertiefe sind. das Signal sehen können. 
gez. Leukhardt, Leuchtfeuerwärter. 
52. Brake. 
Zu 1. Bei den Schiffahrtstreibenden der hiesigen Gegend wird die Einrichtung der Sturmwarnungs- 
stelle als sehr nützlich angesehen. 
Zu 2, Die Sturmwarnungen werden von den vielen kleinen Fahrzeugen, welche von hier mit 
Getreide nach der Ems, Jade und nach der Elbe usw. gehen, wohl beachtet, aber auch die 
Führer der großen, von hier leer ausgehenden Dampfer erkundigen sich fast regelmäßig nach 
den Wetterverhältnissen in der Nordsee und Kanal. bleihen hei Sturmwarnungen oft liegen nnd 
warten besseres Wetter ab. 
Zu 3. Durch Zeigen von Sturmsignalen und durch Aushängen der Sturmwarnung in einem dazu 
bestimmten Kasten am Hafenhaus, 
Zu 4. Nein.
	        
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