Die Wirksamkeit des Sturmwarnungswesens an der deutschen Küste,
14. Helgoland.
Zu 1. Am Tage zweckentsprechend, nachts unvollständig, da kein Signal vorhanden ist.
Zu 2. Die Sturmwarnungen werden von sämtlichen Schiffen und Fahrzeugen beachtet (aus-
genommen die Postdampfer), Wird eine Warnung gezeigt, so bleiben die Schiffe im Hafen
der kehren in denselben zurück. Dampfer und Segelschiffe, welche während eines Sturmes
hinter der Düne Schutz suchen, verlassen den Ankerplatz meist erst nach Abnahme des Signals,
Zu.3. Sofort nach Ankunft wird die Sturmwarnung ausgehängt sowie das Signal gehißt,
Zu 4. Abschriften von Sturmwarnungen werden nicht verlangt; wohl aber, namentlich im
Winter, vereinzelt die morgens 10 Uhr einlaufenden Wetterberichte seitens der Küstenschiffer,
oder die Wetterberichte werden von denselben aus dem Kasten abgeschrieben. )
Zu 5. Die von der Seewarte abends nach 81, Uhr aufgegebenen Sturmwarnungen treffen etwa
1 bis 1! Stunde nach Aufgabe ein,
Zu 6. Anzunehmen, aber nicht nachzuweisen.
Zu 7. Für zweckmäßig wird allseitig eine rote Laterne als Nachtsignal erachtet. (Die Küsten-
schiffer verlassen häufig nachts mit eintretender Flut den Hafen. desgleichen die Fischer-
fahrzeuge).
gez, Reiske, Signalist,
15. Wangeroog.
Zu 1. Über das Sturmwarnungswesen hört man im allgemeinen von der Küstenbevölkerung nur
ein gutes Urteil. .
Zu 3, Die Sturmwarnungen werden hauptsächlich hier von den Küstenfahrern, wenn dieselben
hier auf dem Watt liegen, beachtet. Von passierenden Schiffen, von Dampfern in See sowie
von den hier anwesenden Fremden werden die Sturmwarnungen ebenfalls beachtet,
Zu 3. Die Sturmwarnungen werden möglichst rasch unter den Insulanern und den hier zur Zeit
” anwesenden Schiffern mündlich verbreitet.
Zu 4. Abschriften der Sturmwarnungs-Telegramme werden hier sofort nach Eingang im Wetter-
kasten, welcher sich an der Hauptverkehrsstraße befindet, ausgehängt.
Zu 5. Die um 81/, Uhr abends aufgegebenen Sturmwarnungen kommen in der Regel hier zwischen
10 und 11 Uhr abends an.
Zu 6. Anzunehmen ist es wohl, daß Schäden durch die Sturmwarnungen verhütet werden, jedoch
sind Einzelfälle hier nicht verzeichnet,
Zu %. Die bestehenden Einrichtungen werden wohl für die Bedürfnisse dieser Gegend in jeder
Weise genügen.
gez. Ahlers, Signalist.
16. Wiülheluüuashaven.
Zu 1. Die Einrichtung wird als schätzenswert anerkannt.
Zu 2. Jal Küstenfahrzeuge richten sich nach den Sturmwarnungen und verschieben erforderlichen-
falls den Antritt ihrer Seereisen. .
Zu 3. Durch Vermittlung des Küstenbezirksamts unmittelbar nach Eingang der Sturmwarnungen
mittels Fernspruch nach der Sturmwarnungsstelle,
Zu 4. Nicht bekannt. .
Zu 6. Einzelfälle nicht bekannt.
Zu %. Am Handelshafen wäre eine Bekanntmachungsstelle mit Barometer und Wetterkarte vor-
zusehen.
17. Wilhelmshaven.
Zu 1. Als eine nützliche und zweckentsprechende Einrichtung,
Zu 3. Die Warnungen werden von Kriegs-, Handels-, besonders von kleineren Fahrzeugen, welche
zwischen Jade, Elbe und Weser fahren, beachtet.
Zu:-3. Die Sturmwarnungen werden nur durch die Signale der Seewarte verbreitet so rasch wie
irgend möglich.
Zu 4. Abschriften von den Warnungen zu geben, bietet sich hier keine Gelegenheit.
Zu 5. Teilweise noch des Abends, sonst aber am nächsten Morgen früh; Verzögerungen entstehen
dadurch, daß in vielen Fällen die Depeschen über die Marinestation gehen und dann erst der
Signalstelle zugehen.
18. Hohevweg-Leuchtturm.
Zu 1. Urteil der Küstenbevölkerung nicht anzugeben (siehe zu 2).
Zu 2. Ja! Auslaufende Schiffe und Fahrzeuge beachten Sturmwarnungen scharf durch Ankern
oder Umkehren, um sich irgendwo gegen Sturm zu schützen.
Zu 3. Die Sturmwarnungen werden sofort nach Aukunft des Telegramms durch Signal am Turm
ezeigt.
Zu £ Nein.
Zu 5. Von 10 bis 12 Uhr abends. .
Zu 6. Ist nicht nachzuweisen.
Zu %. Durch Nachtsienal. welches hier aber schlecht anzubringen wäre.