Kleinere Mitteilungen.
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Die Rechnungsergebnisse auf Grund dieser Messungen zeigen auch
wieder nur verhältnismäßig geringe Abweichungen .zwischen der unmittelbar
gemessenen und der aus der Schaulinie für die spektrale Leuchtkraft er-
mittelten bürgerlichen Leuchtstärke. Die Wertigkeitslinie ist mithin für
praktische Zwecke vollkommen brauchbar.
Die Lichtstärke farbiger Lichtquellen kann mit Hilfe des Spektral-
photometers und der Wertigkeitslinie leicht und zuverlässig ermittelt werden.
°. Für die Beurteilung des Wertes einer Lichtquelle für Leuchtfeuerzwecke
ist. die spezifische Lichtstärke von besonderer Wichtigkeit.
Durch die Ergebnisse der: vorstehend besprochenen Versuche ist die
Möglichkeit, den Wert einer Lichtquelle für Leuchtfeuerzwecke richtig zu
beurteilen, wesentlich gefördert. Um zu ermitteln, in welchem Grade die
verschiedenen Lichtstrahlen von der Atmosphäre. aufgezehrt werden, wurden
diesen weitere Untersuchungen unter Anwendung eines künstlichen Nebels
angeschlossen. Es ergab sich dabei, daß die Lichtdurchlässigkeit des‘ Nebels
für den grünen und blauen Teil des Spektrums größer, für den roten Teil
kleiner als die Durchlässigkeit für die gelbe Natriumlinie war, daß also der
Nebel für blaue Strahlen durchlässiger war, als für rote. Indes ist
das Ergebnis der mit künstlichem Nebel angestellten Versuche nicht ohne
weiteres auf die für Leuchtfeuer wichtigen atmosphärischen Verhältnisse an-
wendbar. Trotzdem sind die Versuche auch dafür nicht ohne Bedeutung,
Nach der Absorption der Lichtstrahlen bei dem im Apparat vorhandenen
keineswegs besonders dichten Nebel zu urteilen, verzehrt der Nebel in der
Atmosphäre das Licht in so hohem Maße, daß man davon Abstand nehmen
muß, die Leuchtfeuer so stark zu machen, daß sie auch für Nebel noch eine
brauchbare Wirkungsweite haben. .
Für Leuchtfeuer kommt als besonders wichtig ein Zustand der Luft
in Betracht, den man »diesig« oder »häsig« nennt, und von dem man mit
Sicherheit annehmen kann, daß er im Gegensatz zum Nebel die roten Strahlen
besser durchläßt als die blauen. Vielleicht wird es gelingen, bei der Fort-
setzung der Versuche den Gegensatz zu erklären. Diesige Luft verzehrt
weniger Lichtstrahlen als Nebel. Wirksame Leuchtfeuer können dafür noch
hergestellt werden. A. Rudolph, Kgl. Baurat in Stettin-Bredow.
3. Bemerkungen zu: »Die Anwendung von Sterndistanzen in der
nautischen Astronomie«, Auf S. 368 dieses Jahrganges der »Ann. d. Hydr. usw.«
hatte ich gesagt: »Ein weiterer Nachteil der Standlinienmethoden ist, daß sie
versagen, wenn die Gestirne in demselben oder nahezu in demselben Vertikal
beobachtet sind. Die direkten Methoden sind von diesem Nachteil frei und
liefern tatsächlich das, was die Aufgabe verlangt und was in der Natur der
Sache begründet ist. Selbstredend werden Beobachtungsfehler nicht eliminiert.«
Wie mir von sachkundiger Seite mitgeteilt wird, könnten diese Bemerkungen
bei manchen Lesern zur Diskreditierung der Standlinienmethoden ‘beitragen,
Daß solches nicht beabsichtigt war, bedarf wohl kaum der Erwähnung, Es
sollte vielmehr darauf hingewiesen werden, daß die Standlinienmethoden
Näherungsmethoden sind, die also unter Umständen auch dann versagen
müssen, wenn die Beobachtungen richtig sind; d. h. sie können den Ort auf
der Erdkugel nicht liefern, an dem diese Beobachtungen gemacht sind, und
weiter: sie liefern auch nicht den Ort, an dem die Beobachtungen gemacht
sein könnten, wenn sie richtig wären. Die direkten Methoden müssen allemal
diesen Ort liefern, unter Umständen müssen sie beweisen, daß es einen solchen
Ort überhaupt nicht gibt. Solches tun. die direkten Methoden gleich bei
Beginn der Rechnung, nicht erst am Schlusse, wie die Standlinienmethoden,
welche die Unbekannten aus zwei Differentialformeln rechnerisch oder graphisch
finden. In diesen Formeln treten nur erste Differentiale auf. Die Formeln
verlieren daher ihre Gültigkeit, wenn die höheren Differentiale nicht mehr
vernachlässigt werden dürfen. Weiter kann man die Unbekannten aus einem
Gleichungssystem gar nicht oder nur sehr ungenau finden, wenn ihre Koeffizienten
untereinander proportional oder nahezu proportional sind. Die direkten
Methoden sind von solchen Einschränkungen frei. Daß der aus falschen Beob-