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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Kleinere Mitteilungen. 
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Die Rechnungsergebnisse auf Grund dieser Messungen zeigen auch 
wieder nur verhältnismäßig geringe Abweichungen .zwischen der unmittelbar 
gemessenen und der aus der Schaulinie für die spektrale Leuchtkraft er- 
mittelten bürgerlichen Leuchtstärke. Die Wertigkeitslinie ist mithin für 
praktische Zwecke vollkommen brauchbar. 
Die Lichtstärke farbiger Lichtquellen kann mit Hilfe des Spektral- 
photometers und der Wertigkeitslinie leicht und zuverlässig ermittelt werden. 
°. Für die Beurteilung des Wertes einer Lichtquelle für Leuchtfeuerzwecke 
ist. die spezifische Lichtstärke von besonderer Wichtigkeit. 
Durch die Ergebnisse der: vorstehend besprochenen Versuche ist die 
Möglichkeit, den Wert einer Lichtquelle für Leuchtfeuerzwecke richtig zu 
beurteilen, wesentlich gefördert. Um zu ermitteln, in welchem Grade die 
verschiedenen Lichtstrahlen von der Atmosphäre. aufgezehrt werden, wurden 
diesen weitere Untersuchungen unter Anwendung eines künstlichen Nebels 
angeschlossen. Es ergab sich dabei, daß die Lichtdurchlässigkeit des‘ Nebels 
für den grünen und blauen Teil des Spektrums größer, für den roten Teil 
kleiner als die Durchlässigkeit für die gelbe Natriumlinie war, daß also der 
Nebel für blaue Strahlen durchlässiger war, als für rote. Indes ist 
das Ergebnis der mit künstlichem Nebel angestellten Versuche nicht ohne 
weiteres auf die für Leuchtfeuer wichtigen atmosphärischen Verhältnisse an- 
wendbar. Trotzdem sind die Versuche auch dafür nicht ohne Bedeutung, 
Nach der Absorption der Lichtstrahlen bei dem im Apparat vorhandenen 
keineswegs besonders dichten Nebel zu urteilen, verzehrt der Nebel in der 
Atmosphäre das Licht in so hohem Maße, daß man davon Abstand nehmen 
muß, die Leuchtfeuer so stark zu machen, daß sie auch für Nebel noch eine 
brauchbare Wirkungsweite haben. . 
Für Leuchtfeuer kommt als besonders wichtig ein Zustand der Luft 
in Betracht, den man »diesig« oder »häsig« nennt, und von dem man mit 
Sicherheit annehmen kann, daß er im Gegensatz zum Nebel die roten Strahlen 
besser durchläßt als die blauen. Vielleicht wird es gelingen, bei der Fort- 
setzung der Versuche den Gegensatz zu erklären. Diesige Luft verzehrt 
weniger Lichtstrahlen als Nebel. Wirksame Leuchtfeuer können dafür noch 
hergestellt werden. A. Rudolph, Kgl. Baurat in Stettin-Bredow. 
3. Bemerkungen zu: »Die Anwendung von Sterndistanzen in der 
nautischen Astronomie«, Auf S. 368 dieses Jahrganges der »Ann. d. Hydr. usw.« 
hatte ich gesagt: »Ein weiterer Nachteil der Standlinienmethoden ist, daß sie 
versagen, wenn die Gestirne in demselben oder nahezu in demselben Vertikal 
beobachtet sind. Die direkten Methoden sind von diesem Nachteil frei und 
liefern tatsächlich das, was die Aufgabe verlangt und was in der Natur der 
Sache begründet ist. Selbstredend werden Beobachtungsfehler nicht eliminiert.« 
Wie mir von sachkundiger Seite mitgeteilt wird, könnten diese Bemerkungen 
bei manchen Lesern zur Diskreditierung der Standlinienmethoden ‘beitragen, 
Daß solches nicht beabsichtigt war, bedarf wohl kaum der Erwähnung, Es 
sollte vielmehr darauf hingewiesen werden, daß die Standlinienmethoden 
Näherungsmethoden sind, die also unter Umständen auch dann versagen 
müssen, wenn die Beobachtungen richtig sind; d. h. sie können den Ort auf 
der Erdkugel nicht liefern, an dem diese Beobachtungen gemacht sind, und 
weiter: sie liefern auch nicht den Ort, an dem die Beobachtungen gemacht 
sein könnten, wenn sie richtig wären. Die direkten Methoden müssen allemal 
diesen Ort liefern, unter Umständen müssen sie beweisen, daß es einen solchen 
Ort überhaupt nicht gibt. Solches tun. die direkten Methoden gleich bei 
Beginn der Rechnung, nicht erst am Schlusse, wie die Standlinienmethoden, 
welche die Unbekannten aus zwei Differentialformeln rechnerisch oder graphisch 
finden. In diesen Formeln treten nur erste Differentiale auf. Die Formeln 
verlieren daher ihre Gültigkeit, wenn die höheren Differentiale nicht mehr 
vernachlässigt werden dürfen. Weiter kann man die Unbekannten aus einem 
Gleichungssystem gar nicht oder nur sehr ungenau finden, wenn ihre Koeffizienten 
untereinander proportional oder nahezu proportional sind. Die direkten 
Methoden sind von solchen Einschränkungen frei. Daß der aus falschen Beob-
	        
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