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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Januar 1905.
Drucks schon wieder ein neues Minimum, diesmal über Irland, anzeigte,
Dieses schritt alsbald bis zum 11. über den Skagerrak in nördöstlicher Richtung
nach Innerrußland, - bis zum 10. an.der ganzen Küste von täglichen Nieder-
schlägen und am 8. bis 10. von ausgedehnten Stürmen!) begleitet. Der im
Gefolge dieses Minimums am 8, an der ganzen Küste und am 9, und 10. an der
ostdeutschen Küste herrschende Sturm war der stärkste des Monats; weniger
stark waren die am 9. und 10. an der westdeutschen Küste auftretenden
stürmischen Winde, die durch ein auf der Rückseite jenes Minimums in süd-
östlicher Richtung vordringendes, durch eine Ausbuchtung der Isobaren an-
gedeutetes sekundäres Minimum hervorgerufen wurden.
Die folgenden Tage vom 11. bis 13. brachten eine merkwürdige Ent-
wicklung der Wetterlage. Nachdem ein Ausläufer einer über dem Ozean
nordostwärts fortschreitenden Depression von Nordfrankreich nach Jütland
vorgedrungen war, trat ein von der Biscayasee her nachfolgendes Hochdruck-
gebiet mit einem über Skandinavien entwickelten Hochdruckgebiet in Ver-
bindung, so daß sich ein umfangreiches SW—NO über Mitteleuropa gestrecktes
Hochdruckgebiet einstellte, das am 13, trockenes Wetter herbeiführte.
Die Herrschaft dieses Hochdruckgebietes sollte aber auch nur von
kurzer Dauer sein, da sich das Minimum über dem Ozean schnell dem hohen
Norden Europas näherte und, während es dort vorüberschritt, seinen Einfluß
am 14. südwärts bis zur Küste ausdehnte.
Vom 14. bis 21. war die Wetterlage durch das Vorüberschreiten mehrerer
nachfolgender Minima im hohen Norden und die Entwicklung von flachen
längs der Küste fortschreitenden Ausläufern charakterisiert. Diese Tage zeich-
neten sich durch viele Temperaturschwankungen aus und stellten vom 18. bis
17. eine Unterbrechung der Niederschläge dar, wenn solche auch täglich über
einigen Teilen der Küste eintraten. Im Bereiche eines am 18. bis 20. auf-
tretenden tiefen Minimums traten über dem ganzen Gebiet Niederschläge und
die für den 19. und 20. angeführten stürmischen Winde ein; ein über Süd-
skandinavien südostwärts vordringender Ausläufer brachte Fortdauer der
Niederschläge am 21.
Eine Änderung der Wetterlage führte ein am Morgen des 21. westlich
von Sehottland erscheinendes Minimum herbei, das sich bis zum 22. unter
starker Zunahme an Tiefe nach der Nordsee verlagerte und in wenig ver-
änderter Lage, während es sich wieder ausfüllte, die Witterung an der Küste
bis zum 24. beherrschte. In seinem Gefolge stellten sich am 22. und 28.
Niederschläge und stürmische Winde in dem genannten Umfange ein.
Am Morgen des 25, zeigte die Wetterkarte dieses Minimum kaum noch
angedeutet, jedoch über Hinterpommern ein neues Minimum, das in nördlicher
Richtung vorgedrungen war und bis zum 27, die Witterung der Küste be-
herrschen sollte, während es westwärts längs der Küste vordrang. Diese Tage
waren durch zunächst über die ganze Küste ausgebreitete Niederschläge und
deren westwärts vordringendes Nachlassen, sowie durch sinkende Temperatur
im Gefolge der nördlichen Winde auf der Vorderseite der nach Westen vor-
rückenden Depression charakterisiert.
In den letzten Tagen lag die Küste zunächst im Bereiche einer am 27.
und 28. ostwärts über Mittelskandinavien fortschreitenden Depression und
gehörte am 29. und 80. einem südostwärts vordringenden Ausläufer einer
neuen, nördlich von der Nordsee erscheinenden Depression an, aus dem sich
ein tiefes Teilminimum über dem Süden der Ostsee entwickelte. Bei meist
steigender Temperatur brachten diese Tage seit dem 28. wieder Niederschläge
für das ganze Gebiet und am 30. an der preußischen Küste stürmische nord-
westliche Winde.
) Vol. Annalen der Hydrographie ete., Jahrgang 1904, 8. 559 ff.
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