Die Witterung an der deutschen Küste im November 1904. .
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Die aus den Änderungen der Temperatur von Tag zu Tag ohne Rück-
sicht auf die Vorzeichen der Anderungen für die drei Beobachtungstermine
als arithmetische Mittel berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit
der Temperatur (I. T. V.) lagen mit ihren größten Beträgen zwischen 1.8°
(Keitum) und 3.5° (Rügenwaldermünde) und :erreichten ihre größten Werte
mit Ausnahme von Memel am Morgen, während die kleinsten Werte auf der
Mehrzahl der Orte auf die Abendbeobachtung fielen,
Die monatlichen Niederschlagsmengen zeigten sich im allgemeinen ziem-
lich ungleichmäßig verteilt, indem vielfach große Unterschiede für be-
nachbarte Orte hervortraten; doch erschienen von größeren Gebietsteilen
die .schleswig-holsteinsche Küste durch große und die preußische Küste
durch die kleinsten Mengen ausgezeichnet; gegenüber 30 mm in Hela und 46 mm
in Neufahrwasser hatten Wyk a. Föhr 128 und Greifswalder Oie 131 mm. —
Der Monat November brachte zwei Niederschlagsperioden mit fast täg-
lichen Niederschlägen über dem ganzen Gebiet vom 3. bis 12. und 18, bis 30,,
getrennt durch eine Periode mit weniger ausgebreiteten oder nur vereinzelten
Niederschlägen. Läßt man den Niederschlagstag um 8 Uhr vormittags des
gleichnamigen Kalendertages beginnen und sieht man von vereinzelten wie
von geringfügigen Beträgen ab, so fielen die Niederschläge im November am
2. an der schleswig-holsteinschen Küste, 3. an der ganzen Küste, 4. von der
Elbe bis Hinterpommern, 5. bis 10. an der ganzen Küste, 11. und 12. ostwärts
bis zur Oder, 14. ostwärts der Oder, 15. über Rügen und’an der Odermündung,
17. an der westlichen Ostsee, 18. bis 21. an der ganzen Küste, 22, ostwärts bis
Hinterpommern, : 28. ostwärts bis zur Kieler Bucht, 24. von Rügen ostwärts,
25. an der ganzen Küste, 26. ostwärts bis Hinterpommern, 27. an der Nordsee
und 28, bis 30. an der ganzen Küste. — Sehr ergiebige, 20 mm in 24 Stunden
erreichende, Niederschläge fielen am 8, in Glückstadt (20), Hamburg und Wyk
a. F. (je 24), 9. in Tönning (21), Wyk a. F. (25), Kiel (36), Friedrichsort (34)
und Warnemünde (24), 23. in Flensburg (24) und am 25. in Wismar (21),
Darsserort (36) und auf Greifswalder Oie (38). — Gewitter wurden nur am
8. und in der folgenden Nacht an der Nordsee vereinzelt beobachtet, — Nebel
trat über ausgedehnten Gebieten auf am 14. ostwärts bis Mecklenburg,
15. über Rügen und Umgebung, 16. und 17. ostwärts bis zur Oder, 18. an der
ganzen Küste, 19. an der Nordsee, 22. über Hinterpommern, 24. an der ‚west-
lichen Nordsee, sowie am 27. bis 29. an der Nordsee,
Als heitere Tage, an denen die nach der Skale 0 bis 10 geschätzte Be-
wölkung im Mittel aus den drei Terminbeobachtungen kleiner als zwei war,
charakterisierten sich über größeren Gebieten der 7. von Rügen bis West-
preußen, 11. an der ganzen Ostsee, 13. an Teilen der westdeutschen Küste und
der 15. ostwärts bis zur Elbe, sowie an Teilen der schleswig-holsteinschen Küste,
Bei gleichmäßig verteiltem hohem Luftdruck herrschte zu Beginn des
Monats an der Küste ruhiges und überwiegend trockenes Wetter; ein im
hohen Norden vorüberschreitendes Minimum, das seinen Bereich am 2. vor°
übergehend über das Ostseegebiet und die jütische Halbinsel ausdehnte, brachte
verbreitete Niederschläge nur für Schleswig-Holstein.
Ein am Morgen des 2, gegenüber einem Mäximum über England nörd-
lich von Schottland angezeigtes Minimum schritt am 3. bis 5, mit großer Tiefe
südostwärts über Nordskandinavien nach Innerrußland, in dem angegebenen
Umfang am 3. über dem ganzen Gebiet und noch am 4. weit verbreitet von
Niederschlägen und stürmischen Winden aus westlichen Winden begleitet, die
an der Küste die höchsten Temperaturen des Monats herbeiführten.
Die Ausbreitung hohen Drucks über Mitteleuropa im Rücken der nach
Rußland verlagerten Depression brachte am 5. nur für kurze Zeit trockene
Witterung, da bereits am Morgen dieses Tages ein neues Minimum nördlich
von Schottland erschienen war, das bis zum 6. in ungeführ der gleichen Tiefe
wie das vorige, über Nordskandinavien schritt und einen Ausläufer entwickelte,
der die südliche Ostsee durchquerte, Diese Tage führten für das ganze Ge-
biet, bei langsamer Abnahme der Temperatur täglich Niederschläge und am
6. und 7. die genannten stürmischen Winde herbei.
Wieder trat nur kurzes Aufbessern der Witterung ein, da die Wetter-
karte vom Morgen des 7. auf dem Westabhang des im Rücken der letzten
Depression nordwärts über das Nordseegebiet vorgedrungenen Keiles hohen