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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1905, 
Bei aller Hochachtung für den auch.in Holland wohlbekannten Herrn 
Dr. O0. Fulst muß ich doch sagen, daß ich diese Auffassung nicht teile, und 
spreche es hier als meine feste Überzeugung aus, daß diese Tafeln wirklich 
eine sehr große Erleichterung zur Berechnung des Nebenmeridianbreite- 
Problems schaffen. Auch für die Berechnung nach der obenstehenden Formel 
ist ein fünfmaliges Eingehen in die Tafel der goniometrischen Funktionen 
erforderlich, und mittels dieser Formel hat man bloß die Breite und nichts 
mehr, während die Lösung mittels der Tafeln Breitepunkt, Richtung der 
Standlinie, Azimut und die Deviation des Kompasses ergibt. 
In beiden Fällen, Lösung mittels logarithmischer Berechnung oder 
mittels der Tafeln, muß man erst den Stundenwinkel berechnen; bis dahin 
sind beide Methoden gleich. Bei den erforderlichen Korrektionen jedoch 
führt die Praxis an Bord den besten Nachweis, daß die holländischen Tafeln, 
deren Anordnung der Anwendung der Korrektionen entspricht, einen ganz 
hervorragenden Vorteil bringen, Ebensowenig wird die Beachtung der ver- 
schiedenen Vorzeichenregeln, die Dr. Fulst auch als eine Schwierigkeit be- 
zeichnet, irgend welche Schwierigkeiten bieten, weil jeder Nautiker genugsam 
wissen muß, wie die Korrektionen angewendet werden sollen, ebensogut, als 
er sich auch nicht in der Formel sm S=...... irren und er anstatt £ DL nicht 
z—m * > 
—y— schreiben wird, 
Ich lasse hier einige der Praxis an Bord entnommene Beispiele folgen 
zur Beurteilung der Resultate mittels des Zwei-Nebenmeridianhöhen-Problems, 
berechnet mit den Tafeln von Bossen und Mars, und bitte den geringen 
Unterschied zu beachten zwischen dieser Ortsbestimmung und der durch 
Landpeilungen erhaltenen. 
Jeder unbefangene praktische Navigator wird wenigstens sehr zufrieden 
sein mit dem erreichten Resultate, und ihm wird die ganz einfache und doch 
genaue Bestimmung des Schiffsortes doppelt angenehm sein, und dies wird 
hoffentlich eine nähere Bekanntschaft mit den Tafeln, mittels welcher er so 
schnell und ohne Mühe den Schiffsort bestimmen kann, zur Folge haben. 
Beispiel I. Am 25. Juni 1905 auf 37° 11.5’ gegißter N-Br. und 1” 16,5 
gegißter W-Lg. sind die folgenden Beobachtungen gemacht: 
Mittl. Greenw. Zeit 11l 39min 29sek ©) wahre Höhe 74° 58’ 
> » {ha 31min 59sek (2) wahre Höhe 75% 2. 
Zwischen den Beobachtungen gesteuert rw. N 50°0 — 11.7. Welches ist 
die Lage des Schiffsortes bei der 2. Beobachtung. 
1. Beobachtung, 
Mittl. Greenw. Zt. = 111 3%min 2gsek 
yeg. W-Lg. in Zt. = 0b 5min sek 
M. Zt. an Bord == 111 34min 23sek 
Zeitgleichung = — min 14sek 
Wahre Zeit an Bord = 11h 32min sek 
Stundenwinkel Ob 27min 5]sek 
Tafel V, Seite 18 für 37° 12’ N-Br. gibt Qb = 0.3865 
Tafel V, Seite 15 für 23° 24 N-D. gibt Q1 = 0.2204 
Breite und Deklination, gleichnamig diese 
Werte zu subtrahieren — 0.1661 = 
Mit diesem Werte 0.1661, Tafel VI einzu- 
gehen, Seite 27 gibt C — 6.02sek 
Tafel VITI. Argumente Stundenwinkel 27.8min 
und C= 6..... gibt 77,2’ 
C= 002 ... eibt 0.2 
© N-Deklination = 23° 24.6’ © wahre Höhe = 74° 58 
Zeitgleichung — — min J4sek Zenitdistanz em 15° 2 
Taf. VIE 1. Korr. = — 1°17.7’ 
s— 13° 44,3 
Taf. VII, 2. Korr, = —- 3.38 
Breite-—Deklination = 13° 47.0 
Deklination = 23°24.6' 
1. Nebenmerid.-Br 3700 122°XN 
Tafel IX, Veränderung in Breite durch 1’ Fehler 
in Länge, mit den Argumenten C und p 
(Stundenwinkel), gibt auf Seite 56 — 0,37. 
Mit dem Werte 0.37 einzugehen in Tafel X, für 
37° Breite gibt Azimut 25°; abo 82570; 
Richtung der Standlinie N 65°0. 
{U 
und P — 97 S mi gibt es 1. Korr. = 77.4 
» P = 27,9 min » » 1. » = 77 
also P— 2785min 2% Ss 1.08 2— 77.7
	        
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