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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Herrmann, E.: Lord Rayleigh’s Untersuchungen üb. d. Schall in Hinsicht. auf Schallsignale. 545 
längerten Achse des Schalltrichters sollten keinen Unterschied finden, wenn 
derselbe gedreht wurde, Im ganzen wurde diese Erwartung bestätigt; doch 
ist ein wenig Vorsicht erforderlich. Wie gewöhnlich war die Erscheinung 
durch reflektierte Töne (wahrscheinlich vom Erdboden). verwickelt, In jedem 
Falle. war es durch leichtes Heben oder Senken des Kopfes sicher zu stellen, 
daß der Ton am stärksten gehört wurde. In: den Beobachtungspunkten, die 
in der horizontalen Ebene: von der Achse des Schalltrichters abwichen, trat 
bald der Unterschied infolge der Drehung in Erscheinung. Bei einer schiefen 
Stellung, von 30°, des Beobachters erschien der Ton stark vergrößert, wenn 
die größte Seite. der Öffnung aus horizontaler in vertikale Lage überging. 
Bei noch schieferer Stellung fiel der Ton bei horizontaler Lage dieser größten 
Seite stark ab, erholte sich aber, wenn diese Seite vertikal gestellt wurde. 
Jedenfalls waren die. Wirkungen sehr schlagend und noch überzeugender, 
als die Versuche mit. tonempfindlichen. Flammen, bei denen man über die 
Größe der durch die Flammen angezeigten Unterschiede mehr oder weniger 
in Zweifel ist. Es sei bemerkt, daß die Ausführung dieser Versuche in der 
Praxis, entsprechenden Maßen einen sehr großen Aufbau erfordern würde; 
beim Übergang von einem Ton von 20 cm Wellenlänge zu einem z, B. von 
120 cm Wellenlänge würden die linearen Dimensionen sich versechsfachen. 
Jedenfalls haben die allerdings. aus Mangel an Zeit und anderer Hinder- 
nisse wegen nicht erschöpfenden Prüfungen mit den elliptischen Schalltrichtern 
zu St. Catherine im Jahre 1901 gezeigt, daß diese bessere Resultate. als die 
Schalltrichter von kreisförmigem Querschnitt auch in den Dimensionen der in 
Gebrauch befindlichen Nebelsignale ergeben. ; . 
Da die Wellenlänge eines Tones im Wasser die 4'/,fache der Wellen- 
länge in der Luft ist, so sind nach diesen Darlegungen die Bedingungen für 
die größten Dimensionen der Schalltrichter um eine Verteilung des Schalls in 
möglichst großem Winkel zu erreichen bei den Unterwasser-Schallsignalen 
viel günstiger, als bei den in der Luft abgegebenen Schallsignalen. Bei den 
Unterwasser-Signalapparaten an Schiffen verbieten sich größere Schalltrichter 
von selbst, so daß bei diesen der größte Durchmesser ohnehin die halbe 
Wellenlänge nie übersteigen wird, An festen Unterwasser-Signalstellen aber 
können ohne Beeinträchtigung der größtmöglichen Schallverteilung Schall- 
trichter von größeren Dimensionen und also auch von größerer Wirksamkeit 
als bei den Unterwasser-Schallsignalen angewendet. werden. 
Im Falle einer einzelnen Schallquelle ist der zu überwindende Druck 
proportional der Größe derselben und daher die geleistete Arbeit proportional 
dem Quadrat der Größe der Schallquelle. Wenn, wie gewöhnlich in der Praxis, 
das Ziel ist, den Schall nur in einer (der horizontalen) Ebene auszusenden, 
kann eine Ersparnis durch Verteilung der Schallquelle bewirkt werden. 
Wenn Schallquellen, alle in gleicher Phase, auf einer vertikalen Linie verteilt 
werden, so ist die Wirkung auf entfernten Punkten in der horizontalen Ebene 
dieselbe, als wenn sie alle in einem Punkte konzentriert wären; aber die zu 
leistende Arbeit kann viel geringer sein, indem die Ersparnis der Tatsache 
entspricht, daß in anderen Richtungen als der horizontalen der Schall nun 
vermindert wird. 
Die mathematische Ableitung zeigt, daß bei zwei voneinander getrennten 
Schallquellen die in der Schallerzeugung geleistete Arbeit von der Entfernung 
der beiden Quellen abhängig ist.. Für den Fall, daß diese Entfernung = 0 
ist, wird die von jeder der beiden Quellen geleistete Arbeit verdoppelt, die 
Gesamtarbeit ist also das Vierfache der der einzelnen Quelle und so sind, wie es 
notwendig ist, die an einer Stelle vereinten beiden Schallquellen gleichwertig 
einer einzelnen von doppelter Größe, 
Wenn nun aber die Entfernung der beiden Quellen voneinander gleich 
der halben Wellenlänge des erzeugten Tones ist, so zeigen die mathematischen 
Gleichungen, daß die von jeder Quelle geleistete Arbeit durch die Anwesenheit 
der anderen Quelle nicht berührt wird. Dieser Schluß kann verallgemeinert 
werden. Wenn eine Anzahln von gleichen Schallquellen, in derselben Phase 
ın einer: vertikalen Linie aufgestellt wird, so daß die Entfernung zwischen
	        
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