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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

542 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1905. 
zeigt, daß, abgesehen von Reibung und anderen vielleicht nicht sehr wichtigen 
Komplikationen, die Wirksamkeit einer kleinen Schallquelle durch diese Vor- 
richtungen bis zu jedem Grade gesteigert werden kann, Es fordert nämlich 
im Falle eines kegelförmigen Schalltrichters das Gesetz der Erhaltung der 
Kraft, daß die Größe ou” (@ der Querschnitt, u die größte Geschwindigkeit 
der fortschreitenden Welle) konstant ist. Der größte Gesamtstrom (ou) ist 
also proportional jo, d.i. der linearen Ausdehnung des Querschnittes,. Wenn 
die Schwingungen unendlich klein sind, kann man mit einem so kleinen 
Durchmesser, als einem gefällt, beginnen und mit einem großen enden und so 
jede gewünschte Vervielfachung der Schallquelle erlangen. Denn der Gesamt- 
strom am offenen Ende des Schalltrichters ist es, der die Kraft der Quelle 
für äußere Zweeke bestimmt, Wenn indessen die am engen Ende periodisch 
eingeführte Luftmenge nicht mehr als unendlich klein behandelt werden kann, 
so versagt die Begründung, und es ist dann wahrscheinlich, daß der aus dem 
kegelförmigen Schalltrichter entspringende Vorteil sich vermindert, Im 
extremen Falle können wir leicht erkennen, daß dies so sein muß. Das meiste, 
was der Schalltrichter tun kann, wird sein, daß er seinen eigenen Luftinhalt 
der durch Kraft eingeführten Luftmenge hinzufügt. Wenn die letztere ohne 
Grenzen wächst, muß diese Hinzufügung schließlich verhältnismäßig unbedeutend 
werden, und dann könnte von dem Schalltrichter ebensogut abgesehen werden, 
Ahnliche Betrachtungen gelten für den Gebrauch eines Resonators. 
Es liegt kein Grund vor, daran zu zweifeln, daß aus dem Gebrauch der 
kegelförmigen Schalltrichter bei den bestehenden Nebelsignal-Apparaten großer 
Vorteil erwächst, obwohl derselbe wahrscheinlich nicht dem entspricht, der 
nach der Theorie der unendlich kleinen Schwingungen zu erwarten sein würde. 
Bei der Frage, wie nach einer weiteren Vermehrung der Schalistärke zu 
streben ist, muß man sich daran erinnern, daß die Kraftaufwendung bereits 
zu großer Höhe geführt worden ist. Die Benutzung größerer Kraft erfordert 
eine Vergrößerung in dem Umfange des Apparates, Dies würde an sich keine 
besondere Schwierigkeit bieten, aber wir dürfen nicht vergessen, daß alles 
Beziehung zur Wellenlänge des Tones hat, und daß diese wesentlich für uns 
durch die Natur des Ohres festgelegt ist. Es kann wohl sein, daß wir mehr 
zu tun versuchen, als die Bedingungen es erlauben, und daß ein weiterer Fort- 
schritt eine andere Art des Apparates erfordern würde. Wie die Sachen 
liegen, scheint zuzugeben sein, daß die große Kraft gebrauchenden Instrumente 
nicht im Verhältnis wirksam sind. 
Lord Rayleigh glaubt dazu zu neigen, daß ein großer Teil der bei 
mächtigen Instrumenten angewandten Kraft nicht in Schall umgewandelt wird; 
damit würde sich eine Reduzierung der jetzt gestellten, so hohen Anforderungen 
eröffnen. Wir müssen zu ergründen suchen, was aus der nutzlos aufgewendeten 
Arbeit wird. Lord Rayleigh hat lange gedacht, daß diese Arbeit in den Wirbeln, 
die nach dem Durchgang der Luft durch die verhältnismäßig engen Öffnungen 
der Sirene entstehen, verbraucht wird, und stimmt in dieser Ansicht mit 
O0. Lodge überein, Wenn dies in der Tat eine Frage des stetigen Luftstromes 
wäre, so könnte man mit Sicherheit aussprechen, daß eine große Verbesserung 
durch eine bessere Gestaltung der Durchlässe erreicht werden würde, indem 
sie auf der Ausströmungsseite allmählich kegelförmig sich erweiternd her- 
gestellt werden, Obgleich der intermittierende Charakter des Stromes ein 
wichtiges Element bildet, so kann dieser Schluß kaum völlig gestört werden, 
Der Vorteil einer Vergrößerung der Durchlässe selbst sollte ebenfalls im Auge 
behalten werden. 
Die zur Zeit in Gebrauch befindlichen konischen Schalltrichter müssen 
in einigem Grade als Resonatoren wirken, so daß ihre genaue Beziehung zur 
Tonhöhe oder zur Umlaufsgeschwindigkeit der Sirene nicht ohne Einfluß ist. 
Obgleich die in Rede stehende Beziehung Störungen durch Temperatur- 
änderungen unterworfen ist, dürfte es erscheinen, daß man zu einer besseren 
Anpassung, als sie bei den jetzigen Regulatoren möglich ist, gelangen kann. 
Um dies zu bewirken, würde ein Instrument, das imstande ist, die Stärke der 
Schwingung im Schalltrichter anzuzeigen, nützlich sein. Versuche scheinen zu
	        
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