Die Witterung zu Tsingtau im Dezember 1904, Januar und Februar 1905 usw, 539
Die Bewölkung des Himmels‘ war im letzten Drittel des Monats sehr
groß, sie betrug durchschnittlich 7.6 Zehntel, während das Monatsmittel
4.4 Zehntel ausmachte; es kamen 7 heitere und 4 trübe Tage zur Auszählung.
Der Durchschnitt der relativen Feuchtigkeit der Luft betrug 76°%,.
An 2 Tagen traten leichte Schneegestöber von kurzer Dauer auf, ohne
jedoch meßbaren Niederschlag zu hinterlassen; an einem Tage fiel Regen, 0.3 mm.
In den frühen Morgenstunden war die Atmosphäre häufig dunstig, ver-
einzelt trat Reifbildung auf.
Die Winde wehten zum größeren Teil aus nordwestlicher Richtung,
doch kamen auch, namentlich im zweiten Drittel des Monats, südliche Winde
vor. Die Durchschnittswindstärke betrug 2.9 der Beaufort-Skala. ;
Winde von Stärke 6 und darüber wurden beobachtet: am 1. N Stärke 6,
am 5. NW Stärke 7, am 8. WNW und NW Stärke 6, am 9. NNW Stärke 6,
am 11. NW Stärke 6, am 15. NW Stärke 6 und am 16. WNW Stärke 6.
Winter 1904/05. Die Witterung war im diesjährigen Winter im großen
und ganzen ungefähr dieselbe wie in früheren Jahren. Einige Abweichungen
kamen in den Temperaturen und bei den Niederschlägen vor. Es wurde
beobachtet im Winter:
1598/99 Maximum 13.9°,
1899/00 14.3°,
1900/01 14,09,
1901/02 11.20,
1902/03 14.09,
9083/04 11,09,
1904/05 13.19.
Minimum — 7,5°, mittlere Tagestemperatur 2.2°,
11.09, —0.1°,
10.29, —0.4°.
9.89, 1.35,
8.9°, 11°,
10... 0.99,
11 0.9°
Im diesjährigen Winter. wurden 63 Frosttage gezählt, 18 von diesen
Tagen waren Eistage.
Die Höhe der Niederschläge in diesem Winter war verhältnismäßig
gering, von 19,5 mm im ganzen entfallen 7.9 mm auf den Schneefall am 25,
und 26. Januar,
Die Niederschlagsmengen in den Vorwintern betrugen:
Winter 1898/99 = 21.5 mm. | Winter 1900/01 == 69.0 mm. Winter 1902/03 = 36.3 mm.
1599/00 — 34.2 «& « 1901/02 — 50.5 «& « 1903/04 — 21.9 «
Bei den beobachteten Winden, welche eine Durchschnittsstärke von 2.9
der Beaufort-Skala erreichten, fällt das Fehlen der sonst im Winter auftreten-
den Sandstürme und Stürme überhaupt (Windstärke 8 und darüber) auf.
Frische bis steife Winde, Windstärke 6 und mehr, die sämtlich aus den
beiden nördlichen Quadranten wehten, kamen an 20 Tagen zur Auszählung.
Zum Schluß sei noch bemerkt, daß der am 25. und 26. Januar gefallene
Schnee sowohl als Schutzdecke für das Getreide als auch beim langsamen
Schmelzen zur Anfeuchtung des Bodens für die Landwirtschaft von bedeutendem
Nutzen gewesen sein dürfte.
Sowohl in bezug auf die Niederschlagsmenge, wie die mittlere Temperatur
und den mittleren Barometerstand, wie auch die Verteilung der Winde zeigt
das Jahr 1903/04 nur geringe Abweichungen von den aus den Jahren 1898
bis 1903 gewonnenen Mittelwerten, so daß es als ein durchaus normales zu
bezeichnen ist. Heyne.