Prager, M.: Reise des Fünfm.-Vollschiffes »Preußen« u. d. Schulsch. »Herzogin Cecilie« usw. 535
Beide Schiffe wurden auf ihrem Heimwege durch Stürme nicht sonder-
lich aufgehalten, nur »Herzogin Cecilie« mußte am 26. Februar 1905, nicht
weit vom Kanal entfernt, auf 46° N-Br., 16° W-Lg. vor einem schweren Sturm
mit orkanartigen Böen aus WNW mehrere Wachen lenzen. Die größte Ge-
schwindigkeit erreichte »Herzogin Cecilie« an diesem Tage mit 56 Sm (14 Sm
in der Stunde), »Preußen« am 25, Dezember mit 60 Sm (15 Sm in der Stunde)
auf 34° S-Br., 35° W-Lg. Die Durchschnittsgeschwindigkeit betrug für »Preußen«
7.5 Sm, für »Herzogin Ceecilie« 6.7 Sm in der Stunde,
Die einzelnen Abschnitte auf der Heimreise beider Schiffe sind folgende:
Viermastbark (Schulschiff) »Herzogin
Ceeilie«,
1904. 14. Dez. Abfahrt von Iquique.
1905. 1.Jan. 50° $S-Br. in84° W-Lg. 17 Tge.
> 5.» KapHom . ... 5 »
9. » 509 S-Br. in 53.8°
„ W-Lg.. . . 0...
4. Febr. Aquator in 28° W-Lg.
1. März. Lizard an . . ..
[quique—Lizard . . ...
Die Witterung zu Tsingtau im Dezember 1904, Januar und Februar 1905,
nebst einer Zusammenstellung für den Winter 1904/05 sowie für die
vier Jahreszeiten und das Jahr Dezember 1903 bis November 1904.
Bericht der Kaiserlichen Meteorologisch- astronomischen Station zu Teingtau.
Die folgende Tabelle enthält die meteorologischen Beobachtungen aus
Tsingtau sowohl für die Monatsdrittel als auch für die ganzen Monate De-
zember 1904, Januar und Februar 1905. Am Schluß der Tabelle findet sich
eine Zusammenstellung für den Winter 1904/05 und die vier Jahreszeiten wie
das Jahr Dezember 1903 bis November 1904, (Letztere wie die Berechnungen
der »Allgemeinen Luftbewegung« für die einzelnen Zeitabschnitte sind unter
Zugrundelegung der Windbeobachtungen an den drei Terminen eines jeden
Tages — vgl. »Ann. d. Hydr. etc.« 1900. S. 68 — auf der Deutschen Seewarte
eingefügt worden.)
Dezember 1904. Die Temperatur der Luft hielt sich im allgemeinen
so ziemlich in denselben Grenzen wie im gleichen Monat der vorhergehenden
Jahre. Sie war im ersten Drittel des Monats noch verhältnismäßig hoch
und sank dann im zweiten Drittel plötzlich um mehrere Grade,
Während die Nächte nun im letzten Monatsdrittel durchschnittlich
kälter wurden, wurden die Tage zur Mittagszeit wieder etwas wärmer,
Das Tagesmittel der Temperatur betrug 2.1°, das Minimum — 7,.7° und
das Maximum 13.1°.
Größere Temperaturschwankungen traten infolge der umlaufenden Winde
nur zwischen dem 6. bis 11. auf; hier betrug der Unterschied beispielsweise
—18.9° in der Zeit von 7 Uhr morgens am 10. bis 7 Uhr morgens am 11.
Eistage wurden 3, Frosttage 22 gezählt.
In den früheren Beobachtungsjahren lagen die Verhältnisse, wie folgt:
1898 "Tagesmittel
1899
1900
901
1902
‚002
SO Minimum — 5.5°,- Maximum 1” 9°, Eistage 0, Frosttage 76,
3.9° 7:30 1° x 5
» , »
1.89, —7,30, 4.90) «0% «24.
3.89, „080, 1 «10, « 19.
2.69, —5,79, ‘40° 02 3 «20.
2.4°, —7.0°, 11.09, 1, 21.
Ebenso wie im vorigen Monat war auch im Dezember mit Ausnahme
weniger Tage fast durchweg heiterer Himmel vorherrschend; es wurden dem-
entsprechend 16 heitere und nur 1 trüber Tag gezählt. Die Bewölkung
betrug im Durchschnitt 2.8 Zehntel.