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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Prager, M;: Reise des Fünfn.-Vollschiffes »Preußen« u. d. Schulsch. »Herzogin Cecilie« usw. 533 
und langsam steigendem Barometer stetig, er holte auf ungefähr 28° N-Br. 
nach N bis NNO herum und ging in den Nordost-Passat über. Die polare 
Grenze des Nordost-Passates erreichte »Preußen« am 20., »Herzogin Cecilie« 
am 21, September. Die durchlaufenen Strecken bis zu diesen Tagen betrugen 
durchschnittlich für »Preußen« 183, für »Herzogin Cecilie« 162 Sm: im Etmal. 
Bei schönem Wetter und mäßigem Passatwind, der Nordost-Richtung beibehielt, 
erreichten beide Schiffe, die am 25. September einander in Sicht kamen, am 
27. September. die Südgrenze des Nordost-Passats, auf 12° N-Br, 22° W-Lg. 
Der darauf einsetzende südwestliche Wind mit anfänglicher Stärke 0—2 ge- 
stattete bis zum 30. September nur ein langsames Vorwärtskommen, es wurden 
nur Entfernungen von durchschnittlich 72 bzw. 62 Sm. im Etmal_ durchlaufen, 
die kürzesten während der ganzen Ausreise. Am 6. Oktober setzte mit zuerst 
stark südlichem Wind auf 3° N-Br. der Südost-Passat ein, und beide Schiffe, 
die bis zum 5. Oktober zusammengeblieben waren, passierten am 7. Oktober 
den Äquator, 
Mit frischem Südost-Passat, dessen Stärke im Mittel 6, vereinzelt 7—8 
betrug, erreichte »Preußen« am 12. Oktober auf 18° S-Br., 34° W-Lg., »Her- 
zogin Cecilie« am 13. früh auf derselben Breite, aber 36° W-Lg. die polare 
Grenze des Südost-Passats. Der Standort beider Schiffe war am 13. mittags: 
»Preußen« 20.6° S-Br., 36.5° W-Lg., »Herzogin Cecilie« 17.9° S-Br., 36.3° W-Lge., 
mithin hatte »Preußen« einen Vorsprung von‘ annähernd 160 Sm. Ohne be- 
sondere Abschwächung, Stärke 4—5, drehte der Südostwind am 13. Oktober 
nach Nordost herum und wehte, mit Ausnahme des 14.—15, Oktober, an 
welchen Tagen schwache südwestliche Winde einsetzten, bis zum 19. bei 
wechselnder Stärke aus östlicher Richtung, Während »Preußen«, 3—4° west- 
licher stehend, auf 37° S-Br. umlaufende und unbeständige Winde aus west- 
und nordwestlicher Richtung antraf, behielt »Herzogin Cecilie« bis zum 25, Ok- 
tober frische SSO-Winde. Die verhältnismäßig günstigeren Winde hatten 
»Preußen« schnell südwärts geführt, so daß schon am 26, nachmittags 50° S-Br, 
in 64° W-Lg. geschnitten werden konnte, wogegen »Herzogin Cecilie« erst am 
28. Oktober diesen Breitenparallel erreichte. Mit recht frischen, zeitweilig 
stürmischen Winden aus vorwiegend westlicher Richtung passierte »Preußen« 
am 29, »Herzogin Cecilie« am 831. Oktober auf 57° S-Br. Kap Horn. Bei 
trübem regnerischem Wetter und zuzeiten schweren Hagelböen holte der Wind 
westlich von Kap Horn nach NW herum und hielt sich in diesem‘ Quadranten 
bis zum 3, November, Für beide Schiffe bot sich somit Gelegenheit, schnell 
die erforderliche westliche Länge abzusegeln, Der Standort der »Preußen« 
war um Mittag des 3. November 53° S-Br., 82.8 W-Lg., während »Herzogin 
Cecilie« sich auf 56.7 S-Br., 79.6° W-Lg. befand. An diesem Tage erreichten 
beide Schiffe die größte Schnelligkeit. Mit günstigem, aber stürmischem 
SSW-Wind durchlief »Preußen« von 4 bis 12 Uhr vormittags eine Distanz von 
132 Sm (66 Sm auf jeder Wache) also 16,5 Sm in der Stunde, »Herzogin Cecilie« 
von 0 bis 4 Uhr nachmittags 64 Sm, also 16 Sm in der Stunde. Während 
nun »Preußen« noch um 12 Uhr nachmittags am 3; November den 50° $S-Br. 
durchschnitt (die Umsegelung des Kap Horn von 50° S-Br. im Atlantischen 
bis 50° S-Br. im Stillen Ozean dauerte also vom 27. Oktober morgens bis 
3. November Mitternacht 8 Tage), brauchte »Herzogin Cecilie« vom 28. Ok- 
tober 4 Uhr morgens bis 5. November mittags 8 Tage 8 Stunden, Am Nach- 
mittag des letztgenannten Tages erlitt aber das schnelle Vorwärtskommen 
der »Herzogin Cecilie« eine Unterbrechung, indem der wieder nach NW. um- 
gesprungene Wind aus WNW mit Stärke 10—11, Barometer 12 Uhr abends 
735.7 mm, einsetzte und das Schiff während der Dauer von 14 Stunden zum 
Beidrehen. zwang. »Preußen« dagegen lief mit starkem bis stürmischem West- 
wind schnell nordwärts und schnitt am 8. November früh auf 30% S-Br. die 
polare Grenze des Südost-Passats, wogegen »Herzogin Cecilie«, durch leichte 
südwestliche Winde am schnellen Fortkommen behindert, erst am 12. November 
den 30° S-Br. durchschnitt. In den ersten Vormittagstunden des 12, erreichte 
»Preußen« noch den Bestimmungsort Iquique, »Herzogin Ceeilie« dagegen ge- 
langte 2 Tage und einige Stunden später am 15. November-mittags in Taltal an.
	        
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