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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Dezember 1905. 
Nach dem Sturm. Fast alle am Sonntag im Hamburger Hafen eingetroffenen Schiffe 
hatten schwer unter dem orkanartigen Sturm zu leiden, der in den letzten Tagen der verflossenen 
Woche in der Nordsee getobt hat. So schwer hat es dort seit langer Zeit nicht gewütet, Der von 
Hull gekommene englische Dampfer -Cito« erlitt schwere Decksschäden. Sturzseen rissen die aus 
Olfässern bestehende Deckslast los und schleuderten sie gegen die Verschanzungen, die dadurch zum 
vrößten Teil zerstört wurden. Das Chaos wurde erst beendet, als sämtliche Deekslast über Bord 
erissen war. — Dem hier eingetroffenen englischen Kohlendampfer »Woodhorn« schlug eine Sturz- 
sec die Vorderluke ein. Unter unsäglichen Anstrengungen gelang es der Schiffsbesatzung, Segel über 
lie Luke hinwegzuziehen und dadurch die Öffnung provisorisch so weit zu dichten, daß der 
»Woodhorn« vor dem sicheren Untergang bewahrt blieb. — Dem hier angekommenen englischen 
Dampfer »Gracil« schlugen Sturzseen die Rettungsboote zur Seite, wodurch die Bootsdavits gleich 
Streichhölzern geknickt wurden, — Dem englischen Kohlendampfer »Skalpa« schlugen Sturzseen die 
Verschanzungen ein. — Der am Sonnabend abend im hiesigen Hafen eingetroffene Postdampfer 
‚Aline Woermann« hatte im Sturm in der Nordsee eine gewaltige See übergenommen, die die Tür 
zur Kajüte einschlug und in der Kajüte verheerende Wirkungen ausübte, Die festgeschraubten 
Stühle und Tische wurden losgerissen und durcheinander geschleudert. Ein Passagier erlitt hierbei 
oainen Beinbruch.« 
Die Reise des Fünfmast-Vollschiffes „Preußen“ und des 
Schulschiffes „Herzogin Cecilie‘“ nach den Salpeterhäfen Südamerikas. 
September bis November 1904. 
Von M. Prager, Assistent der Deutschen Seewarte. 
Bereits am Schlusse der Mitteilung »Die zweite Reise des Hamburger 
Fünfmast-Vollschiffes ‚Preußen‘ von Hamburg nach Iquique und zurück, März 
bis Juli 1903«, Ann, d, Hydr. usw. 1903, S, 385 ist darauf hingewiesen worden, 
daß dem Schiffe »Preußen« in dem Schulschiffe »Herzogin Cecilie« in bezug 
auf Schnelligkeit der Reise ein scharfer Nebenbuhler entstanden ist! Die 
Heimreise der »Preußen«, Mai bis Juli 1903, von 50° S-Br., 82.8° W-Lg. betrug 
53 Tage, von demselben Breitenparallel an, aber in 96,8” W-Lg., gebrauchte 
»Herzogin Cecilie«, April bis Ende Mai 1903, ebenfalls 53 Tage, somit hat 
dieses Schiff, begünstigt durch bessere Windverhältnisse, ein ebenso gutes 
Resultat erzielen können. ‚Jetzt liegen die an Bord beider Schiffe geführten 
meteorologischen Journale von September 1904 bis Januar und März 1905 
der Deutschen Seewarte vor, und es erscheint angebracht, zumal die Ausreise 
beider Schiffe zur selben Zeit angetreten wurde, über die Schnelligkeit dieser 
Segler einen Vergleich anzustellen, 
Am 6, September 1904 verließ »Preußen«, Kapitän B. Petersen, die 
Elbe, am 7. »Herzogin Cecilie«, Kapitän M. Dietrich, die Weser, In der 
Nordsee und dem Kanal hatten beide Schiffe gegen südwest- und westlichen 
Wind zu kreuzen, dennoch passierte schon am 11. September »Preußen« um 
3 Uhr vormittags und »Herzogin Cecilie« um Mittag Lizard. Der Standort 
beider Schiffe um Mittag dieses Tages war: »Preußen« auf 48.9° N-Br., 6° W-Lg.,, 
»Herzogin Cecilie« auf 49,8° N-Br., 5.1° W-Lg., somit hatte »Preußen« einen 
Vorsprung von ungefähr 60 Sm. In den folgenden Tagen kreuzten beide 
Schiffe zunächst gegen südwestlichen Wind von wechselnder Stärke, der am 
13. September zum Sturme anwuchs und »Herzogin Cecilie« zum Beidrehen 
zwang. Während »Herzogin Cecilie« sich von einer nördlich liegenden De- 
pression entfernte, lief »Preußen«, 120 Sm. südlicher stehend, in ein Teilminimum 
hinein, das sich südlich von den Azoren gebildet hatte. Schon in den Morgen- 
stunden des 16. September frischte der südöstliche Wind bis Stärke 9 auf 
und fiel gegen Mittag mit orkanartigen Böen, Stärke 11, Barom, 744,8 mm aus 
westlicher Richtung ein. Da aber »Preußen« nicht beidrehte, sondern sich 
von dem in östlicher Richtung ziehenden Minimum mit schneller Fahrt ent- 
fernte, so flaute der Wind schon in den späteren Nachmittagsstunden dieses 
Tages nach NW drehend ab. »Herzogin Cecilie« näherte sich, weit nördlicher 
stehend, zwar auch diesem Teilminimum, hatte jedoch nur frische Östliche 
Winde, die an der Westseite der Depression nach NW drehend, das Schiff 
schnell südlich führten. Dieser nordwestliche Wind blieb bei mittlerer Stärke
	        
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