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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

3530 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1905. 
(I. T. V.) schwankten mit ihren größten Beträgen zwischen 2,2° (Hamburg) 
und 1.3° (Neufahrwasser und Borkum), während die kleinsten zwischen 1.3° 
(Hamburg und Rügenwaldermünde) und 0.7° (Borkum) liegen. 
Als heitere Tage, an denen die Bewölkung im arithmetischen Mittel aus 
den dreimal täglichen Beobachtungen nach der Skala 0 bis 10 kleiner als 2 
war, sind über größeren Gebieten der 18. an der ganzen deutschen Küste, der 
13. und 15, an der Nordsee, der 19. an der ganzen Ostsee und der 17. und 
20. an der ostdeutschen Küste zu verzeichnen, 
Nebeltage über größeren Gebieten waren der 5. und 27. an der Nordsee 
und der ostdeutschen Küste, der 29. an der ganzen Küste, 
Gewitter traten nur vereinzelt auf, 
Die monatlichen Niederschlagsmengen schwankten durchweg zwischen 
60 und 80 mm, nur an einzelnen Orten stieg infolge sehr ergiebiger Regen- 
fälle an einzelnen Tagen die Gesamtmonatsmenge bis über 110 mm. Sehr 
erhebliche, in 24 Stunden 20.0 mm übersteigende Niederschläge hatten aufzu- 
weisen an der Ostsee: Brüsterort 30 mm am 2., Hela 21 mm, Neufahrwasser 
20 mm am 14., Rixhöft 32 mm, Leba 41 mm, Stolpmünde 35, Rügenwalder- 
münde 28 mm am 23.,, Swinemünde 28 mm, Ahlbeck und Travemünde 21 mm 
am 3.; an der Nordsee: Cuxhaven 22 mm am 10., Hamburg 23 mm am 3. und 
21 mm am 25., Geestemünde 29 und Wangeroog 27 mm am 27, 
Wetterlage. In den ersten Septembertagen steht die Küste wie in den 
letzten Tagen des August, unter depressionalem Einfluß und hat daher trübes 
und regnerisches Wetter. Da das im Südwesten Europas liegende Hochdruck- 
zebiet nordostwärts drängt, gleichzeitig aber von Nordwesten neue Depressionen 
oder Ausläufer weiter Östlich gelegener Depressionen südöstlich vordringen, 
treten an der Grenze der beiden Gebiete wie in den letzten Augusttagen 
stürmische nordwestliche Winde und zwar besonders an der östlichen Ostsee- 
küste auf, die hier vielfach starke Regenfälle mit sich bringen. 
Vom 5. an rückt das Hochdruckgebiet, einer von Westen heran- 
dringenden Depression weichend, über Deutschland nach Rußland vor. Die 
jetzt aus Südwest wehenden leichten Winde bringen bei meist trübem Wetter 
sine starke Erwärmung. Doch bei weiterem Herannahen der nordöstlich vor- 
rückenden Depression und der dadurch bewirkten Drehung der Winde über 
West nach Nordwest, die am 9. an der Nordsee, am 10. an der ganzen Küste 
zu stürmischen Winden auffrischen, sinkt die Temperatur wieder unter den 
Mittelwert, 
Am 12. erscheint im Südwesten Europas ein neues Hochdruckgebiet, 
das in den folgenden Tagen nordostwärts bis Finnland vorrückt, während 
der Norden Europas unter dem Einfluß ostwärts vorüberziehender 
Depressionen steht, Ihm gegenüber liegt ein zweites neues Hochdruckgebiet 
über Südwesteuropa, das aber bald einer neuen von Südwesten her vor- 
dringenden Depression weichen muß, 
War die Witterung während des Vorherrschens des antizyklonalen 
Einflusses ruhig, meist trocken und in den Tagen vom 17, bis 20. vielfach 
heiter, so tritt bei dem weiteren langsamen Vorrücken der Depression all- 
mählich ein Umschlag in trübes Wetter mit stärkeren Regenfällen ein, Die 
Depression breitet sich langsam über ganz Süd- und Mitteleuropa aus, während 
von Westen Hochdruck über Irland herandringt. — Am 29. erscheint im 
hohen Norden eine Depression, die, einen südlichen Weg einschlagend, für die 
Küste eine Reihe regnerischer und stürmischer Tage bringt. Am 30.,, wo die 
Depression über Südschweden liegt, wehen an der Ostseeküste mäßige süd- 
westliche Winde, während die an der Nordseeküste aus Nordwest wehenden 
Winde hier stürmischen Charakter haben. 
Gedruckt und in Vertrieb bei E. S. Mittler & Sohn 
Königliche Hofbuchhandlung und Hofbuchdruckerei 
Berlin SW, Kochstraßbe 68— 71
	        
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