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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

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Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1905. 
Dazu schreibt Kapitän Zander: »Die am 19. März unseren Kurs kreuzende 
leichte Depression nahm einen äußerst klaren und verständlichen Verlauf, 
Bei schnell fallendem Barometer blieb die Windrichtung fast beständig hoch 
östlich, so daß vorauszusehen war, daß das Zentrum uns wahrscheinlich 
passieren würde, Das gegen 7h N. langsamer fallende Barometer warnte uns 
rechtzeitig vor dem Umspringen des Windes; während einer halben Stunde 
wurde es bei zeitweise durchbrochener Luft fast windstill, dann begannen die 
Wolken schnell aus westlicher Richtung zu ziehen und kam mit heftiger 
Regenböe ein steifer bis stürmischer Westwind durch. Wir hatten das Schiff 
bei langsamer fallendem Barometer auf B-B.-Halsen gelegt und hatten somit 
keine Schwierigkeiten, « 
Die Depression nahm den in dieser Gegend gewöhnlichen Verlauf und 
schnitt bei südöstlichem Fortschreiten 50° S-Br. in 49° W-Leg. Mg. 
7. Beginn der Fahrten für die erdmagnetischen Bestimmungen auf 
dem nördlichen Stillen Ozean.!) Zu diesem Zwecke ist die Brigg »Galilee« von 
San Francisco von der Abteilung für Erdmagnetismus des Carnegie Instituts 
gechartert worden, Das Schiff ist 1891 aus Holz gebaut und hat ein 
Deplacement von 600 t. Nach verschiedenen notwendigen Anderungen: Ersatz 
des Stahlgutes durch Hanfgut usw. nahm das Schiff im August seine 
Tätigkeit auf. Es wurden magnetische Beobachtungen an verschiedenen 
Küstenplätzen um die Bai von San Francisco ausgeführt. Mit Hilfe eines 
Schleppers wurde das Schiff am 2., 3. und 4. August in der Bai geschwojt 
und die Deviationskoeffizienten bestimmt. Am 5. August segelte »Galilee« von 
San Francisco ab, führte je nach den Wetterverhältnissen mehrere oder wenigere 
magnetische Beobachtungen aus, wurde zweimal unter Segel geschwojt und 
kam in San Diego am 12. August an. Diese erste Fahrt galt Versuchen und 
der Prüfung verschiedener Instrumente und Methoden. 
Nachdem weitere Änderungen vorgenommen und die Deviations- 
koeffizienten aufs neue bestimmt worden waren, segelte am 1. September das 
Schiff nach den Hawai- und Midway-Inseln und wird am 1. Dezember in San 
Francisco zurückerwartet, Naclı diesen zwei Versuchsreisen soll es frühzeitig 
im Jahre 1906 von San Francisco wieder unter Segel gehen zu einer längeren 
Fahrt, die den ganzen Umkreis des Stillen Ozeans umfaßt, (»Science«, 6. Oct. 1905.) 
8. Starke Stromkabbelung. Kapt. H. Schade vom Dreimastschuner 
»Eduard« berichtet in seinem meteorologischen Tagebuche während der Reise 
von Hamburg nach Pernambuco folgendes: »Am 31, August 1904 beobachteten 
wir in 0° 16’S-Br. und 28° 54’ W-Lg. von 8% N. an starkes Stromrauschen, 
Das Wasser kocht förmlich und spritzt an Deck, Vorher war das Meer sehr 
ruhig. Das Schiff befand sich bis zum nächsten Morgen 9h in einer Strom- 
scheide, und es war unmöglich, mit dem bewachsenen Schiffe hindurchzu- 
kommen. Der Wind war SSO Stärke 1 und 2, und es erstrekte sich die Strom- 
grenze in der Richtung WSW bis ONO und verschob sich beträchtlich, Um 
9% V. raumte der Wind und frischte auf, so daß nun aus der Stromscheide 
herausgesegelt ‚werden konnte; sie war jedoch noch bis 12% mittags sichtbar. 
Die Wassertemperatur und Wasserfarbe war auf beiden Seiten fast gleich.« 
Am 1, September ergab sich eine Besteckversetzung für die letzten 24 Stunden 
nach N36°W 14 Sm. Ahnliche Beobachtungen über Stromkabbelung hat 
Kapt. Schade schon vor der Mündung des Amazonenstromes gemacht, jedoch 
noch nicht auf diesen Breiten, 
9. Wasserhosen nördlich von Sumatra. Der Dampfer »Prinzregent 
Luitpold«, Kapt. H. Kirchner, befand sich am 6. April 1905 auf einer Reise 
von Penang nach Colombo um 7'/,4V. in 5.9° N-Br., 96.47 O-Lg.; 60 Sm östlich 
von Pulo Weh und in 35 Sm Abstand von der Nordküste Sumatras. Die meteoro- 
logischen Beobachtungen waren für 4YVY.: W2, Luftdruck 759.5 mm, Luft 
28.2° C,, Wasser 29.0° C., Bewölkung o, Seegang W 3; für 8b V.: WNW 1, 
761,2 mm, 27,9° und 28.9° C, Himmel mit Regen- und Haufenwolken halb 
bedeckt, Seegang WNW 3. Die Bemerkungen lauten: »Zwischen 7% und 84 V. 
Vol, Ann. d. Hrdr. ete.. 19035. 8. 8922.
	        
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