516 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1905.
russische Regierung ihn im fernen Osten gleichfalls angenommen, Er hat für
sich das unbestreitbare Zeugnis der Seeleute der Kriegs- und Handelsflotten,
welche sich davon befriedigt und, was die Hauptsache ist, ihn ohne Schwierigkeit
verständlich erklären,
Könnte man nicht von jetzt ab einen Versuch dieser Art machen (die
Ausgaben wären unbedeutend), wenigstens an einigen der Hauptsignalstellen
an den Küsten von Portugal, der Azoren, von Spanien, Amorica und Irland?
Zugunsten der Fischerflotten und der Küstenschiffahrt würde man in Ver-
bindungen die alten Signalzeichen anwenden; der nächste Kongreß würde
nach der Erfahrung zum größten Wohle der Seeleute zu entscheiden haben.«
Der Vorschlag des Herrn Froc enthält zunächst nur die allgemeinsten
Gesichtspunkte. In welchen Grenzen derselbe ausführbar ist, besonders in
welchem Umfang die zur Zeit möglichen Nachrichten eine sofortige Mitteilung
der bestehenden Wetterlage von praktischer Bedeutung gewährleisten und
inwieweit unsere jetzige Kenntnis der atmosphärischen Vorgänge die kommende
Entwickelung der Wetterlage mit einiger Sicherheit zu bezeichnen vermag,
darüber spricht sich Herr Froc zunächst nicht aus. Es ist zu erwarten, daß
hierüber eine lebhafte Erörterung sich entwickeln wird, von der unseren
Lesern im gegebenen Falle Kenntnis zu geben wir nicht unterlassen werden
und die zu vermitteln als eine der Aufgaben dieser Zeitschrift betrachtet
werden muß. Allerdings sind die Vorgänge auf dem Nordatlantischen Ozean,
der für die Ausführung des Vorschlages des Herrn Froc zunächst in Betracht
kommt, sehr viel verwickelter, als über dem Gebiet des bereits bestehenden
Signalsystems von Zikawei. Immerhin werden besonders die praktisch
beteiligten Kreise Herrn Froe für die gegebene Anregung zu einer weiteren
Entwicklung der praktischen Wetterkunde in dieser Richtung lebhaften Dank
wissen. Hr.
Kleinere Mitteilungen.
ı. Mittelwerte aus den Beobachtungen von Temperatur und Salz-
gehalt des Seewassers inı Marsdiep (Helder) und der Zuidersee aus den
Jahren 1894 bis 1903. Um den Zusammenhang zwischen den Eigenschaften
des Seewassers und dem Ertrag der Fischerei in seinen alljährlichen
Schwankungen überblicken zu können, müssen für ein bestimmtes Gebiet
langjährige Beobachtungsreihen betreffend den Salzgehalt und die Temperatur
gewonnen werden, Man erhält so Durchschnittswerte und kann dann beurteilen,
wie die Abweichungen von diesen den mittleren Jahresertrag jeweils beeinflussen.
Solchen Zwecken dienende Beobachtungen hat H. C. Redeke!) veröffentlicht.
Sie sind am Marsdiep und der Zuidersee angestellt und erstrecken sich über
die Jahre 1894 bis 1903 einschließlich. Es werden für jeden Monat die drei
Dekadenmittel und die daraus folgenden Monatsmittel für Salzgehalt und
Temperatur gegeben. An der erst genannten Beobachtungsstelle wurde zu
Beginn der Flut, sonst um 7% a, m. abgelesen; die Werte beziehen sich auf
die oberste Schicht bis höchstens 2 m Tiefe. In der Zuidersee wurde an drei
Punkten beobachtet: bei der Insel Urk, bei Lemmer und Marken; da die
Temperatur an diesen Stellen wesentlich die gleiche ist, so sind. deren Angaben
für das ganze Gebiet der Zuidersee zusammengezogen.
Das Temperaturminimum fällt in die Zeit vom 25. Januar bis 5, Februar;
das Temperaturmaximum für Marsdiep liegt in der Zeit vom 25, Juli bis
25. August, während die Zuidersee ein ziemlich scharf ausgeprägtes Maximum
für die Zeit vom 25. Juli aufweist, Für die Zeit von Mitte März bis Mitte
August hat die Zuidersee die höhere Temperatur (1 bis 2°), sonst die um
etwa gleichviel tiefere. Die folgende Tabelle gibt einen Auszug der Zahlen.
) In: Mededeelingen over Visscherij. XI Jahreane 1904. Nr. 182. 8. 261 bis 270.