502 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, November 1905.
50. Meridian sind nennenswerte Abweichungen nicht zu verzeichnen. Dann
aber tritt eine negative Abweichung auf, die sich auch in dem östlichen Teile
erhält, und zwar in einer für die Gegend östlich vom 100. Meridian unge-
wöhnlichen Stärke, wie sie auch in den folgenden Jahren nicht wieder beob-
achtet wurde,
August: Der erste Winter bietet im allgemeinen in allen Teilen des
Ozeans ein normales Bild. Abgesehen von der Gegend zwischen 48 und 58°
O-Lg. verläuft die 10° Isotherme ganz normal. Ebenso die übrigen höheren
Isothermen, Abnorme Temperatur zeigt nur die Kältebucht, die sich von den
Prinz Edward und Crozet-Inseln nordwärts erstreckt und Abweichungen von
2° hat. Doch darf man nicht übersehen, daß für diese Gegend nur spärliches
Material vorliegt.
November: Der letzte Terminmonat des Jahres 1901 unterscheidet
sich auffällig von den vorhergehenden dadurch, daß der westliche Teil zu
kalt ist, Dagegen muß der mittlere Teil wieder gesondert betrachtet werden,
da die westliche Hälfte zu kalt, die östliche aber ‚normal bzw. zu warm ist.
Im östlichen Teil kann die Oberflächentemperatur mit geringen Abweichungen
als normal bezeichnet werden.
b) 1902 Februar: Der südliche Sommer zeigt uns ein neues Bild im
Verlauf der Isothermen. Es findet im westlichen Teile ein starkes Zu-
sammendrängen der Linien gleicher Temperatur statt, Während die 10° Iso-
therme nur wenig nördlich von der normalen Lage verläuft, buchten die höheren
Isothermen stark nach Süden aus, so daß besonders die Gegend zwischen 35
and 42° S-Br. zu warm ist. Der mittlere Teil muß hauptsächlich in höheren
Breiten als zu kalt gelten, während der östliche Teil, von ganz geringen ne-
gativen Abweichungen abgesehen, normal ist.
Mai: Im Mai 1902 nehmen die Isothermen in allen drei Teilen des
Ozeans einen fast normalen Verlauf, Merkliche Abweichungen, d. h. solche,
die + 1° überschreiten, sind nicht vorhanden.
August: Ein ganz anderes Bild bietet dieser Winter, den der »Gauß«
im antarktischen Eise zubrachte. Das westliche Drittel ist viel zu kalt.
So reicht die 20° Isotherme südwärts nicht mehr über den 30, Breitengrad.- Auch
der mittlere Teil ist zu kalt, besonders im Nordosten der Crozet-Inseln, während
die Temperaturverteilung im östlichen Teile unseres Gebietes normal ist.
November: Abnorm kalt ist im südlichen Frühling 1902 .der west-
liche Teil. Die 10° Isotherme ist meistens um zwei volle Breitengrade nach
Norden verschoben. Gleichfalls zu kalt ist die mittlere Gegend, in der wieder
stark das Kältegebiet der Crozet-Inseln zur Geltung kommt, während weiter
nördlich die 14° Isotherme schon fast eine normale Lage innehat. Das Ge-
biet östlich vom 70. Längengrad zeigt nichts Anormales,
c) 1903 Februar: Dies Jahr ist im Februar im westlichen Teile
zu kalt. Allerdings haben wir hier wieder ein Zusammendrängen der Iso-
thermen, so daß in der Gegend 30 bis 40° O-Lg. eine geringe positive Ab-
weichung vorhanden ist. Viel zu kalt ist dann vor allem die Gegend zwischen
40 und 60° O-Lg. Die 12° Isotherme schneidet z, B. den 50. Meridian in einer
Breite, wo in einem normalen Sommer die 16° Isotherme sich befinden soll.
Dagegen sind im östlichen Teile die Temperaturen, von geringen Abweichungen
abgesehen, fast normal.
Mai: Verhältnismäßig kleine Abweichungen zeigt der Mai. Entschieden
zu kalt ist nur der westliche Teil. Unter normal sind im mittleren Teile dann
noch die Temperaturen südlich vom 42. Breitengrad zwischen den Crozet-
Inseln und den Kerguelen, Der Isothermenverlauf im östlichen Drittel ist fast
normal, in niederen Breiten sogar etwas zu südlich.
August: Im August findet im Agulhasstromgebiet wieder ein Zu-
sammendrängen der Isothermen statt, da die 20° Isotherme nach Süden rückt.
Im zweiten Drittel finden wir im Süden wieder eine negative Abweichung,
Der ganze Osten ist dagegen zu warm, wenngleich nicht viel.