Die Witterung an‘ der deutschen Küste im August 1905.
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Windrichtung, Zahl der Beobachtungen (je 3 am Tage)
Mittl. Wind-.
stärke(Beaufort)
Stat.
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Die Witterungsverhältnisse im deutschen Küstengebiete während des
Monats August waren mit Ausnahme der Niederschlagsverhältnisse nahezu
normal. Luftdruck, ” Temparatur und Bewölkung zeigten nur geringe Abweichungen;
das Luftdruckmittel war kleiner, das Temperaturmittel‘ größer,
das Mittel der Bewölkung im Westen größer, im Osten kleiner als der
Normalwert. Die Niederschläge waren dagegen im Osten stellenweise ganz
bedeutend zu hoch, im Westen bald mehr, bald weniger reichlich, als zu erwarten
war,
Die Morgentemperaturen zeigten sowohl im Monatsmittel, wie überhaupt
die Temperatur, wenig Abweichung von den vieljährigen Mitteln, als auch im
einzelnen; Nur vom 4. bis 6. August herrschte warmes Wetter; der Unterschied
vom Normalwert betrug am 4. morgens bis 5° (Hamburg), mittags
bis 9° (Swinemünde), am 5, morgens bis 7°, mittags sogar bis‘ 12° (ostdeutsche
Küste), während am 6. die Abweichungen noch 10° (morgens und
mittags, Memel) erreichten. Mit Ausnahme des Morgens. des 4, war der Osten
in: diesen Tagen bedeutend wärmer als der Westen; letzterer ‘hat nur
1 Sommertag, ersterer ander ostdeutschen Küste 4 Sommertage aufzuweisen. —
Die Temperatur sehwankte nach den Aufzeichnungen der Normalbeobachtungsstationen
zwischen 32.3° der höchsten von Neufahrwasser (Königsberg dagegen
hatte als Maximaltemperatur‘ 36° am 6.) und 7.6° der niedrigsten von Rügenwaldermünde,
also um 24.7°, während am gleichen Ort die größte Schwankung
22.8° in Hamburg und die kleinste 11.3° in Borkum betrug. .
Die aus der Änderung von Tag zu Tag für die drei Beobachtungstermine
ohne Rücksicht auf die Vorzeichen der Änderungen als arithmetisches
Mittel‘ berechneten Werte der interdiurnen Veränderlichkeit der Temperatur
(I. T. V.) schwankten mit ihren größten Beträgen zwischen 1.5° (Borkum) und
2,5° (Rügenwaldermünde) und erreichten diese durchweg am Nachmittag,
während die kleinsten Beträge am Morgen vorliegen und zwischen 0.8° (Keitum)
und 1.7° (Memel) schwanken. .
Als heitere Tage, an denen die Bewölkung im arithmetischen Mittel aus
den dreimal täglichen‘ Beobachtungen nach der Skala 0 bis 10 kleiner als 2
war, sind über größerem Gebiete nur an der ostdeutschen Küste der 4,, 18,,
22. 24. zu verzeichnen. Nebel trat nur vereinzelt auf, ; ,
Gewitter traten sehr zahlreich auf, In größerer Ausdehnung wurden
Gewitter beobachtet am 4,, 8., 11., 19., 23. an der ganzen deutschen Küste,
am 10. und 28. an der ostdeutschen Küste und vereinzelt noch an mehreren
Tagen, hauptsächlich an der Ostseeküste. .
Die monatlichen Niederschlagsmengen zeigen an der Nordsee durchweg
geringere Werte als an der Ostsee, wo. besonders durch starke Gewitterregen
an einzelnen Tagen bedeutende Niederschlagshöhen erreicht wurden. So
hatten sehr erhebliche, in 24 Stunden 20.0 mm übersteigende Niederschläge an
der Ostsee: Brüsterort (38, 21, 25 mm am 11,,28., 30.), Pillau (26 mm: am 29.),
Hela (24, 24, 48 mm am 19,, 27., 29.), Neufahrwasser (23 mm am 29.); Rixhöft
(36 mm am 29.), Leba (22, 24 mm am 29, 30.) Rügenwaldermünde (39 mm