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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Kleinere Mitteilungen. 
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3. Naphtha-Ausbruch im Kaspischen Meere. Der Ingenieur Blashe- 
jewski der Firma Siemens & Halske machte, als er unweit der Insel Shiloi, 
etwa 20 Sm vom Apscheroner Leuchtturm entfernt, auf einem Regierungs- 
dampfer mit Kabelverlegung beschäftigt war, am '10./23. Oktober morgens 8 Uhr 
durch ein Zeißbinocle, Vergrößerung 71/,, sehr deutlich folgende Beobachtung: 
In einer Entfernung von etwa 11/, km vom Dampfer erfolgte plötzlich 
ein periodisch im Verlaufe einer halben Stunde mehrfach wiederkehrender 
unterseeischer vulkanischer Ausbruch: einer trüben Masse, der jeweilig das 
Wasser des sonst stillen Meeres in einer Höhe von etwa 6 m bei etwa 28 m Durch- 
messer heftig aufrauschen ließ. Es ergab sich danach bei weiterer Kabel- 
verlegung, daß sich der hier 23 bis 27 m tief gelegene Meeresboden in einer 
Ausdehnung von etwa 5 km um weitere 25 bis 29 m gesenkt hatte. Die 
Wasserfläche war nach dem Ausbruch in weitem Umkreis mit weißer Naphtha 
bedeckt, welche Erscheinung auch während der ganzen noch. 8 Tage an- 
dauernden Fahrt zu konstatieren war. . ; 
Neuere Veröffentlichungen. 
A. Besprechungen und ausführliche Inhaltsangaben. 
Reichs-Marine-Amt. Segelhandbuch für die Nordsee, Teil I, Heft 4, Die 
Hoofden. Vierte Auflage, 1904, 8°% 331 S. In Kommission bei Dietrich 
Reimer (Ernst Vohsen) Berlin, 
Die vorliegende vierte Auflage des Segelhandbuchs für die Nordsee ist nach. den neuesten 
englischen und niederländischen Quellen berichtigt und umgearbeitet worden. Die Nachrichten für 
Seefahrer sind bis zum 12. November 1904 berücksichtigt. Es enthält die Beschreibung der nieder- 
ländischen Küste von Terschelling bis Ostende und der englischen Ostküste von Cromer bis North 
Foreland. Seine Ergänzung nach dem Englischen Kanal hin bilden die beiden . vor kurzer Zeit 
ebenfalls in neuer Auflage. erschienenen Segelhandbücher für den Englischen Kanal, von ‚denen 
Band II sich an die belgische Küste anschließt, während Band I die Beschreibung der englischen 
Küste von North Foreland nach Westen fortsetzt. Der eigentlichen Küstenbeschreibung sind all- 
gemeine Angaben über Betonnung, Leuchtfeuer, Signal-, Rettungs- und Lotsenwesen der Niederlande 
und England vorausgeschickt sowie über Witterung, Strom, Lotungen, Dampfer- und Seglerwege in 
den Hoofden. Zwei Tafeln geben. eine Übersicht über die zu benutzenden Karten, während im 
Text u. a, die holländischen und englischen Sturmsignale, sowie die Wasserstandssignale für IJmuiden 
and Hoek van Holland abgebildet sind. .J. Hr. 
Handbuch für die Fahrt von Kronstadt nach Wladiwostok und zurück. 
8. Band, 1. Teil: Der nördliche Indische Ozean. 8°, 250 S. mit 19 Karten 
(Russisch). Herausgegeben von der hydrographischen Hauptverwaltung, 
St. Petersburg 19038, 
Der erste Teil des 8. Bandes des vorliegenden Segelhandbuchs, das die Strecke von der 
Straße von Bab-el-Mandeb nach Singapore behandelt, folgt auf den 4, Band, Der 5. Band (vom 
Englischen Kanal nach Gibraltar), der 6. Band (von Gibraltar nach Port Said) und der 7. Band 
(von Port Said nach Perim) erscheinen später. Der 1. Abschnitt des Buches enthält in der ‘kurzen 
Beschreibung der den nördlichen Indischen Ozean umgrenzenden Länder physikalisch-geographische, 
politische, geschichtliche und andere Angaben, die zum Teil nur in sehr losem, wenn überhaupt einem, 
Zusammenhange mit dem eigentlichen Zweck eines Segelhandbuchs stehen, und die man. daher in 
andern Segelhandbüchern nicht findet. So bringt die Beschreibung Indiens, der ziemlich viel Raum 
yewidmet ist, auch Angaben über die Stärke der Landstreitkräfte. Im 2, Abschnitt sind die all- 
yemeinen physikalisch-geographischen Verhältnisse Jes nördlichen Indischen Ozeans beschrieben, mit 
besonderer Berücksichtigung der Wirbelstürme, während der 3. Abschnitt die Witterungs-, Strom- 
und Windverhältnisse im Arabischen Meere und Bengalischen Meerbusen in den einzelnen Monaten 
behandelt. Außer holländischen und englischen Quellen ist für diesen Abschnitt auch das. Segel- 
handbuch der Seewarte für den Indischen Ozean benutzt worden. Der 4. Abschnitt enthält die 
Dampfer- und Seglerwege im Arabischen Meer, im Bengalischen Meerbusen und in der Malakka- 
straße und der 5. Abschnitt die allgemeinen Verkehrsverhältnisse (Eisenbahnen, Telegraphen, Dampfer- 
ünien) sowie die wichtigsten Angaben über die Häfen und Ankerplätze im nördlichen Indischen 
Ozean. Im Anhange folgt eine Anzahl Tabellen mit Angaben über Wind und Strom an der Küste 
Ceylons in den 12 Monaten des Jahres und mit klimatologischen Daten für 13 indische Häfen. 
Beigegeben sind dem Werke zwei Windkarten (aus dem Atlas zum Segelhandbuch der Seewarte für 
den Indischen Ozean), vier synoptische Wetterkarten für die Monsunzeit (vom Meteorologischen 
[nstitut in Caleutta), 12 Stromkarten für den Aden-Golf und die Umgebung des Kaps Guardafui 
(aus dem Atlas des Meteorologischen Instituts in Utrecht) sowie eine Mißweisungskarte für 1900 
nach der Neumayerschen Mißweisungskarte). J. Hr.
	        
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