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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Kleinere Mitteilungen, 
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richtet W.L, im »Morskoi Sbornik«, Heft 3, 1905, Er ging vom russischen 
Generalmajor Scharinzow aus und bezweckte die Errichtung eines starken, 
bis auf den Grund reichenden Eiswalles rings um das gestrandete Schiff, der 
trockendockartig die. Abdichtung des beschädigten Schiffsbodens ohne Taucher 
ermöglichen sollte, Wenn auch der Versuch beim »General-Admiral Apraxin« 
nicht gemacht ‚wurde, so verdient doch der Vorschlag nach Ansicht des Ver- 
[assers mehr Beachtung, als ihm seiner Zeit geschenkt wurde; bei Strandungen 
in flachem Wasser (etwa 3 bis 6m) und auf weichem Grunde, z. B. im 
Finnischen Meerbusen, die dort‘ häufig im Spätherbst vorkommen, könnte der 
Plan des Generalmajors Scharinzow im Winter unter Umständen mit Vorteil 
in die Tat umgesetzt werden, 
Die Ausführung ist ungefähr folgende: Um die vordere. Hälfte des ge- 
strandeten Schiffes, die gewöhnlich auf flacherem Wasser sitzt als die hintere, 
wird sich bei etwa 3 m Wassertiefe nach einiger Zeit strenger Kälte ein bis 
auf den Grund reichender Gürtel von übereinander geschobenem Eise gebildet 
haben. Bei »General-Admiral Apraxin« war dies an einigen Stellen der Fall. 
Um diesen Eisgürtel zu ‚einer festen, für Wasser undurchlässigen Masse zu 
verbinden, werden in ihm rings um die vordere Hälfte des Schiffes drei Reihen 
von etwa vierzölligen, bis auf den Grund reichenden Bohrlöchern in Abständen 
von je 1m schachbrettartig hergestellt. Durch Zuführung von flüssiger 
Kohlensäure oder flüssiger Luft wird das in den Löchern sich sammelnde 
Wasser zum Gefrieren gebracht, Gleichzeitig wird rings um die hintere Hälfte 
des Schiffes, falls das Eis dort nicht bis zum Grunde reicht, ein etwa 10m 
breiter Streifen aus der Eisdecke ausgehauen und dieser nun offene Streifen 
durch übereinander geschichtete Eisschollen ausgefüllt, bis das Eis den Grund 
erreicht und etwa 1m über den Wasserspiegel hervorragt. Die. Zwischen- 
räume zwischen den einzelnen Schollen werden mit einem Gemisch aus zer- 
kleinertem Eis und Sand ausgefüllt und durch Zuführung von Chlorkaleium 
fest aneinander angefroren, Den einzelnen Schichten muß Zeit gelassen werden, 
genügend fest aneinander anzufrieren. Die nötigen Eisschollen werden in etwa 
65. m Entfernung vom Schiff mit Pyroxilin ausgesprengt. Sobald auf diese 
Weise ein etwa 10 m breiter fester Eisgürtel rings um das Schiff fertiggestellt 
ist, wird er mit Hilfe von Bohrlöchern und durch Zuführung von flüssiger 
Kohlensäure oder dergl. unmittelbar an den Schiffskörper angefroren, so daß 
dieser vollständig in Eis eingebettet ist. Dann kann man bei dem beschädigten 
Teil des Schiffes eine genügend große Öffnung bis auf den Grund aushauen, 
von dort aus die flache Stelle unter dem Schiffsboden abgraben, etwaige 
einzelne Steine entfernen und das Leck dichten. Der äußere Rand des Eis- 
walles muß während dieser, Arbeiten gegen Schmelzen und. Abbröckeln durch 
Bohrlöcher und Auffüllung derselben mit erkaltender Mischung gesichert 
werden, 
Die Kosten eines solchen Unternehmens, das in etwa zwei Monaten aus- 
zuführen wäre, veranschlagt der Verfasser auf höchstens 25 000 Rubel ein- 
schließlich des ganzen Materials und von über 200 Arbeitern. J.Herrmann, 
6. Sonnenring. Herr Kapt. Böge, D. »Cap Roca«, berichtet der 
Deutschen . Seewarte folgendes: »Am 17. Februar. auf. 12° 45’ .S-Br. ‚und 
36° 5’ W-Lg. um 11% 30min V, beobachteten wir ein eigentümliches, schönes, 
jedenfalls ‚recht seltenes. Phänomen. 
Um die fast im Zenit stehende Sonne hatte sich ein mächtiger, nach 
Messung 45° im Durchmesser fassender Hof oder Ring gebildet, der in allen 
Regenbogenfarben glänzte, aber in umgekehrter Reihenfolge, rot nach innen 
und violett nach außen, . Der Raum innerhalb des Ringes war von einem 
dunkelgrauen Wolkengebilde ausgefüllt, aus dessem Mittelpunkte die Sonne 
leicht verschleiert aber blendend herausstrahlte. In dieser dunkelgrauen 
Masse hoben sich zahlreiche, vom Sonnenlichte hell beleuchtete Cirruswölkchen 
ab, anscheinend ohne Bewegung, Nach außen bildete der Ring am blauen 
wolkenlosen Himmel einen intensiv blendenden hellgrauen Reflex, der sich 
nach- dem mit dichten Cumulus-Wolken umlagerten Horizont allmählich 
abschwächte.
	        
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