452 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, Oktober 1905.
Monat Tag" Wetter
Wind
Luft-
emp.
of"
Seegang
Bemerkungen
Febr. '
23. leicht bewöhkt
24, | bewölkt
925. klar
WSW 1
NWW 2
NO 1
2
42
0
ruhig
bewölk”
ruhig
wenig Treibeis.
mit Ebbe und Flut viel Eis.
am Tage gedrängt voll Treibeisz nachts
wenig Eis.
nur wenig Eis.
viel leichtes Eis.
wenig Treibeis,
kein Treibeis.
26. +
27. +
28.
l.
bewölkt
klar
heiter
bedeckt
klar
leicht bewölk
WSW 3
NW 2
NNW
WzS 3
NNW 1
W2
ONO 1
NO 1 2
WSW 3 0
SW I 412
Still ‚+4
S0z01 +2
SW1 LT
SW HL |
& 0S0 2 141,5
klar ONO1 }—7 | + Jleichtes Treibeis im Fahrwasser.
Von hier ab sind keine Eisberichte mehr im Journal angezeigt.
März
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7
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9
0
1.
2,
3.
können bei starker Eisbildung, Nebel und niedrigen Wasserständen Verhältnisse
eintreten, die die Schiffahrt für einige Zeit unterbrechen; da diese Unterbrechung
aber stets örtlich und rasch vorübergehend ist, so hat sie für den Elbverkehr
nur eine untergeordnete Bedeutung. Hinsichtlich der Einsegelung in die Elbe
ist zu bemerken, daß bei schwerem Eisgange (siehe oben) die Elbleuchtschiffe
mitunter gezwungen sind, ihre Stationen zu verlassen, Es ist für die ein-
laufenden Schiffe dann ratsam, nur bei südlichen oder westlichen Winden in
die Elbe einzusegeln, da das Treibeis sich nur mit diesen Winden von der
Süd- bzw. Westseite des Fahrwassers und von den Hafeneingängen von Cux-
haven entfernt. In den schmalen, engen Teilen des Fahrwassers ist der Eis-
gang besonders stark und drängt die Schiffe alsdann auf die Sände. Für
das Aufgehen der Schiffe ist der Eintritt der ersten Flut als günstiger Augen-
blick zu benutzen, da das Eis sich alsdann noch nicht zusammengeschoben hat,
Passiert man alsdann sowohl beim Elbaufwärts- wie abwärtsgehen eine größere
Strecke freien Wassers, so ist allemal der Verdacht berechtigt, daß sich irgendwo
infolge von eingetretenem Tauwetter oder anderer Umstände sich die Schnitte
gelöst und in der oben beschriebenen Weise über das Fahrwasser gelagert
hat. Doppelte Aufmerksamkeit ist nun erforderlich, da ein Zusammenprallen
mit dem Eisfelde, zumal bei in Ballast gehenden Schiffen, die übelsten Folgen
haben kann, Herrscht Nebel, so ist das Ankern anzuraten, Ist es aber klar,
so kann man den Versuch machen, die Schnitte zu durchbrechen, indem man
ganz langsam an dieselbe heranfährt, um alsdann mit voller Kraft sie zu
durchbrechen. Gelingt dies nicht, so muß man die Hilfe von Eisbrechern ab-
warten oder liegen bleiben, bis einem stärkeren Schiffe der Durchbruch ge-
lungen ist, um sofort in dessen Kielwasser zu folgen, ehe die Schollen sich
wieder zusammengeschlossen haben. In jedem Falle sind die Eisbrecher ver-
pflichtet, den Schiffen bei Eisgang das Durchkommen auf jede Weise zu er-
leichtern und ihnen nötigenfalls unentgeltliche Hilfe zu leisten, Läuft ein Schiff
während der Eiszeit in der Weise fest, daß es nur durch Aufwendung außer-
ordentlicher Mittel wieder abzubringen ist, und beansprucht es die Hilfe der
Eisbrecher, so muß es für diese Hilfe Zahlung leisten, Das Gleiche tritt ein,
wenn ein Schiffsführer sein Schiff von einem Eisbrecher geschleppt haben
will oder andere außergewöhnliche Arbeiten verlangt.
Untersuchen wir jetzt die Wirkungen des Eises auf das Strombett selbst,
so interessieren in erster Linie die Eisstopfungen, Diese Eisstopfungen treten
vorzugsweise an den Orten auf, wo die Flutschwankung gering ist, und in
engem Fahrwasser das obere abtreibende Eis auf das untere trifft; bei nicht