accessibility__skip_menu__jump_to_main

Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

448 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, (Oktober 1905, 
finden denn hier auch die schwersten Eistreiben statt. Solange es aber friert 
und Ostwind herrscht, trifft man von der Lühe ab bis Grauerort kein Eis 
an; das Fahrwasser ist hier breit und das Wasser nördlich der Fahrrinne 
geht zu. Von Grauerort über Pagensand bis Glückstadt haben die Schiffe 
eine der gefahrbringendsten Strecken auf der Elbe zu durchfahren. Das 
Fahrwasser ist sehr eng, eine Unmenge Sände liegen hier im Strom und 
schieben sich zum Teil bis ins Fahrwasser hinein, da die Elbkorrektion noch 
nicht bis hierhin fortgeschritten ist, Hier ist das gefährliche Packeis, auch 
Eisberge, die bis zu 17 Fuß aus dem Wasser emporragen, anzutreffen. Bei 
schwerem Eisgange wird Feuerschiff »Krautsand« eingezogen. Hinter dem 
Pagensand verbreitert sich die Elbe immer mehr; die Schnitte, die bei 
Pagensand sich an der Südseite zuweilen bis in die Mitte des Fahrwassers 
erstreckt, bildet jetzt keine Belästigung mehr für die Schiffe, da die Fahr- 
rinne sehr breit ist. Zwischen der Rhinplate und dem Glückstadtufer er- 
streckt sich eine feste Eisdecke. Zu beachten sind hier nur die Wind- 
verhältnisse; der Westwind treibt die Schnitte der Südseite nach der Ostseite 
und umgekehrt; d. h. weht der Wind quer über das Fahrwasser, so ist die 
Luvseite, wenn nicht ganz eisfrei, so doch weniger mit Eis gefüllt, als die 
Seite, wohin der Wind weht; auf dieser findet dann auch der schwerere 
Eisgang statt. Alsdann wendet sich die Elbe mehr nach Brockdorf zu und 
von hier aus nach Westen. Hier ist das Wasser so breit, daß auch die Tiden- 
strömungen keine großen Eisbelästigungen bringen. So bleiben die Eis- 
verhältnisse bis nach Cuxhaven und naclı See hinaus, wo das Watt je nach 
der Schwere der Winter mehr oder weniger zugeht (siehe Tafel 16). Anders 
gestalten sich jedoch die Eisverhältnisse beim Eintritte von Tauwetter, Ehe 
ich hierzu übergehe, mögen die Eisverhältnisse im Kaiser Wilhelm-Kanal be- 
sprochen werden, Im allgemeinen kann mit der Tatsache gerechnet werden, 
daß der Kaiser Wilhelm-Kanal dasjenige Binnenfahrwasser ist, das für die 
Schiffahrt mit eisernen Schiffen passierbar gehalten wird, solange hierfür 
die Notwendigkeit vorliegt. Bei Eintritt der Eisbildung wird der Kanal oder 
eine Fahrrinne durch Eisbrecher offen gehalten, Das gebrochene Eis wird 
infolge des auch in den Wintermonaten recht regen Verkehrs in ganz kleine 
Stücke zerbrochen, die dann durch den Elbstrom zur Zeit der Ebbe nach 
See hinaus geführt werden, Für das in Brunsbüttelkoog bei der Entwässerung 
gering salzige, ausströmende Kanalwasser wird in Holtenau fortwährend 
Ostseewasser hineingelassen, Im Kanal befindet sich alsdann bald Wasser 
mit so starkem Salzgehalt,!) daß bei eintretendem Tauwetter das Eis in sehr 
kurzer Zeit zerfressen wird und verschwindet. Seit dem Bestehen des Kanals 
vollzog sich der Verkehr in den Wintern 1896 bis 1903 folgendermaßen: 
Eisverhältnisse im Kaiser Wilhelm-Kanal. 
Jahr 
[896 —18597 
1597 — 1595 
1595— 1599 
1S99-— 1900) 
1900— 1901 
1901— 1902 
1902 — [1903 
Eisbildung 
Beginn | Ende 
25. IN. 1897 
eistrei 
eisfrei 
3.XIL159923. I 1900] 
9. IL. 1900'21. IT. 19001 
2, I. 190128. I. 1901 
31. I. 1901 6. III. 1901 
18.X 11.1901 24.XI1L.1901- 
8. IT. 1902 7. III 1902 
5.XIL1902 15.X11.1902 
8. I. 190329, I. 1908 
Einwirkung auf die Schiffahrt 
Kiserne | © ” 
Dampfer | Schleppzüge |  Hölzerne Schiffe 
iınbehindert 
—20. II. gesperrt 
unbehindert 
gesperrt 
unbehindert 
Verkehr erschwert 
25. XII. —4, I, gesperrt 
5 L- 22. I 
‚0. II.-—21. IT. 
4. I. 285. I. 
31. 1 —6. II. 
18, XIL—24. XI. 
1. IL.—7. IIT, 
4. XH.—18. XIL 
19. L—29. I 
(7. I.—21. L gesperrt 
Verkehr erschwert 
22, 1.—25. IT. gesperrt 
Vol. Möller: „Ann. d. Hyvdr. ete.< 1593, S 99.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.