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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Ann. d. Hydr. ete,, XXX. Jahrg. (1905), Heft X. 
53 
Die Eisverhältnisse auf der Unterelbe. 
Von Paul Hambruch, Hamburg, 
‘Hierzu Tafel 14, 15, 16.) 
Einer Anregung des Direktors der Deutschen Seewarte in Hamburg, 
Herrn Kontreadmiral a. D. A. Herz, folgend, habe ich es versucht, eine kurze 
Monographie der Eisverhältnisse auf der Unterelbe. zu entwerfen, So inter- 
essant die meteorologischen Erscheinungen auf der Unterelbe sind, ist es mir 
leider unmöglich, näher auf dieselben einzugehen, Für Hamburg besitzen 
wir ausführliche gute Beobachtungen, nicht so für Cuxhaven, Allerdings 
soll auch hier auf Veranlassung zuerst der Norddeutschen Seewarte, dann 
der Deutschen Seewarte von dem Jahre 1871 ab regelmäßig beobachtet 
werden; aber diese Beobachtungen sind nicht vollständig und verläßlich 
genug, um deren ausgiebige Benutzung für diese Arbeit‘ zu gestatten. 
Es kann also leider nur auf die Luft- und Wassertemperaturen näher ein- 
gegangen werden, Als Unterlagen für diese Temperaturen dienten die 
»Meteorologischen Jahrbücher« der Deutschen Seewarte von 1876 bis 1900 
und die »Witterungsbeobachtungen der Deputation für Strom- und Hafenbau 
in Hamburg, Abteilung Cuxhaven«, deren Benutzung im Manuskript mir 
freundlichst gestattet wurde. Die Cuxhavener Beobachtungen waren in Reaumur- 
Graden ausgedrückt, sie wurden in Celsius-Grade umgerechnet. In Hamburg 
wurde die Lufttemperatur um 8% V,, 2b N., 82 N, gemessen, in Cuxhaven um 
62 V, 1bN, 8PN. 
Die Wassertemperatur wurde in Hamburg um 8% V.,, in Cuxhaven 1% 
vor Hochwasser und eine Stunde nach Niedrigwasser gemessen. 
Als Unterlagen für den zweiten Teil dienten die Angaben und Aktenstücke 
der Deutschen Seewarte, der »Deputation für Handel und Schiffahrt«, der 
»Deputation für Strom- und Hafenbau« in Hamburg, ferner das ausführliche 
Werk: Görz und Buchheister: »Das Eisbrechwesen im deutschen Reiche. 
Berlin 1900«, Eine Skizzierung der Eisverhältnisse, wie sie durchschnittlich im 
Winter sich auf der Unterelbe abspielen, verdanke ich dem Herrn Oberlotsen 
John Jorjan in Övelgönne; ihm sei auch an dieser Stelle mein herzlichster 
Dank für seine wertvollen Mitteilungen ausgesprochen. 
I. Die Temperaturverhältnisse. 
_ Ehe ich an die Betrachtung der Temperaturverhältnisse gehe, wie sie in 
den einzelnen Monaten in Hamburg und Cuxhaven sich darstellen, will ich 
eine Übersicht der Witterungsverhältnisse der Monate Januar und Februar 
des Jahres 1871 voranstellen, wie sie an beiden Orten. von der Firma 
Campbell & Co. in Hamburg beobachtet wurden. Es wurde gerade. dieser 
Zeitabschnitt gewählt, um ein Bild von den Eis- und Verkehrsverhältnissen 
auf der Unterelbe vor endgültiger Einführung der Eisbrecher zu geben. Man 
erkennt, daß im großen und ganzen die Witterungserscheinungen an beiden 
Orten dieselben sind, höchstens um einen halben oder ganzen Tag differierend. 
Dabei ist allerdings nicht zu verkennen, daß Cuxhaven eine mildere Witterung 
aufweist als Hamburg. 
Ann. d. Hydr. ete., 1905, Heft X.
	        
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