418 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1905,
gebracht hat. Man soll finden, welchem Winkelwert die durch irgendwelche Zeich-
nung ermittelte Strecke AN = % entspricht. Man beschreibe um A mit einem
Radius => AR einen Halbkreis OEP; lege einen Transporteur von gleichem
Radius mit dem Nullpunkt auf A, mit dem Zentrum auf E und lasse das
Zentrum auf OEP gleiten, bis der Punkt N mit einem Punkte der Peripherie
des Transporteurs zusammenfällt. Man
muß dabei darauf achten, daß der
Nullpunkt stets auf A liegen bleibt.
Dann liest man an der Peripherie bei N
einen Winkel gleich y ab. Benutzt
man einen Doppeltransporteur, so lege
man die Scheide des Nullschenkels so,
daß sie auf AE fällt. Auf diesem
Schenkel sowie auf dem beweglichen
bezeichnet man sich vorher genau die
Endpunkte der Strecken, die gleich
lem Radius AE sind. Dann läßt man
das Zentrum des Doppeltransporteurs
an OEP entlang gleiten, dabei den
auf dem Nullschenkel bezeichneten End-
punkt des Radius stets auf A haltend,
und dreht den beweglichen Schenkel
solange, bis der darauf bezeichnete
Endpunkt des Radius mit N zusammen-
fällt. Dann liest man an der Kreisteilung einen Winkel gleich y ab. Dies
Verfahren empfiehlt sich besonders, solange der Winkel y < 90° ist, da dann
etwaige Fehler der Zentrierung keinen zu großen Fehler in ” hervorrufen
werden. So findet man im vorliegenden Falle 7 — 60°, Dasselbe Resultat
würde man auch durch Ablesen an der Skala AR erhalten haben, denn es
ist hier AN = AE, und AE repräsentiert den Sinus eines Winkels gleich
30-=— Z, mithin ist y= 60°, Zum Beweise fällen wir von E auf AN das
Lot EL, das AN halbieren muß, da AEN ein gleichschenkliges Dreieck ist.
Zugleich wird auch der Winkel an der Spitze des Dreiecks halbiert. Es
wird daher
sin AEL == sin AS = US = AS = AN =sin $, mithin
ABN 7 also auch
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AEN = y, was zu beweisen war.
Hat man die Strecke AN genau gefunden, so wird man auch den
Winkel y genau finden. Der Doppeltransporteur gestattet Ablesungen auf 4’;
man würde also auch y auf!’ genau erhalten können. Wie ersichtlich, kommt
alles darauf an, den Punkt N so scharf als möglich zu erhalten. In dem
Diaßramm auf der Tafel 12 ist N der Schnittpunkt zweier aufeinander senk-
rechter Linien, Der Punkt N wird mithin so genau gefunden, als ihn die
Zeichnung irgend zu liefern vermag. Die Schnittpunkte’ zweier Kurven lassen
sich nie so genau angeben als die Schnittpunkte zweier Senkrechten; durch
Diagramme mit Kurven können daher die Aufgaben nur annäherungsweise
gelöst werden. Bei Benutzung des bekannten Weirschen Azimut-Diagramms
kann man zwar das Azimut auf 44” ablesen, doch erhält man dadurch das
Azimut nicht auf 47 genau, da vor allen Dingen dort, wo es in der Praxis
Am meisten angewandt wird (d. h. wenn das Azimut nicht weit von 90° ent-
fernt ist, unter welcher Bedingung die Beobachtung des Azimuts auf See am
genauesten ausgeführt werden kann), kleine Fehler in der Lage des Schnitt-
punktes der Kurven erhebliche Fehler im gefundenen Azimut nach sich ziehen,
Zur graphischen Darstellung der Zenitdistanz und des Stundenwinkels
ıgnen sich von den von mir in den »Ann. d. Hydr. ete.« 1903, S. 213 ff.
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