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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Schott, G.: Übersicht der Meeresströmungen und Dampferwege in einer Weltkarte. 407 
bewegung um 20 bis 30 Sm nach Nordosten in je 24 Stunden gemäß dem Er- 
gebnis der erwähnten neuen Untersuchung besitzt. 
Was schließlich den Stillen Ozean betrifft, so ist in dem am oberen 
Rande der Karte befindlichen Karton, der die Bewegungen zur Zeit des’ nörd- 
lichen Sommers darlegen soll, die bisherige Südwestrichtung des östlichen 
Teiles der Südäquatorialströmung mehr in eine Westrichtung übergeführt 
worden, so daß die in sich geschlossene und zusammenhängende westliche 
Trift über den gesamten Stillen Ozean von Osten nach Westen in den Breiten 
zwischen 0° und 20° S-Br. besser als bisher zum Ausdruck kommt. Wichtiger 
ist die Änderung in der Darstellung der zwischen den Kermadek-Inseln und 
Neuseeland gelegenen Meeresgebiete. Der Verfasser hat sich überzeugt, daß 
die in der ersten Ausgäbe der Weltkarte 1898 angenommene vorwiegend Öst- 
liche Richtung der Versetzungen nur für den südlichen Winter gilt, wenn in 
diesem Gebiet westliche Winde von zum Teil großer Stärke vorherrschen,‘) 
also gerade für diejenige Jahreszeit, welche in dem Hauptblatt der Weltkarte 
nicht dargestellt werden sollte; es ist deshalb und im Einklang mit den zur 
Zeit des nördlichen Winters hier vorhandenen Windverhältnissen (leichte Ost- 
winde und ziemlich viel Stillen) bei den Kermadek-Inseln ein Zug des Ober- 
flächenwassers nach Westen hin angenommen worden, der schließlich in den 
Küstenstrom an der Ostküste Australiens hinüberführen mag. Wie die Strom- 
verhältnisse nahe der Nordküste der Nordinsel Neuseelands liegen, kann an 
der Hand des spärlichen Materials mit Bestimmtheit überhaupt noch nicht 
entschieden werden. Die in der zweiten Auflage der Weltkarte vertretene 
Auffassung von den Stromvorgängen des ganzen fraglichen Gebietes deckt 
sich zwar auch jetzt noch nicht in allen Punkten mit den ebenfalls mehr oder 
weniger unsicheren Auffassungen anderer Autoren; immerhin dürfte nunmehr 
ein Stein des Anstoßes für die Kritik aus dem Wege geräumt sein, 
Hiermit mögen diese Zeilen abgeschlossen sein, welche die Neuausgabe 
der »Weltkarte zur Übersicht der Meeresströmungen und Dampferwege« be- 
gleiten und dazu dienen sollen, die bei der Arbeit befolgten Gesichtspunkte 
klarzustellen. 
Neue Sturm- und Wettersignale an der chinesischen Küste. 
-Einführung vom 1. Januar 1906 an. 
Nach einer Mitteilung von Herrn Louis Froc, S, J, Direktor des 
Observatoriums zu Zikawei tritt am 1. Januar 1906 eine gänzliche Anderung 
der Sturm- und Wettersignale an allen den Plätzen der chinesischen Küste“) 
ein, die von diesem Observatorium Wetternachrichten erhalten. Das neue 
System wird daher auch bei den Semaphoren der Kaiserlich Chinesischen 
Zollverwaltung zur Anwendung gelangen. 
Die Änderung ist als ein Fortschritt anzusehen und durch die Ein- 
richtung von Stationen für Signale auf weite Entfernung, sowie wegen der 
allgemeinen Annahme des internationalen Signalsystems notwendig geworden, 
Insbesondere haben folgende Gründe dazu die Veranlassung gegeben: 
1. Bei ruhigem Wetter kann man von weitem die Farbe und Gestalt der Flaggen 
nicht unterscheiden, 2. Dieselbe Unmöglichkeit besteht, wenn der Wind in 
der Richtung vom Beobachter nach dem Signalmast oder umgekehrt weht. 
3. Mehrere der bisherigen Signale haben auch‘ im ‚internationalen Signal- 
system eine Bedeutung, wodurch für die Fremden ein Irrtum oder selbst eine 
Gefahr entstehen kann. 4. Das Marryatsche Signalsystem ist beinahe ganz 
außer Gebrauch gekommen. Daher werden auch hier einfarbige Körpersignale 
angenommen werden, die von diesen Unzuträglichkeiten frei und viel weiter 
zu sehen sind. 
1) Vgl. hierzu Deutsche Seewarte: »Atlas des Stillen Ozeans«, Hamburg 1896, Tafel 19, 
2) Das zur Zeit noch in Gebrauch befindliche Signalsystem ist in »Ann..d. Hydr. etc.« 
1903. SS. 379 u. ff. beschrieben.
	        
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