Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1905.
Stromversetzungen auf dem Dampferwege zwischen
Häufigkeit in 9%
Schott, G.: Übersicht der Meeresströnungen und Dampferwege in einer Weltkarte. 405
Kanarischen Inseln und Kap Palmas.
aller Beobachtungen.
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Bemerkungen
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Im Sept. SW-Strom vorherrschend.
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hindern könnte, im Winter eine von Nord nach Süd und Südost durchlaufende
Oberflächenströmung anzunehmen, Nun erscheint durch die näheren Dar-
jegungen im »Valdivia«-Werk a, a. O. das Auftreten von kaltem Auftriebwasser
an dieser Küste bewiesen; es ist dort gezeigt, daß dies Tiefenwasser mit den
Jahreszeiten seine Nord- und Südgrenze verlagert, daß es im Nordwinter seine
südlichste Lage hat, indem es z. B. im Februar erst auf der Höhe der
Bissagos-Inseln (rund 10° N-Br.) verschwindet. Daß die von Norden nach
Süden oder von Süden nach Norden gehenden Schiffe ziemlich unvermittelte
Temperatursprünge beobachten, ist unter diesen Umständen nur natürlich; im
allgemeinen wird bei Reisen in Nord—Südrichtung die Temperaturgrenze
zwischen kaltem und warmem Wasser in dem Moment erreicht sein müssen,
in welchem Wind und Strom aufhören ablandig zu sein. Freilich läßt sich
dies in den Schiffsjournalen nicht streng nachweisen, da die Temperaturgrenze
meistens innerhalb kürzester Frist überschritten wird, die Stromversetzungen
aber erst nach Ablauf von 24 Stunden ermittelt zu werden pflegen.
Übrigens gibt es noch andere Meeresgegenden, in denen die Verhältnisse
ähnlich liegen. Es sei nur an die Temperaturen und Stromvorgänge an der
Küste von Ecuador zur Zeit des nördlichen Sommers erinnert. Bis Payta
(rund 5° S-Br.) reicht das kühle Tiefenwasser, welches schon an der Küste von
Chile seine Rolle spielt, in Verbindung zugleich mit ablandigem Wind (SO-
Passat) und ablandigem Strom. Von Payta aber ab kommen wir in wärmeres
Wasser und überschreiten bis Guayaquil hin und noch weiter nach der Bucht
von Panama zu..auf nördlichem Kurse in sehr schneller Folge die Isothermen
von etwa 20° bis 27°C!) ohne daß eine warme, von Norden nach Süden
ziehende Strömung nachweisbar wäre. Die Versetzungen auf dieser Strecke
“ Vo] sAtlas des Stillen Ozeans«. herausge. von der Seewarte. Hamhurg 1896. "Tafel 8
sind vielmehr, entsprechend den in dieser Jahreszeit herrschenden S- und
SW-Winden (Monsun),') nach N und NO gerichtet,”) und das mehr oder
weniger plötzliche Verschwinden des kühlen Küstenwassers ist durch das
mehr oder weniger unvermittelte Abschwenken von Wind und Strom nach
rechts bedingt, d. h. durch ihre Veränderung aus einer ablandigen Richtung
in eine zur Küste parallele oder auflandige Richtung.
Hier wie an der afrikanischen Küste hat man sich also die Vorstellung
zu machen, daß die Meeresströmung unter dem Einfluß der allmählich nach
rechts oder links auseinander gehenden Lufistrombahnen (im Stillen Ozean
SO- bis SW-Winde, im Atlantischen Ozean NO- bis N- und NW-Winde) ebenfalls
fächerförmig sich zu teilen beginnt, an der afrikanischen Küste also in einen
nach W und SW gehenden und einen nach S und SO ziehenden Stromzweig.
Wichtig in beiden Fällen dürfte auch der Verlauf der Küste sein: südlich von
Kap Verde und nördlich von Guayaquil weicht die Küstenlinie ostwärts zurück;
die bis dahin zusammengehaltene Strömung breitet sich daher, sobald sie in
ihrem Verlaufe an der linken bzw. rechten Kante keine feste Begrenzung mehr
hat, seitwärts aus, Daß in dem Raume zwischen den allmählich ein wenig
divergierenden Triften größere, durch die Schiffe beobachtbare Kompensations-
bewegungen auftreten müssen, ist nicht anzunehmen; dazu sind alle die Vor-
gänge im Ozean viel zu unregelmäßig und unstetig, und der von Krümmel
im »Handbuch der Ozeanographie«, Band II, S. 356, abgebildete Wannenversuch
wird daher unseren Fällen in prazi nicht eben entsprechen, Man muß sich
vergegenwärtigen, daß nennenswerte rücklaufende Strömungen auf See in dem
Zwischenraume zwischen den beiden Haumrttriften schon um deswillen kaum
1) Ebenda, Tafel 19 und 23
Fhenda Tafel 4