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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1905. 
Stromversetzungen auf dem Dampferwege zwischen 
Häufigkeit in 9% 
Schott, G.: Übersicht der Meeresströnungen und Dampferwege in einer Weltkarte. 405 
Kanarischen Inseln und Kap Palmas. 
aller Beobachtungen. 
W-Lg. | 
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Bemerkungen 
In der Zeit des Passats, 
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d. h. von Mai bis Oktober. 
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im März fast nur SW-Vers. beob. 
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20— 15° 
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Vers., im April nur S-, W- und 
NW-Versetzungen. 
se| 1m März fast nur S-, SW- und W- 
Vers., im Jan. u. Febr. W-Vers. 
vorherrschend. 
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im April nur O-Vers. beobachtet. 
10——R8° 
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28—24° 
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15—13° 
18—15° 
18°— Küste 
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Im Sept. SW-Strom vorherrschend. 
Im Juni und Juli keine Versetz. 
nach SO, S u. SW. 
[m Juni, Juli, Aug. überwiegen 
die NO- u. O-Versetzungen, 
ol Direkt nach S keine Vers. beoh 
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hindern könnte, im Winter eine von Nord nach Süd und Südost durchlaufende 
Oberflächenströmung anzunehmen, Nun erscheint durch die näheren Dar- 
jegungen im »Valdivia«-Werk a, a. O. das Auftreten von kaltem Auftriebwasser 
an dieser Küste bewiesen; es ist dort gezeigt, daß dies Tiefenwasser mit den 
Jahreszeiten seine Nord- und Südgrenze verlagert, daß es im Nordwinter seine 
südlichste Lage hat, indem es z. B. im Februar erst auf der Höhe der 
Bissagos-Inseln (rund 10° N-Br.) verschwindet. Daß die von Norden nach 
Süden oder von Süden nach Norden gehenden Schiffe ziemlich unvermittelte 
Temperatursprünge beobachten, ist unter diesen Umständen nur natürlich; im 
allgemeinen wird bei Reisen in Nord—Südrichtung die Temperaturgrenze 
zwischen kaltem und warmem Wasser in dem Moment erreicht sein müssen, 
in welchem Wind und Strom aufhören ablandig zu sein. Freilich läßt sich 
dies in den Schiffsjournalen nicht streng nachweisen, da die Temperaturgrenze 
meistens innerhalb kürzester Frist überschritten wird, die Stromversetzungen 
aber erst nach Ablauf von 24 Stunden ermittelt zu werden pflegen. 
Übrigens gibt es noch andere Meeresgegenden, in denen die Verhältnisse 
ähnlich liegen. Es sei nur an die Temperaturen und Stromvorgänge an der 
Küste von Ecuador zur Zeit des nördlichen Sommers erinnert. Bis Payta 
(rund 5° S-Br.) reicht das kühle Tiefenwasser, welches schon an der Küste von 
Chile seine Rolle spielt, in Verbindung zugleich mit ablandigem Wind (SO- 
Passat) und ablandigem Strom. Von Payta aber ab kommen wir in wärmeres 
Wasser und überschreiten bis Guayaquil hin und noch weiter nach der Bucht 
von Panama zu..auf nördlichem Kurse in sehr schneller Folge die Isothermen 
von etwa 20° bis 27°C!) ohne daß eine warme, von Norden nach Süden 
ziehende Strömung nachweisbar wäre. Die Versetzungen auf dieser Strecke 
“ Vo] sAtlas des Stillen Ozeans«. herausge. von der Seewarte. Hamhurg 1896. "Tafel 8 
sind vielmehr, entsprechend den in dieser Jahreszeit herrschenden S- und 
SW-Winden (Monsun),') nach N und NO gerichtet,”) und das mehr oder 
weniger plötzliche Verschwinden des kühlen Küstenwassers ist durch das 
mehr oder weniger unvermittelte Abschwenken von Wind und Strom nach 
rechts bedingt, d. h. durch ihre Veränderung aus einer ablandigen Richtung 
in eine zur Küste parallele oder auflandige Richtung. 
Hier wie an der afrikanischen Küste hat man sich also die Vorstellung 
zu machen, daß die Meeresströmung unter dem Einfluß der allmählich nach 
rechts oder links auseinander gehenden Lufistrombahnen (im Stillen Ozean 
SO- bis SW-Winde, im Atlantischen Ozean NO- bis N- und NW-Winde) ebenfalls 
fächerförmig sich zu teilen beginnt, an der afrikanischen Küste also in einen 
nach W und SW gehenden und einen nach S und SO ziehenden Stromzweig. 
Wichtig in beiden Fällen dürfte auch der Verlauf der Küste sein: südlich von 
Kap Verde und nördlich von Guayaquil weicht die Küstenlinie ostwärts zurück; 
die bis dahin zusammengehaltene Strömung breitet sich daher, sobald sie in 
ihrem Verlaufe an der linken bzw. rechten Kante keine feste Begrenzung mehr 
hat, seitwärts aus, Daß in dem Raume zwischen den allmählich ein wenig 
divergierenden Triften größere, durch die Schiffe beobachtbare Kompensations- 
bewegungen auftreten müssen, ist nicht anzunehmen; dazu sind alle die Vor- 
gänge im Ozean viel zu unregelmäßig und unstetig, und der von Krümmel 
im »Handbuch der Ozeanographie«, Band II, S. 356, abgebildete Wannenversuch 
wird daher unseren Fällen in prazi nicht eben entsprechen, Man muß sich 
vergegenwärtigen, daß nennenswerte rücklaufende Strömungen auf See in dem 
Zwischenraume zwischen den beiden Haumrttriften schon um deswillen kaum 
1) Ebenda, Tafel 19 und 23 
 Fhenda Tafel 4
	        
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