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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 33 (1905)

Schott, G.: Übersicht der Meeresströmungen und Dampferwege in einer Weltkarte. 403 
für 10°—8° N-Br., 16° W-Lg.—Küste gelten, ergeben an Versetzungen nach N, 
NO, O und SO im ganzen nur 16, bzw. 16%, dagegen nach S, SW, W und 
YW zusammengenommen volle 59, bzw. 68° bei 25, bzw. 16%, Stromstillen. 
Ablandige oder höchstens zur Küste parallele Versetzungen überwiegen dem- 
nach durchaus; aüuflandige Richtungen, welche Krümmels Auffassung erfordert, 
treten gänzlich zurück. — Jetzt, da die Neuauflage der Weltkarte die Er- 
örterung und Veröffentlichung dieses Ergebnisses nahelegt, kommt grade zur 
rechten Zeit noch eine sachlich und methodisch gleich wichtige Arbeit des 
Kgl. Niederländischen Meteorologischen Institutes, die unter dem Titel 
»Observations ocganographiques et metEorologiques de la region du courant 
de Guinege (1855—1900)«, Utrecht 1904, eine wesentliche Vervollkommnung und 
Vervollständigung des früheren Kartenwerkes »De Guinea en Equatoriaal 
Stroomen«, Utrecht 1895, darstellt. Die Befragung auch dieses Werkes hin- 
sichtlich der vorliegenden Frage ergab das nämliche Resultat wie das aus 
den deutschen Beobachtungen abgeleitete, Natürlich kommt auch in diesem 
Material bei dem bekannten unstetigen Charakter aller Einzelversetzungen 
gelegentlich auch NO-Strom zur Beobachtung; aber der entscheidende durch- 
schnittliche Bewegungszustand der Gewässer zwischen Kap Verde und Kap 
Palmas im Nordwinter spricht durchaus für die in der Textfigur auf S. 402 
gegebene Auffassung des Verfassers. Hier sind auch die holländischen, aus 
der Zusammenfassung der Perioden November— April und Mai—Oktober ab- 
geleiteten Zahlen. 
Prozent. Häufigkeit der Versetzungsrichtungen; holländ. Material. 
N_Br 
‚09—15° 
5°—10° 
20_—10° 
W-Le. 
15°—20° 
15°—20° 
109 — 15° 
N 
'\xololsols | sw | ww | xw| Sal 
November bh 
83 
9.2 
[1 
2.0 09 
an 1. 
14.0 95.23 
18.5 
18.7 
19.5 
28.0 
17.3 
QR 
April 
16.2 
. 105 
4d.5 
13.7 5.0 
8.5 BE 
4.3 € 
1.5 
2.8 
Di 
Wal hie Olktaher 
‚0°—15° 15°—20° 
53°—10° 15°—20° 
20__ 100 10°__ 150 
1° 
7 
7.2 
10.5 15.0 | 13.5 | 15.8 | 10.3 
20.0 38.8 15.2 | 4.3 2,7 
167) 82722 | I78 42 d4d5 
8.3 9.8 3.0 
5.3 | 6.0 | 0.7 
AT 20 29 
In den kleinen Nebenkärtchen auf Taf. 13 sind diese Zahlen ebenfalls 
in Stromsternen dargestellt; besonders derjenige für die Strecke von Kap 
Verde bis 10° N-Br, bringt in viel energischerer Weise als unser deutsches 
Material das Vorherrschen südlicher Versetzungen zum Ausdruck, welche ja, 
gemäß der Textfigur rechts auf S. 402, für so besonders beweisend anzusehen 
sind. Übrigens erklärt sich der ungemein geringe prozentische Anteil der 
Stromstillen an dem Gesamtresultat der niederländischen Beobachtungen aus 
dem Umstande, daß hier nur Besteckdifferenzen von weniger als 1 Sm als 
Stromstillen gezählt sind, also nur äußerst selten auftretende Fälle. — 
Es muß nun noch mit einigen Worten die Temperaturverteilung im 
Oberflächenwasser dieses Gebietes erwähnt werden, doch darf dies nur in 
aller Kürze geschehen, da diese Verhältnisse ausführlich an anderer Stelle‘) 
geschildert sind. Man kann eine gewisse Schwierigkeit für die hier vertretene 
Auffassung der Stromvorgänge an der Küstenstrecke Kap Verde—Kap Palmas 
in dem Umstande erblicken, daß eine ziemlich scharfe Temperaturgrenze 
zwischen rund 20° W-Lg. und der Küste auf einer mit der Jahreszeit wechselnden 
Breite — im November 15° bis 17° N-Br., im Februar 8° bis 10° N-Br. — vor- 
handen ist. So lange man hierin nur Äußerungen von Vorgängen in der 
Oberfläche des Meeres sieht, gewiß; sobald aber die Beteiligung von Tiefen- 
wasser für die absonderlichen Sprünge in der Oberflächentemperatur ver- 
antwortlich gemacht werden kann, schwindet jede Schwierigkeit, welche uns 
1) Wissenschaftliche Ergebnisse der »Valdivias-Expedition, Bd. I, Text S. 121—124, Atlas 
Taf. VIII Jena 1902, 
ann. d. Hyvdr. ete.. 1905. Heft IX
	        
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