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Full text: Annalen der Hydrographie und maritimen Meteorologie, 22 (1894)

Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, April 1894, 
erwähnt werden, dafs die Temperatur täglich um so und soviel Grad 
(bezw. Bruchtheile) abnimmt (oder zunimmt). 
Diese Nachrichten können nach allen Häfen Chinas und Japans 
telegraphirt werden, und alsdann können die Wassertemperaturen 
der Meeresoberfläche einen sicheren Anhalt geben, um hiernach die 
Stellung eines Schiffes während seiner Passage durch die Strafse 
von Formosa zu bestimmen. 
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Die specifischen Gewichte des Seewassers in der Formosa- 
Strafse sind auf der Karte No. XXIV’) angegeben. Die Karte, nach ver- 
einzelten Beobachtungen entworfen, darf nicht als vollkommen korrekt angesehen 
werden. Vergleichen wir diese Karte mit derjenigen No. XXIIl,?) so sehen 
wir, dafs die Linien gleichen specifischen Gewichts in derselben Weise vertheilt 
sind wie die Isothermen, und dafs dieselben daher auch zu Zwecken der Navi- 
girung benutzt werden können. Die Linien gleichen specifischen Gewichts haben 
den grofsen Vortheil, keinen plötzlichen starken Veränderungen unterworfen zu 
sein, und ermöglichen deshalb eine bequemere Benutzung als die Isothermen. 
Die Dampfer der Gegenwart repräsentiren einen so grofsen Werth, dafs die An- 
schaffungskosten für einige Aräometer gar nicht in, das Gewicht fallen dürfen 
und können. Die Methode, das specifische Gewicht des Seewassers zu bestimmen, 
iet sehr einfach, und wenn man bis auf den heutigen Tag sich der Aräometer 
auf den Schiffen noch nicht bedient hat, so liegt dies an der irrthümlichen 
Meinung vieler Leute, dafs die Bestimmung des specifischen Gewichts eine der- 
art feine und milfsliche Arbeit sei, dafs allein die Gelehrten sie vornehmen 
können. Meines Erachtens ist es unumgänglich nothwendig, daß die Schiffe 
Aräometer besitzen und dafß man denselben so wie den Thermometern vertraut. (E) 
Die Karte No. XXIV lehrt uns, dafs im Süden des Breitenparallels von 
25° nahe den Gefahren der unreinen chinesischen Küste das specifische Gewicht 
des Wassers (S 7a geringer ist als 1,0250 und im Norden von dem Parallel 
niedriger als 1,0240. Nahe der Formosa-Küste ist das specifische Gewicht so be- 
deutend, dafs kein Unwetter den Beobachter hindern sollte, sich von der Beschaffen- 
heit des Wassers, auf dem er sich befindet, Rechenschaft zu geben. Das Fahrzeug, 
welches der Region des Wassers mit einem specifischen Gewicht von 1,0255 bis 
1,0260 folgen würde, wird sicher den Gefahren, die auf dem Reisewege drohen, 
entgehen. 
Soweit Makaroff. 
Anmerkungen. 
(A, Seite 122.) Die hydrographischen und die Witterungs- Verhältnisse, 
um welche es sich in der Strafßse von Formosa zur Zeit des nördlichen Winters 
handelt, sind in ihren Grundzügen wohl bekannt. Ueber dem ganzen Gebiet 
weht ein steifer, vielfach sehr stürmisch werdender Nordostmonsun, welcher, je 
weiter man nach Norden kommt, immer nördlicher geht und schließlich, etwa 
nördlich von der Breite von Shanghai, die Neigung hat, aus einer Richtung 
westlich von Nord zu wehen. 
Dieser Nordostmonsun weht während fast °%41 des ganzen Jahres, und 
dieser Umstand, im Verein mit seiner durchgängig grofsen Stärke, bewirkt in 
erster Linie, dafs aus dem Gelben Meere nach Süden hin, an der chinesischen 
Küste entlang, das Wasser sich in Bewegung setzt, und damit eine besonders in 
den Wintermonaten klimatisch aufserordentlich wirksame und fühlbare kalte 
Meeresströmung nach SW zur Erscheinung kommt. 
Weiter nach See zu (nach Osten hin) finden wir überall das warme 
Wasser des Kuro-shiwo; diese Strömung entsteht bekanntlich aus der Nord- 
äquatorialströmung des Grofsen Oceans. Ostwärts der Philippinen findet die 
grofse Biegung der Bewegungsrichtung (von WNW nach Nord und schließlich 
nach NO) statt, und so fließt der Kuro-shiwo, so gut oder vielmehr so schlecht 
1) Diese Karte ist hier nicht wiedergegeben. 
?) Es ist die Karte gemeint, auf welcher die Isothermen für die Monate November bis März 
sich finden.
	        
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