394 Annalen der Hydrographie und Maritimen Meteorologie, September 1905.
dingungen gegeben, unter denen sich der Aufbruch des Eises und die Eröff-
nung der Schiffahrt vollziehen konnte. Daß das nicht so schnell ging, sondern
sich bis weit in die zweite Hälfte des Mai hinzog, obschon der nördlichste
der in das Baltische Meer mündenden Flüsse, der Torneafluß, schon am 10. Mai
seine Eisdecke sprengte und schnell in die See abführte, sehen wir aus der
weiter unten folgenden Tabelle. Ein Blick auf diese, wie auch auf die vom
vorhergegangenen Winter zeigt uns auch den beträchtlichen Unterschied
zwischen Zu- und Aufgang der Gewässer in Beziehung zur Schiffahrt,
Beim Zugang, am Anfange des Winters bedecken sich zuerst die
Flüsse, seichten Gewässer und Buchten, aber die ungeheuere Wärmemenge,
die in dem tiefen Wasser der offenen See noch aufgespeichert ist, hält diese
noch eine Zeitlang eisfrei und die Schiffe haben gewöhnlich in der ganzen
ersten Hälfte des Winters kein anderes Eis zu fürchten als das in Buchten
und Häfen, Gelangen sie, vielleicht mit Hilfe der Eisbrecher, deren Wichtig-
keit auch aus den Bemerkungen in den Tabellen hervorgeht, aus den ver-
eisten Buchten heraus, so haben sie kein weiteres Hindernis vor sich. (Siehe
Meldung von Petersburg.)
Ganz anders ist es aber beim Aufgang der Gewässer am Ende des Winters,
Dann sprengen die Flüsse ihre Eisdecke und führen sie oft schnell abwärts und
in das Meer hinein, dort aber treiben oft noch wochenlang ungeheure, nicht
selten zu Bergen und Eiswällen zusammen geschobene Eismassen, die die
Schiffahrt ernstlich gefährden. Wenn nun hierbei auch der Zufall insofern
eine große Rolle spielt, als das auf See befindliche Schiff nicht wissen kann,
welche Wind- und Stromverhältnisse in der Gegend, wo Treibeis ist, geherrscht
haben, bevor es dahin gelangt, so ist doch klar, daß beim Aufsuchen eines
Weges durch das Eis die richtige Erkenntnis der Wind- und Wetterverhält-
nisse wesentliche Dienste zu leisten imstande ist. Der Einfluß des Windes
auf die Bewegung des treibenden Eises, besonders des zusammengeschobenen,
das dem Winde durch seine rauhe Oberfläche viel Angriffspunkte bietet, ist
so außerordentlich groß, daß sich z, B. ziemlich breite offene Rinnen bei
einer Windänderung in kurzer Zeit schließen können oder daß sich nach
einer geringen Windänderung offenes Wasser zeigt, wo vor wenigen Stunden
noch unbewegliche Eismassen jedes Eindringen unmöglich machten, Es kann
daher jedem Seemanne nur dringend empfohlen werden, sich beim Einfahren
in Gegenden, in denen noch Treibeis ist, über die Wetterlage, über die ver-
mutliche Dauer des herrschenden und über die Richtung und die Stärke des
zu erwartenden Windes möglichst klar zu werden. So findet sich z. B. in dem
Bericht der Meteorologischen Zentralanstalt zu Helsingfors die Bemerkung:
>»Im allgemeinen sind die finnischen Häfen zwischen Wasa und Karlö länger
zugefroren als die Häfen an der schwedischen Seite des Bottnischen Meer-
busens.« Das wird richtig sein; für den Seemann kommt aber daneben in
Betracht, daß um die Zeit der Eisschmelze im Nordbotten starke nordöstliche
Winde zu überwiegen scheinen, die dann wie in den beiden letzten Jahren das
Eis nach der schwedischen Seite treiben und es dort zu einem undurchdring-
lichen Schiffahrtshindernis zusammenschieben, wenn an der finnischen Seite
schon ziemlich freies Wasser ist.
Tabellarische Darstellung der Eisverhältnisse des Winters 1904 bis 1905
im Gehiete der nördlichen Ostsee.
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5 IV. 6 IV.
| wurde der Mälarsee aufgebrochen.
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zogen. > Svenska Börne- u. Grund-
kalle -F-Schiffe 31.XI1. eingezogen,
10. IV. wieder ausgelegt. :Ut-
grunden:-F-Sch. 17.111, nach seiner
Station abgegangen.